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Ist Blockchain die Zukunft der Musikindustrie? Ein tiefer Einblick in das Allfeat-Projekt

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Die Musikindustrie steht vor einem massiven Umbruch. Während Streaming-Dienste die Art und Weise, wie wir Musik konsumieren, revolutioniert haben, bleibt das System dahinter – die Verwaltung von Rechten und Lizenzgebühren – oft im Gestern stecken. In einem aktuellen Webinar von CryptoMondays Zürich erklärt JC Barrett, Mitbegründer der Allfeat Foundation, wie Blockchain-Technologie die Branche fairer und transparenter machen soll.

Das Problem: 2,5 Milliarden Dollar „verschwinden“ jährlich

Eines der schockierendsten Statistiken, die JC Barrett im Video nennt: Jedes Jahr bleiben rund 2,5 Milliarden US-Dollar an Tantiemen unbezahlt [05:20]. Dieses Geld ist nicht gestohlen, sondern kann schlichtweg nicht den richtigen Künstlern zugeordnet werden.

Das Problem liegt in den fragmentierten Daten:

  • Ein Künstler benötigt oft bis zu sechs verschiedene Identifikatoren (wie ISRC für die Aufnahme und ISWC für die Komposition), um korrekt bezahlt zu werden [05:56].

  • Diese Codes liegen in isolierten Silos, die nicht miteinander kommunizieren.

  • Wenn die Verbindung zwischen der Aufnahme (80% der Tantiemen) und der Komposition (20%) fehlt, landet das Geld in der sogenannten „Black Box“ [09:58]. Nach einigen Jahren wird dieses Geld oft an die großen Player der Branche umverteilt, während kleine Indie-Künstler leer ausgehen [12:00].

Die Lösung: Allfeat – Eine „Wikipedia für Musikdaten“

Hier setzt Allfeat an. Allfeat ist eine spezialisierte Layer-1-Blockchain, die als universelle Zertifizierungsschicht für Musikdaten fungiert [02:38].

Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  1. Unveränderlicher Katalog (MIDS): Ein dezentrales Datenstruktur-System, das alle Identifikatoren eines Werks dauerhaft und kryptografisch miteinander verknüpft [14:34].

  2. Zeitstempel-Service: Künstler können ihre Ideen und Werke für minimale Gebühren (ca. 10 Cent) auf der Blockchain registrieren und so ihren Urheberanspruch nachweisen [15:56].

  3. Open Source & Gemeinnützig: Allfeat wird von einer Schweizer Non-Profit-Stiftung in Zug verwaltet. Ziel ist eine transparente Infrastruktur, die von niemandem – weder Major-Labels noch Regierungen – manipuliert werden kann [15:08].

Blockchain als Schutzschild gegen KI

Ein weiteres brennendes Thema im Webinar war die Rolle der Künstlichen Intelligenz. JC Barrett betont, dass Blockchain entscheidend sein wird, um festzulegen, ob ein Song für das Training von KI-Modellen genutzt werden darf oder nicht. Über sogenannte „On-chain Rights Flags“ können Rechteinhaber direkt bei der Registrierung festlegen, ob ihre Werke „Opt-in“ oder „Opt-out“ für KI-Plattformen sind [28:32].

Fazit: Warum jetzt?

Laut Barrett wird die Frage in naher Zukunft (etwa bis 2027) nicht mehr sein, was erschaffen wurde, sondern von wem – und wer das beweisen kann [33:18]. In einer Welt, in der alles tokenisiert wird, bietet die Blockchain die notwendige Vertrauensbasis.

Allfeat arbeitet bereits mit Distributoren und Labels weltweit zusammen, um diese Technologie in den Hintergrund der Musikindustrie zu integrieren, ohne dass Nutzer zwingend Krypto-Experten sein müssen [20:02].

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