Ethereum bewegt sich weiter in einem schwierigen Umfeld. Auf dem Tageschart mehren sich die Anzeichen, dass die jüngste Aufwärtsbewegung lediglich Teil einer größeren Korrektur gewesen sein könnte. Im Fokus steht dabei die sogenannte B-Welle, die möglicherweise bereits ihr Hoch gesehen hat. Entscheidend ist weniger die Frage, ob ein Short grundsätzlich sinnvoll ist, sondern ob die aktuelle Marktstruktur dafür überhaupt die nötigen Signale liefert. Genau daran hapert es derzeit.
Signalzonen von Ethereum, Quelle: Analyse von Mor Crypto Online auf https://www.youtube.com/watch?v=mM-aiXJDmdk
Aus Sicht der Elliott-Wellen-Theorie fehlt ein zentrales Element: ein klarer Fünf-Wellen-Impuls. Sowohl die Bewegungen nach oben als auch nach unten zeigen bislang überwiegend Drei-Wellen-Strukturen. Solche Muster gelten nicht als Trendbestätigung. Ein echter Trend, egal ob aufwärts oder abwärts, lässt sich erst mit einem sauberen Fünf-Wellen-Move identifizieren. Genau dieser fehlt weiterhin auf dem Ethereum-Chart.
Drei Wellen rauf, drei Wellen runter – ein Markt ohne Entscheidung
Der Rückgang von den Hochs verlief bislang korrektiv. Mehrere Abwärtsbewegungen zeigten jeweils nur drei Wellen. Das spricht gegen den Beginn eines neuen Abwärtstrends. Gleichzeitig blieben auch die Aufwärtsimpulse korrektiv. Seit dem Tief vom 21. November folgte zwar eine Erholung, diese lässt sich jedoch ebenfalls nur als dreiteilige Bewegung einordnen. Eine Trendwende sieht anders aus.
Hinzu kommt, dass wichtige Unterstützungen bisher nicht klar gebrochen wurden. Zwar gab es temporäre Unterschreitungen einzelner Levels, ein überzeugender Durchbruch mit Dynamik blieb aber aus. Gerade in B-Wellen kommt es häufig zu Übertreibungen, die Trader auf die falsche Seite locken. Genau deshalb bleibt Vorsicht angebracht, vor allem bei aggressiven Short-Positionen.
Die aktuelle Seitwärtsphase kann auch als Dreiecksstruktur interpretiert werden. Solche Formationen stehen für zunehmende Verengung der Preisspanne und hohe Unsicherheit. Der Markt sammelt Energie, ohne bereits preiszugeben, in welche Richtung die nächste größere Bewegung führt.
$ETH has lost its key support level here.
The next crucial support zone is $3,020-$3,050 which will most likely get retested.
If Ethereum holds this level, a reversal will start. pic.twitter.com/WLWAkhmENK
— Ted (@TedPillows) January 8, 2026
Größeres Bild spricht weiter für Druck von oben nach unten
Trotz der zähen Seitwärtsbewegung bleibt das übergeordnete Bild belastet. Vom Hoch im August aus betrachtet zeigt Ethereum weiterhin tiefere Hochs und tiefere Tiefs. Diese Struktur spricht für einen bestehenden Abwärtstrend höheren Grades. Solange die Erholungen lediglich in drei Wellen verlaufen, fehlt jede Bestätigung für eine nachhaltige Umkehr.
Ein weiteres Tief bleibt damit das wahrscheinlichste Szenario. Zielbereiche liegen im Bereich zwischen 2.626 und 2.258 US-Dollar. Diese Zone ergibt sich aus übergeordneten Projektionen der laufenden Korrektur. Gleichzeitig gilt: Nicht jede Korrektur muss zwangsläufig mit einem neuen Tief enden. Ohne ein klares Umkehrsignal bleibt diese Möglichkeit jedoch offen.
Um Entwarnung zu geben, bräuchte es entweder einen impulsiven Fünf-Wellen-Anstieg oder einen sauberen Ausbruch über markante Widerstände. Beides ist bislang nicht passiert.
Kleinere Zeiteinheiten bleiben ebenfalls unentschlossen
Auch auf dem Stunden- und 30-Minuten-Chart setzt sich das Bild fort. Der Anstieg bis in den Bereich um 3.300 US-Dollar verlief sauber in drei Wellen. Genau dort lag ein Widerstandscluster aus mehreren technischen Marken. Die anschließende Abweisung passt gut zum Bild einer abgeschlossenen B-Welle.
Der folgende Rücksetzer zeigte erneut keine impulsive Struktur. Auch hier dominieren drei Wellen. Technisch bleibt damit sogar Raum für einen weiteren Anstieg, solange kein klarer Fünf-Wellen-Abverkauf einsetzt. Gleichzeitig wurde erste Unterstützung unterschritten, was den Druck erhöht.
Ethereum Spot ETFs, Quelle: https://farside.co.uk/eth/
Besonders relevant ist nun der Bereich zwischen 3.148 und 3.253 US-Dollar. Kommt es dort zu einer erneuten Ablehnung, könnte sich erstmals ein klassisches Eins-Zwei-Setup auf der Unterseite entwickeln. In diesem Fall würde sich die Wahrscheinlichkeit für eine stärkere Abwärtsbewegung deutlich erhöhen.
Zusätzlich rückt die untere Begrenzung der Dreiecksstruktur in den Fokus. Diese verläuft aktuell nahe 2.920 US-Dollar. Ein Test dieses Bereichs bleibt gut vorstellbar, inklusive möglicher Gegenbewegung. Solange Ethereum jedoch zwischen diesen Zonen pendelt, bleibt der Markt gefangen in einer Range. Klarheit entsteht erst mit einem impulsiven Ausbruch.
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