Der Ethereum ($ETH)-Kurs liegt am 7. April auf dem 12-Stunden-Chart bei 2.108 USD, etwa 1% niedriger als vor 24 Stunden. Die Kursbewegung wirkt unspektakulär. Allerdings zeigen vier verschiedene Kennzahlen aus der technischen Analyse, dem Derivate-Bereich und der On-Chain-Analyse auf das gleiche Ergebnis, und keine dieser Kennzahlen deutet auf einen Rückgang hin.
Zuletzt trat ein ähnliches Muster zumindest auf technischer Ebene auf, als der Ethereum-Kurs um 16% anzog. Ob sich dies wiederholt, hängt von einigen Marken ab, die erstmals in Reichweite sind.
Zwei technische Signale treten im 12-Stunden-Chart zusammen auf
Die erste Kennzahl ist die Exponentielle Gleitende Durchschnittslinie (EMA), ein Trendindikator, der jüngere Kursbewegungen stärker gewichtet. Im 12-Stunden-Chart nähert sich die 20-Perioden-EMA bei 2.083 USD der 50-Perioden-EMA bei 2.086 USD an. Überschreitet der schnellere EMA den langsameren, entsteht ein bullisches Überschneidungssignal, das oft eine Veränderung der kurzfristigen Dynamik anzeigt.
Genau dieses Setup begann sich Mitte März zu entwickeln. Die Überschneidung war um die Monatsmitte sichtbar und der Ethereum-Kurs stieg daraufhin um 15,63%. Dabei wurde sogar die 100-Perioden-EMA zurückerobert. Das gleiche Muster zeigt sich erneut. Seit dem 5. April hat der Kurs bereits um 7,59% zugelegt, und die 20- und 50-EMAs liegen nur noch 3 USD auseinander. Die 100-Perioden-EMA liegt bei 2.144 USD; ein bestätigtes Überschneidungssignal würde diese Marke ins Zentrum rücken.
Die zweite Kennzahl ist der Relative-Stärke-Index (RSI), ein Dynamik-Indikator. Zwischen dem 19. März und dem 6. April erreichte der Kurs im 12-Stunden-Diagramm ein tieferes Tief, während der RSI ein höheres Tief ausbildete.
Diese typische bullische Divergenz deutet darauf hin, dass die Verkaufsdynamik abnimmt, obwohl der Kurs neue Tiefs testet. Die Divergenz bleibt bestehen, solange der Ethereum-Kurs über 2.086 USD bleibt. Ein Fall unter diese Marke würde die übergeordnete Struktur nicht zerstören, jedoch das aktuelle Swing-Tief bis zur Bestätigung entwerten.
Zusammen bilden EMA-Konvergenz und RSI-Divergenz die technische Grundlage für eine potenzielle Erholung. Allein technische Muster bewegen jedoch keine Kurse. Erst Daten aus dem Derivatebereich und der On-Chain-Analyse zeigen, ob auch Antrieb für einen Kursanstieg vorhanden ist.
Short-Positionen nehmen zu und Wale verkaufen nicht
Die dritte Kennzahl stammt aus dem Derivate-Markt. Am 4. April lag das gesamte Open Interest für Ethereum bei 10,49 Milliarden USD mit einem Funding-Rate von etwa -0,0015%. Am 7. April stieg das Open Interest auf 10,77 Milliarden USD, während die Funding-Rate weiter auf -0,007% fiel.
Steigendes Open Interest in Verbindung mit zunehmend negativer Funding-Rate zeigt einen Trend: Trader eröffnen neue Short-Positionen. Dieser Aufbau an Short-Positionen liefert reichlich Potenzial für eine Erholung, denn wenn der Kurs steigt, müssen die Short-Positionen geschlossen werden, was den Kurs durch einen sogenannten Short Squeeze nach oben treiben kann.
Die vierte Kennzahl betrifft das Muster der Wale. Seit dem 3. April haben die Wal-Wallets (ohne Börsen) ihren Bestand von 122,73 Millionen auf 122,92 Millionen $ETH erhöht. Diese Zunahme um etwa 190.000 $ETH beziehungsweise rund 400 Millionen USD zeigt eine stetige Akkumulation, jedoch keinen massiven Einkauf.
Wichtig dabei ist: Wale haben ihre Positionen während der jüngsten Schwäche nicht abgebaut. Sie halten durch die Konsolidierung hindurch und kaufen weiterhin langsam dazu. So entsteht eine Unterstützung im Spotmarkt, die zusätzliches Potenzial für einen Short Squeeze im Derivatemarkt bietet.
Die technische Situation gibt die Richtung vor. Der Derivate-Markt liefert die Impulse gegen den Trend. Die Wal-Akkumulation bildet die Basis im Spotmarkt. Alle vier Kennzahlen zeigen das gleiche Ziel, weshalb nun die Kursmarken entscheidend sind.
Ethereum-Kursmarken: Diese Marken sind für die Erholung entscheidend
Das 12-Stunden-Chart mit den technischen Marken der abgeschlossenen Bewegung bildet die Basis für alle wichtigen Niveaus.
Die erste Hürde liegt bei 2.116 USD am 0,382-Level. Ein 12-Stunden-Schlusskurs über diesem Wert würde den Ethereum-Kurs wieder über die Zone bringen, in der das EMA-Crossover wahrscheinlich bestätigt wird. Das würde dem Kurs zusätzliches Momentum geben. Darüber ist 2.172 USD der wichtigste Widerstand. Diese Marke hat den Kurs seit Mitte März mehrfach abgewiesen. Ein klarer Ausbruch über dieses Niveau wäre die erste bedeutende Veränderung in der kurzfristigen Struktur.
Damit die Erholung tatsächlich Stärke zeigt, muss Ethereum 2.228 USD am 0,618-Level erreichen. Das entspricht einem Anstieg von 5,77% gegenüber dem aktuellen Kurs. Ein Schlusskurs über 2.228 USD würde bestätigen, dass die vier Kennzahlen tatsächlich einen Trendwechsel anzeigen und es sich nicht nur um eine weitere gescheiterte Erholung handelt.
Nach unten betrachtet, hält 2.086 USD die RSI-Divergenz aufrecht. Fällt der Kurs darunter, bildet 2.047 USD am 0,236-Level die nächste Unterstützung. Ein Rückgang unter 2.047 USD würde 1.935 USD ins Spiel bringen und darauf hindeuten, dass die vier übereinstimmenden Kennzahlen nicht ausgereicht haben, um dem bestehenden bärischen Druck entgegenzuwirken.
Ein 12-Stunden-Schlusskurs über 2.172 USD würde die Erholungs-These bestätigen, auf die alle vier Kennzahlen hindeuten. Gelingt es jedoch nicht, 2.086 USD zu halten, würde sich das Setup verzögern und der Ethereum-Kurs könnte erneut 1.935 USD testen.
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