Neueste Entwicklungen: Der Hardware-Wallet-Hersteller Ledger und der MetaMask-Entwickler ConsenSys zählen zu den Krypto-Unternehmen, die ihre IPO-Pläne verzögern.
- Sean Farrell, Leiter der Digital Asset Strategy bei Fundstrat, teilte Jennifer Sanasie von CoinDesk in der Sendung Public Keys mit, dass die Handelsvolumina im Kryptobereich seit Jahresbeginn um rund 75 % zurückgegangen sind, was den Bewertungsdruck auf börsennotierte Kryptounternehmen erhöht.
- Farrell erklärte, dass Unternehmen in einem schwachen Markt nur ungern an die Börse gehen, da IPOs eine entscheidende Kapitalbeschaffungsmöglichkeit darstellen und Firmen die Bewertungen für bestehende Investoren maximieren möchten.
- Ledger hatte angeblich Goldman Sachs, Jefferies und Barclays für eine geplante Notierung an der New Yorker Börse im Wert von 4 Milliarden US-Dollar ins Boot geholt, bevor diese Pläne vorübergehend ausgesetzt wurden.
- Farrell sagte, dass viele Krypto-IPO-Prozesse bereits „zu 70 % bis 80 % abgeschlossen“ sind, was die Unternehmen in eine Position versetzt, schnell zu handeln, sobald sich die Märkte erholen.
Der Kontrast: KI-verbundene Unternehmen verzeichnen in den öffentlichen Märkten weiterhin eine starke Nachfrage.
- Farrell sagte, der aktuelle IPO-Markt stehe „weit offen“ für aufstrebende Technologieunternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz.
- Er verwies auf eine breitere Aktienrally, die hauptsächlich von KI-bezogenen Aktien getrieben wird, obwohl andere Sektoren mit makroökonomischen Gegenwinden konfrontiert sind.
- Farrell sagte, dass Investoren weiterhin Geld in die KI-Infrastruktur investieren, weil Hyperscaler trotz Inflations- und Zinsbedenken darum wetteifern, die Rechenkapazität auszubauen.
- Die Divergenz verdeutlicht, wie Krypto-Unternehmen weiterhin stärker von sinkenden Tokenpreisen und einer schwächeren Einzelhandels-Handelstätigkeit betroffen sind.
Was dies bedeutet: Bitcoin-Miner, die sich auf KI-Infrastruktur verlegen, haben sich zu einem der leistungsstärkeren Segmente des Kryptomarktes entwickelt.
- Farrell sagte, dass viele Miner wertvolle Energieinfrastrukturen und Stromabnahmeverträge kontrollieren, die für die Nachfrage von KI-Datenzentren umfunktioniert werden können.
- Er erklärte, dass diese Unternehmen höhere Renditen erzielen, indem sie Strom- und Infrastrukturkapazitäten an KI-Unternehmen vermieten, anstatt sich ausschließlich auf das Bitcoin-Mining zu verlassen.
- Farrell sagte, dass Investoren einige Miner zunehmend als „digitale REITs“ bewerten, aufgrund ihrer Infrastruktur-Exponierung.
- Er fügte hinzu, dass mit KI verbundene Krypto-Infrastrukturwerte während der allgemeinen Schwäche des Kryptomarktes „ein großartiger Ort zum Verstecken“ gewesen seien.
Der makroökonomische Hintergrund: Farrell erklärte, dass Zinssätze und Inflation weiterhin große Hindernisse für die Aktivität von Krypto-Börsengängen darstellen.
- Er sagte, stärkere Arbeitsmarktdaten und höhere Inflationswerte hätten die Erwartungen an kurzfristige Zinssenkungen der Federal Reserve verringert.
- Farrell warnte, dass anhaltender Druck auf die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen die Risikoanlagen in den kommenden Monaten belasten könnte.
- Farrell erklärte, er erwarte letztlich eine geldpolitische Lockerung, sobald die durch KI angetriebenen Produktivitätssteigerungen sich in der Wirtschaft verbreiten und sich eine Schwäche am Arbeitsmarkt wieder zeigt.
- Bis dahin erwartet er, dass Krypto-Unternehmen vorsichtig bleiben werden, wenn es darum geht, den öffentlichen Markt zu betreten.
Beobachtenswert: Farrell hob Hyperliquid als eines der wenigen Krypto-Ökosysteme hervor, die sich im Jahr 2026 überdurchschnittlich entwickelten.
- Farrell sagte, Hyperliquid habe in den letzten zwölf Monaten einen Umsatz von etwa 850 Millionen US-Dollar erzielt und kürzlich eine Partnerschaft mit Coinbase geschlossen, um USDC zur kanonischen Stablecoin der Plattform zu machen.
- Er schätzte, dass die Partnerschaft mit Coinbase jährlich etwa 150 Millionen US-Dollar an nicht-konjunkturellen Einnahmen hinzufügen könnte.
- Farrell wies auch auf das wachsende Interesse an Hyperliquids vorbörslichen Handelsmärkten hin, darunter Verträge, die an Unternehmen wie Cerebras und SpaceX gekoppelt sind.
- Farrell sagte, dass diese Märkte zu einer wichtigen Erzählung und Einnahmequelle für das Protokoll werden könnten.
Die Komplikation: Die regulatorische Überprüfung bleibt das größte Risiko für Hyperliquid.
- CME Group und Intercontinental Exchange haben Berichten zufolge die Aufsichtsbehörden dazu gedrängt, die Angebote von Hyperliquid genauer zu prüfen.
- Farrell räumte ein, dass die Aufsichtsbehörden Produkte ins Visier nehmen könnten, die mit dem Handel von US-Aktien oder Rohstoffen verbunden sind.
- Dennoch argumentierte er, dass die Prüfung auch darauf hinweist, dass traditionelle Börsen Hyperliquid zunehmend als wettbewerbsfähige Bedrohung ansehen.
- Farrell sagte, die Partnerschaft von Hyperliquid mit Coinbase könne dem Protokoll dabei helfen, sich im Zuge der Weiterentwicklung der US-Kryptoregulierung in Washington effektiver zurechtzufinden.