Jack Dorsey hat mit Buzz eine neue, kostenlose Kollaborationsplattform angekündigt, auf der Menschen und KI-Agenten gemeinsam arbeiten können. Die von seinem Unternehmen Block veröffentlichte App positioniert sich als moderne Alternative zu Slack und Github und richtet sich gezielt an Startups und Teams, die ihre Arbeitsabläufe stärker auf agentische Systeme ausrichten möchten. „Jedes Unternehmen wird einen Ort brauchen, an dem Menschen und Agenten zusammenarbeiten“, kommentiert Bradley Axen, KI-Leiter bei Block, in einer Pressemitteilung.
Einfachere Zusammenarbeit mit KI-Agenten
Vor allem Führungskräfte sehen großes Potenzial im Einsatz von KI-Agenten. Ziel ist es, ihnen Aufgaben zu übertragen, die sie eigenständig über mehrere Schritte hinweg planen und abschließen können. Das soll Zeit und Kosten sparen. Bislang ist es allerdings noch schwierig, agentische Systeme plattformübergreifend in die Kommunikation einzubinden. Genau diese Lücke will Buzz schließen: Auf der Website wird Buzz als zentrale Plattform beschrieben, auf der „Menschen und Agenten zusammenarbeiten” können.
Wie Techcrunch berichtet, führt die App unterschiedliche Abläufe in einem gemeinsamen Arbeitsbereich zusammen. Die Oberfläche ähnelt Slack, verfügt aber über native KI-Agenten und ermöglicht die direkte Verwaltung von Github-Projekten aus demselben Fenster heraus. Laut Techradar erhalten die Agenten eigene Profile, kryptografische Identitäten, Kanalmitgliedschaften und Berechtigungen. So können sie beispielsweise Code überprüfen, Kanäle erstellen und andere Agenten koordinieren.
In einem Post auf X schrieb Dorsey, Buzz sei modellunabhängig, dezentralisiert und Open Source und sei entwickelt worden, um die Abhängigkeit von Slack und Github zu verringern. Da der Quellcode offen zugänglich ist, können Entwickler:innen ihre eigene Buzz-Instanz anpassen und neue Funktionen selbst entwickeln. Buzz soll zudem offen für Verbindungen zu jedem Modell sein, darunter Claude Code, OpenAI Codex und das eigene Open-Source-Framework von Block.
Buzz befindet sich derzeit noch im Frühstadium
Die Desktop-App ist ab sofort kostenlos für macOS, Windows und Linux erhältlich, der Quellcode wurde auf Github veröffentlicht. Buzz weist allerdings selbst darauf hin, dass sich die Plattform noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet – auch hinsichtlich des Datenschutzes. Nachrichten und Dateien, die über von Block gehostete Servern versendet werden, seien nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. KI-Anbieter wie Anthropic oder OpenAI könnten daher Eingabeaufforderungen und Inhalte einsehen. Organisationen mit höheren Sicherheitsanforderungen haben aber die Möglichkeit, die App selbst zu hosten.
Buzz ist nicht das einzige Produkt, das auf agentische Kommunikation setzt. Auch Slack selbst versteht sich als agentisches Betriebssystem, über das KI-Agenten zusammenarbeiten können. Dorseys App geht laut Techradar aber noch einen Schritt weiter, indem sie Team-Chat, Projektkontext, Agenten-Orchestrierung und Code-Hosting vereint.
Auch Georgios Konstantopoulos, Partner und CTO bei Paradigm, schrieb in einem Post auf X: „Es gibt viel Raum für Verbesserungen bei Agenten, die in Slack integriert sind und mehr leisten können als nur das Programmieren für Teams.“ Er hat deshalb kürzlich ein ähnliches Open-Source-Produkt namens Centaur vorgestellt. Konstantopoulos beschreibt es als „virtuellen Mitarbeiter”, der entweder in Slack oder über eine API läuft.