Damit zeichnet sich ein gestaffelter Markteintritt ab. Während ein knappes Drittel der Institute den Kryptohandel bereits anbietet oder kurzfristig starten will, dürfte sich die Abdeckung in den darauffolgenden Monaten weiter erhöhen.
Michael Hoeck, Vorstandsvorsitzender des Genoverbands, begründet den Strategiewechsel mit dem wachsenden Kundeninteresse und dem zunehmenden Druck durch digitale Wettbewerber:
„Niemandem ist damit gedient, wenn wir dieses Thema, an dem es wachsendes Interesse gibt, Wettbewerbern überlassen.“
Nach Hoecks Darstellung besteht zudem das Risiko, dass Kunden zu Anbietern wechseln, deren Produktauswahl überwiegend aus besonders risikoreichen Anlagen besteht. Die Volksbanken wollen sich deshalb als regulierte Alternative für den direkten Kryptohandel positionieren.
Allerdings wollen nicht alle Institute einsteigen. Rund 30 Prozent der befragten Banken planen kein Krypto-Angebot. Die Umfrage zeigt damit weiterhin deutliche Unterschiede innerhalb der genossenschaftlichen Bankengruppe.
Junge Kunden rücken in den Mittelpunkt
Hinter der Öffnung für Kryptowährungen steht nicht allein die Nachfrage nach Bitcoin und Ether. Für die Institute geht es zunehmend darum, ihre Kundenbeziehungen gegenüber Neobanken und ausländischen Anbietern zu verteidigen.
Hoeck zufolge müssten die Volksbanken insbesondere „gerade auch in der jungen Zielgruppe“ attraktiv bleiben. Anbieter wie N26, Trade Republic und Revolut ermöglichen ihren deutschen Kunden bereits seit Längerem den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen.
Der Wettbewerbsdruck reicht dabei über den Kryptohandel hinaus. Insgesamt 54 Prozent der befragten Bankvorstände erwarten eine starke oder sehr starke Verschärfung des Wettbewerbs um Kundeneinlagen.
Parallel zu den Volksbanken bereitet die Sparkassen-Finanzgruppe ihren Markteintritt vor. Wie wir berichteten, hat die Sparkasse über ihr Wertpapierhaus DekaBank eine Lösung entwickelt, die ab Oktober den Handel mit Kryptowährungen direkt über die Sparkassen-App ermöglichen soll.