Die Aktivität mit Ethereum ($ETH) Derivaten ist stark gestiegen und liegt jetzt deutlich über dem Handel im Kassamarkt. Auf Binance sind die Futures-Volumen aktuell etwa sieben Mal höher als das tatsächliche Kaufen und Verkaufen von $ETH.
Dieses Ungleichgewicht zeigt, dass spekulative Positionen und nicht organische Nachfrage derzeit der Hauptgrund für die jüngsten Kursbewegungen bei $ETH sind.
Binance dominiert den $ETH-Markt mit hohem Hebel
Analyst Darkfost berichtet, dass das Open Interest bei $ETH über verschiedene Börsen aktuell bei ungefähr 6,4 Millionen $ETH liegt. Dieser Wert nähert sich dem Allzeithoch von 7,8 Millionen $ETH, das im Juli 2025 erreicht wurde, nachdem zuvor im Oktober 2025 ein Tief von etwa 5 Millionen $ETH verzeichnet wurde.
Binance steht mit etwa 2,3 Millionen $ETH im Open Interest für ungefähr 36% des globalen Gesamtwerts. Außerdem ist das Verhältnis von Spot- zu Futures-Handelsvolumen auf der Börse auf 0,13 gefallen. Das ist der niedrigste jemals für Ethereum gemessene Jahreswert.
„Konkret bedeutet dies, dass die Futures-Volumen jetzt etwa sieben Mal größer sind als die Spot-Volumen. Anders gesagt: Für jeden 1 USD, der im Kassamarkt gehandelt wird, fließen rund 7 USD durch Futures-Kontrakte“, erklärte der Analyst.
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Der Analyst warnt, dass der starke Einsatz von Hebeln $ETH für schnelle Kursbewegungen anfällig macht. Erzwingt der Markt Liquidationen oder werden große Positionen aufgelöst, könnte dies zu starken Preisausschlägen führen.
„Diese Dynamik deutet darauf hin, dass derzeit vor allem Spekulation die Kursbewegungen bei Ethereum bestimmt. Der umfangreiche Einsatz von Hebeln ist keine stabile Grundlage und kann durch Positionsanpassungen oder Liquidationen die Volatilität verstärken“, schrieb Darkfost.
Geopolitische Spannungen verstärken die Spaltung
Die aktuelle Struktur mit Schwerpunkt auf Derivaten hat sich vor dem Hintergrund einer volatilen Makrolage entwickelt. Der andauernde militärische Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran sowie Störungen nahe der Straße von Hormus haben die Ölpreise im Jahr 2026 deutlich steigen lassen.
Höhere Energiekosten haben die Inflationserwartungen angetrieben und die Risikobereitschaft auf klassischen und digitalen Märkten gedrückt. Darkfost sagt, dass sich in diesem Umfeld vorsichtigere Investoren aktuell zurückhalten.
Spekulative Investoren bleiben jedoch aktiv auf dem Derivatemarkt, wodurch sich die Kluft zwischen gehebelter und spotbasierter Aktivität weiter vergrößert.
Ein starker Fokus auf Hebel, ohne solide Nachfrage am Kassamarkt, macht den Markt anfällig für plötzliche Verschiebungen. Wenn große gehebelte Positionen abgebaut werden, können Kettenreaktionen von Liquidationen folgen und dabei die Kursausschläge auf beiden Seiten verstärken.
Ob eine stärkere Spot-Nachfrage die Marktstruktur wieder stabilisiert, könnte davon abhängen, wie schnell sich die geopolitischen und makroökonomischen Bedingungen verbessern.
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