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Globale e-KYC-Studie startet in die Schlussphase – warum das auch für Schweizer Krypto-Nutzer zählt

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Noch bis zum 5. Oktober 2026 läuft eine der bisher umfassendsten Erhebungen zum Stand der digitalen Identität und des elektronischen Know-Your-Customer-Verfahrens (e-KYC) weltweit. Organisiert wird sie von Financial Innovation for Impact (Fii) gemeinsam mit dem Cambridge Centre for Alternative Finance (CCAF) der University of Cambridge, unterstützt von der Gates Foundation. Für die Schweiz kommt die Umfrage zu einem heiklen Zeitpunkt: Die Einführung der staatlichen E-ID verzögert sich erneut, während FINMA und Bundesverwaltung gleichzeitig neue Regeln für Krypto-Dienstleister vorbereiten, die genau auf solche digitalen Identitätslösungen angewiesen sind.

Was die Studie erfasst

Die „Global e-KYC Adoption and Impact Surveys 2026“ bestehen aus zwei parallelen Fragebögen: einer richtet sich an Aufsichtsbehörden und Regulatoren, der andere an die Industrie – also Fintechs, Banken, weitere Finanzinstitute sowie Anbieter digitaler Identitätslösungen. Ziel ist eine Bestandsaufnahme, wer e-KYC bereits einsetzt, welche Verfahren dabei zum Einsatz kommen und wie stark sich die Verbreitung je nach Region und Einkommensniveau unterscheidet. Zusätzlich soll sichtbar werden, was Adoption fördert oder hemmt, und welchen konkreten Nutzen digitale Identitätsprüfung bringt – etwa bei Compliance-Kosten, Bearbeitungszeit und Genauigkeit der Kundenidentifikation.

Pavle Avramovic, Director of Research & Policy bei Fii und Research Affiliate am CCAF, bringt den Anspruch so auf den Punkt: Die Umfrage solle „einen globalen Referenzpunkt für Lernen, Vergleich und fundierte Entscheidungen“ schaffen. Programmleiterin Katrin Arnold nennt das Projekt eine „seltene, umfassende und globale“ Bestandsaufnahme darüber, wie Regulatoren und Industrie die digitale Identität von morgen mitgestalten.

Wer teilnehmen möchte, findet die Fragebögen für die Industrie und für Behörden und Regulatoren online – die Frist läuft, wie erwähnt, noch rund vier Wochen.

Warum das für Bitcoin und Krypto relevant ist

Auf den ersten Blick klingt eine Umfrage zu Identitätsprüfung nach Behörden-Papierkram. Für die Krypto-Branche ist e-KYC aber ein Kernthema: Jede Börse, jeder Zahlungsdienstleister und jeder Krypto-Verwahrer muss neue Kundinnen und Kunden identifizieren, bevor Bitcoin gekauft, verwahrt oder überwiesen werden darf. Je zuverlässiger und automatisierter dieser Prozess ist, desto günstiger und schneller wird das Onboarding – ein Faktor, der gerade kleineren Schweizer Krypto-Anbietern im Wettbewerb mit internationalen Plattformen hilft.

Genau hier verzahnt sich die Cambridge-Studie mit zwei aktuellen Schweizer Entwicklungen:

  • Die E-ID lässt weiter auf sich warten. Das Schweizer Stimmvolk hatte der staatlichen elektronischen Identität (SWIYU) im September 2025 knapp zugestimmt. Der ursprünglich für Sommer 2026 geplante interne Testbetrieb wurde jedoch zunächst auf Dezember 2026 verschoben, im Juli 2026 revidierte der Bund die Planung erneut: Das Bundesamt für Justiz begründete den weiteren Aufschub auf die erste Jahreshälfte 2027 mit zusätzlichem Bedarf bei Datenschutz, Nutzersicherheit und dem Schutz vor KI-gestützten Deepfake-Angriffen bei der Online-Ausstellung. Für Krypto-Firmen bedeutet das: Ein staatlich abgesichertes digitales Identitätsfundament, das e-KYC-Prozesse erheblich vereinfachen könnte, steht frühestens 2027 zur Verfügung.
  • FINMA schnürt neue Lizenzkategorien. Parallel dazu hat der Bund im Oktober 2025 eine Vernehmlassung zu zwei neuen Bewilligungskategorien eröffnet – „Zahlungsinstitut“ für die Ausgabe voll gedeckter Franken-Stablecoins und „Krypto-Institution“ für Börsen, Verwahrer und Broker. Beide Kategorien unterstellen die Anbieter dem Geldwäschereigesetz mit entsprechenden KYC-Pflichten, wobei bei Stablecoins interessanterweise nur Primärmarkt-Käufe und Rücknahmen eine Identitätsprüfung erfordern sollen, nicht aber der Sekundärhandel. Eine Umsetzung wird nicht vor 2027 erwartet. Bis dahin bleiben Schweizer Krypto-Anbieter auf bestehende, oft manuelle e-KYC-Lösungen angewiesen – was die Cambridge-Studie mit ihrem globalen Vergleich von Adoptionshürden direkt adressiert.

Einordnung

Die Ergebnisse der Fii/CCAF-Erhebung dürften in den kommenden Monaten in eine vergleichende Auswertung von e-KYC-Umsetzung, Marktentwicklung und regulatorischen Ansätzen über verschiedene Länder hinweg münden. Für die Schweizer Krypto-Branche liefert das potenziell wertvolle Benchmarks: Wo steht das Land im internationalen Vergleich, wenn die eigene E-ID erst 2027 kommt und die regulatorischen Leitplanken für Krypto-Dienstleister noch in Arbeit sind? Wer als Schweizer Fintech, Bank oder Krypto-Anbieter selbst zur Datenbasis beitragen will, hat dafür noch bis zum 5. Oktober Zeit.

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