Über die Blockchain-Technologie sagt Buterin später: “Das ist die erste Technologie, die
mich zurückliebt.” Mit 18 Jahren gründet er das “Bitcoin Magazine”, wird bald zum
Wortführer im Space. Auf seinem ersten Bitcoin-Meetup in San José trifft er die “Leute, die ich mein ganzes Leben lang gesucht habe”. Mit fünf davon startet er in der Schweiz ein revolutionäres Projekt: Ethereum, eine Referenz auf den Äther (Englisch: Ether), “das unsichtbare Medium, dass das Universum durchdringt und dem Licht erlaubt zu reisen”.
Ein Milliardär mit Faible für Fantasiewesen
Heute folgen Vitalik Buterin Millionen von Menschen im Internet. Die “Times” kürte ihn zu einem der einhundert einflussreichsten Menschen der Welt. Selbst Footballstar Tom Brady bekennt sich auf Twitter als Fan. Die Antwort des Programmiergotts: “Ich musste erst googeln, wer das ist. Ich dachte, der Typ aus ,Mission Impossible‘.”
Seine Liebe für Fantasiewesen trägt er auch als Erwachsener weiterhin mit sich herum. Wortwörtlich: Seine T-Shirts und Uhren zieren Einhörner, Kätzchen und Regenbogen. Auf der letzten $ETH-Denver, einer Konferenz für Ethereum-Fans, verkleidet sich
der Multimillionär als Yeti, auch um den neugierigen Augen der Besucher zu entgehen. Auf einem seiner Shirts stand einmal: “Du hast mein T-Shirt gelesen. Das reicht an sozialer Interaktion für heute.”
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— ETHDenver 🏔🦬🦄 (@EthereumDenver) September 4, 2022
Vitalik Buterin auf der $ETH-DENVER, 2022.
Schon als Kind zieht er sich lieber zurück. “Sein Geist raste immer. Es war schwer für ihn, mit anderen zu kommunizieren”, sagte sein Vater. “Er sprach kaum ein Wort, bis er zehn Jahre alt war.” Noch heute hadert Vitalik Buterin mit seiner öffentlichen Rolle als Aushängeschild von Ethereum, dem oft gezeichneten Bild des Blockchain-Messias.
“Die Gemeinschaft kann auf Dauer nicht überleben, wenn sie komplett von mir abhängig ist”, sagt er. Er will andere Stimmen fördern, sich zurückziehen. Als Gewissen der Branche warnt er immer wieder vor den Folgen von ungezügeltem Spekulantentum und Profitgier.
“Wenn wir unsere Stimmen nicht erheben, besteht die Gefahr, dass nur die Dinge gebaut werden, die profitabel sind”, so Buterin erst neulich. “Und das sind nicht unbedingt die Sachen, die am besten für die Welt sind.”