BlackRock, der weltgrößte Asset Manager, hat seinen tokenisierten Geldmarktfonds BUIDL auf die Solana-Blockchain ausgeweitet. Der Schritt, den das Technologie-Backend Securitize am 25. März 2025 offiziell bestätigte, macht Solana zur siebten Blockchain, auf der der Fonds aktiv ist – und ist weit mehr als eine technische Erweiterung. Hinter dem Move steckt eine klare Produktstrategie: BlackRock baut On-Chain-Cash-Management als eigenständige Assetklasse auf.
Die Ankündigung: BUIDL auf sieben Blockchains, 1,7 Milliarden Dollar AUM
Der BlackRock USD Institutional Digital Liquidity Fund, kurz BUIDL, wurde vor rund einem Jahr auf Ethereum gelauncht und hält heute 1,7 Milliarden US-Dollar in Cash und US-Staatsanleihen. Laut Securitize soll der Gesamtbetrag bis Anfang April die 2-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten.
Der Fonds ist damit auf Ethereum, Polygon, Aptos, Arbitrum, Optimism und nun Solana aktiv. Die Kernidee dahinter ist präzise: BUIDL bietet Krypto-affinen Händlern Zugang zu einem renditegenerierenden, US-Treasury-gedeckten Produkt, das sich wie Cash verhält – aber 24/7 on-chain handelbar ist, ohne Bankzeiten oder Settlement-Verzögerungen.
- AUM aktuell: 1,7 Milliarden US-Dollar in Cash und US-Staatsanleihen
- Ziel bis April: Über 2 Milliarden US-Dollar laut Securitize
- Aktive Blockchains: Sieben, darunter Ethereum, Polygon, Aptos, Arbitrum, Optimism und Solana
- Backend: Securitize als Transfer Agent und technischer Betreiber
Strategische Logik: Warum Solana, warum jetzt?
Solana wurde in die Multichain-Strategie aufgenommen, weil die Chain schneller und günstiger ist als Ethereum und sich bereits als Favorit unter Entwicklern und Händlern etabliert hat, die Ethereum-Gasgebühren vermeiden wollen. Für hochfrequente Settlement-Operationen sind diese Kostenvorteile besonders relevant.
Michael Sonnenshein, COO von Securitize, erläuterte gegenüber Fortune, das Ziel sei es, traditionelle Geldmarktfonds grundlegend weiterzuentwickeln und dabei Ineffizienzen des klassischen Systems – begrenzte Handelszeiten, langsame Settlement-Prozesse – zu überspringen. Der Kernkonflikt ist bekannt: Stablecoins wie USDT oder USDC bieten Preisstabilität, aber keine Rendite. BUIDL schließt genau diese Lücke.
Für BlackRock ist Tokenisierung längst kein Experiment mehr. CEO Larry Fink formulierte die Strategie bereits klar gegenüber CNBC: ETFs seien der erste Schritt in der technologischen Revolution der Finanzmärkte, die Tokenisierung aller Finanzanlagen der zweite.
Marktimplikationen: RWA-Sektor überschreitet 5-Milliarden-Marke
Der tokenisierte Treasury-Markt ist einer der am schnellsten wachsenden Sektoren im Krypto-Ökosystem. Laut Daten von rwa.xyz hat der Gesamtmarkt für tokenisierte US-Staatsanleihen die 5-Milliarden-Dollar-Grenze überschritten – ein Wachstum von fast dem Sechsfachen innerhalb eines Jahres. BUIDL gehört mit 1,7 Milliarden US-Dollar AUM zu den größten Produkten in diesem Segment.
BlackRock ist nicht allein. Franklin Templeton betreibt einen vergleichbaren tokenisierten Fonds. Figure Markets hat kürzlich YLDS, einen verzinslichen Stablecoin, nach Erhalt einer SEC-Genehmigung eingeführt. Lily Liu, Leiterin der Solana Foundation, brachte es auf den Punkt: On-Chain-Finanzierung ermöglicht es, mit Vermögenswerten auf der Blockchain mehr anzufangen als auf einem klassischen Brokerkonto.
Für den RWA-Sektor ist BlackRocks Engagement ein Legitimitätssignal. Institutionelle Allocatoren, die bisher abwarteten, erhalten nun ein Produkt mit dem Markenzeichen des weltgrößten Asset Managers – kombiniert mit der Geschwindigkeit und Kosteneffizienz von Solana. Wie eng BlackRock inzwischen mit verschiedenen Blockchain-Projekten verflochten ist, zeigt die Breite dieser Multichain-Expansion.
Risiken und offene Fragen
Trotz der klaren strategischen Richtung bleiben strukturelle Einschränkungen bestehen. Laut CoinDesk hielten zum Zeitpunkt der Solana-Expansion lediglich 62 Wallets BUIDL on-chain. Das Produkt richtet sich primär an institutionelle Investoren – der Zugang für breitere Anlegerkreise bleibt damit begrenzt.
Die Multichain-Strategie birgt zudem operationelle Komplexität: Der Fonds ist auf sieben Netzwerke verteilt, was koordinierten Betrieb und technisches Management über mehrere Chains hinweg erfordert. Und die Frage, ob Solana als Settlement-Layer für institutionelle Produkte langfristig stabil und regulatorisch akzeptiert bleibt, ist noch nicht abschließend beantwortet.
- Geringe Wallet-Zahl: Zum Zeitpunkt der Expansion hielten lediglich 62 Wallets BUIDL on-chain
- Institutioneller Fokus: Das Produkt richtet sich primär an institutionelle Investoren
- Operationelle Komplexität: Sieben Chains erfordern koordinierten Betrieb über mehrere Netzwerke hinweg
Ausblick: Was der Markt jetzt beobachtet
Die entscheidende Frage ist nicht, ob BlackRock weiter in Tokenisierung investiert – das ist gesetzt. Die Frage ist, wie schnell das institutionelle Wallet-Universum über die aktuellen 62 Adressen hinaus wächst und ob Solana durch den BUIDL-Launch weitere RWA-Emittenten auf die Chain zieht.
Der Move bestätigt den strukturellen Trend, dass On-Chain-Cash-Management als Assetklasse reift – und dass Solana dabei zunehmend als ernstzunehmende institutionelle Infrastruktur positioniert wird.
coin-update.de