Standard Chartered passt gerade einiges an: Die Bank überlegt, wie sie mit Risiken umgeht, wie sie das Engagement im Krypto-Bereich gestaltet und welche Vermögenswerte wohl am wichtigsten werden, wenn die nächste institutionelle Welle startet.
Krypto-News: Standard Chartered setzt auf Coins – Basel-III-Regeln im Visier
Die berichteten Pläne von Standard Chartered, eine Krypto-Prime-Brokerage zu starten, zeigen mehr als nur das erneute Interesse an digitalen Vermögenswerten.
Die Bank möchte das Projekt in ihrer Venture-Abteilung SC Ventures ansiedeln. Dadurch sucht Standard Chartered einen Weg, in den institutionellen Krypto-Markt einzusteigen, ohne eine der größten Hürden des Sektors direkt zu spüren: die strenge Kapitalvorgabe durch Basel III.
Laut Quellen, die mit der Sache vertraut sind, hat Bloomberg berichtet, dass die Bank aus London ein Prime-Brokerage-Angebot für Krypto plant, das institutionellen Kunden Finanzierung, Verwahrung und Handel ermöglichen soll.
Das Geschäft soll nicht zum Kerngeschäft der Bank gehören, sondern unter SC Ventures laufen. Diese Entscheidung könnte dazu führen, dass die Kapitalanforderungen für Geschäfte mit Krypto gesenkt werden.
Nach den Ende 2022 beschlossenen Basel-III-Regeln müssen Banken „permissionless“ Krypto-Assets wie Bitcoin und Ether mit einem Risikoaufschlag von 1.250 Prozent bewerten.
Weil dieser Wert viel höher ist als zum Beispiel die 400 Prozent für bestimmte Venture-Investitionen, werden Banken so praktisch davon abgehalten, Kryptos direkt in ihren Bilanzen zu halten.
Indem Standard Chartered Krypto-Aktivitäten durch eine Venture-Einheit führt, wählt die Bank einen Weg, der weniger Kapital bindet, bleibt dabei aber innerhalb der Regeln.
So passt der Schritt zur allgemeinen Krypto-Strategie der Bank. Standard Chartered unterstützt institutionelle Plattformen wie Zodia Custody und Zodia Markets. Schon im letzten Jahr bot sie als erste große systemrelevante Bank den Handel mit echten Kryptowerten für institutionelle Kunden an.
SC Ventures hat zudem mitgeteilt, an Project37C zu arbeiten – ein digitales Gemeinschaftsprojekt, das als „leichte Finanzierungs- und Handelsplattform“ beschrieben wird. Diese deckt Verwahrung, Tokenisierung und Marktzugang ab.
Darum setzt Standard Chartered bei seiner institutionellen Prognose auf Ethereum
Die Einschätzung der Bank passt zu diesem Kurs. In einer aktuellen Mitteilung sagte Geoff Kendrick, Leiter der Digital-Asset-Analyse bei Standard Chartered: Ethereum könnte Bitcoin immer öfter übertreffen, selbst wenn die schwächere BTC-Entwicklung den ganzen Markt belastet.
„ETH-BTC wird wohl wieder auf das Hoch von 2021 zusteuern“, sagte Kendrick. Er betonte, dass die Dominanz von Bitcoin zwar weiterhin die erzielbaren Gewinne im Krypto-Bereich drückt, aber die Grundlagen bei Ethereum inzwischen noch stärker geworden seien.
Kendrick nannte den anhaltenden Kauf der größten Ethereum-Treasury-Firma, Ethereums Führungsrolle bei Stablecoins, bei realen Vermögenswerten und im Bereich DeFi sowie Fortschritte beim Ziel, die Layer-1-Leistung von Ethereum um das Zehnfache zu steigern.
Auch die Regulierung könnte laut Kendrick Schwung bringen. Das Inkrafttreten des US CLARITY Act, das einen klareren Rahmen für Krypto schaffen würde, kann besonders Ethereum nutzen und die Entwicklung von DeFi beschleunigen.
Obwohl Standard Chartered die Prognose für den ETH-USD-Kurs von 2026 bis 2028 wegen der Marktschwäche gesenkt hat, sind die längerfristigen Aussichten bullischer: Die Bank sieht ETH bis Ende 2030 bei 40.000 USD.
„Trotz unserer positiveren Einschätzung für ETH im Vergleich zu BTC senken wir unsere ETH-USD-Prognose für 2026 bis 2028 wegen der Schwäche von BTC. Allerdings heben wir die ETH-USD-Prognose für Ende 2029 an und sehen den Kurs bis Ende 2030 bei 40.000 USD“, so Kendrick.
Insgesamt zeigen die Marktstrategie und Analyse der Bank einen klaren Kurs: Prime Brokerage wird zu einem wichtigen Bestandteil der Krypto-Infrastruktur, gerade wenn Institutionen sich stärker engagieren.
Standard Chartered zeigt dabei, wie stark die Ziele der Regulierungen und die Realität am Markt auseinandergehen. Denn während weltweit über neue Krypto-Regeln diskutiert wird, finden Banken längst Wege, sich am Markt zu beteiligen, ohne auf Änderungen zu warten.
Wenn es gelingt, könnte das Vorgehen von Standard Chartered unter Leitung von SC Ventures zum Vorbild werden, wie große Banken mit Krypto umgehen und wodurch institutionelle Nutzung neu organisiert wird.
Chart des Tages
Krypto-News kompakt
Hier findest du noch mehr US-Krypto-News, die du heute verfolgen kannst:
- Gold nähert sich 5.000 USD, Silber überschreitet die 80 USD — und der USD verliert an Einfluss auf die Märkte.
- Die Inflationszahlen aus den USA gehören zu vier wirtschaftlichen Ereignissen, die diese Woche die Stimmung beim Bitcoin-Kurs beeinflussen.
- Ethereum erholt sich — allerdings bildet sich vielleicht eine 20-Prozent-Falle unter einer wichtigen Marke.
- Peter Brandt zeigt, wie Monero (XMR) eine „God Candle“ wie Silber erzeugen könnte.
- Der Vorsitzende der Federal Reserve nennt Streit über Zinssätze als Hintergrund für die Untersuchung durch das Justizministerium.
- Wie realistisch ist Vitalik Buterins Ethereum-Ossifiability-Roadmap?
Krypto-Aktien: Überblick vor Börsenstart
| Unternehmen | Schlusskurs am 9. Januar | Vorbörsliche Übersicht |
| Strategy (MSTR) | 157,33 USD | 157,88 USD (+0,35 Prozent) |
| Coinbase (COIN) | 240,78 USD | 239,94 USD (–0,25 Prozent) |
| Galaxy Digital Holdings (GLXY) | 24,94 USD | 25,02 USD (+0,32 Prozent) |
| MARA Holdings (MARA) | 10,22 USD | 10,22 USD (0,00 Prozent) |
| Riot Platforms (RIOT) | 15,32 USD | 15,33 USD (+0,065 Prozent) |
| Core Scientific (CORZ) | 17,14 USD | 17,08 USD (–0,35 Prozent) |
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