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Bitcoin-Bullen wollen 30.000 US-Dollar zu Unterstützung machen: Optionshändler allerdings nicht überzeugt

Bitcoin

de.cointelegraph.com 17 Mai 2022 08:20, UTC
  
Lesezeit: ~3 Min.

Bitcoin (BTC) hat sich am 12. Mai um 19 Prozent vom Tiefststand von 25.400 US-Dollar erholt, aber haben die Anleger wieder Vertrauen in den Markt? Betrachtet man den steigenden Kanal, sieht es so aus, als ob die Bullen zumindest die Marke von 30.000 US-Dollar kurzfristig zurückerobern wollen.

Bitcoin/USD 4-Stunden-Chart auf Bitstamp. Quelle: TradingView

Was sagen die Derivatdaten? Kann Bitcoin 30.000 US-Dollar zurückerobern oder geht es möglicherweise noch weiter nach unten, nachdem er am 16. Mai nicht über 31.000 US-Dollar ausbrechen konnte?

Bitcoin-Kurs schwankt wegen regulatorischen Bedenken und Situation um Terra

Der Bitcoin-Kurs ist zusätzlich unter Druck, weil Luna Foundation Guard (LFG) 99,6 Prozent seiner BTC-Reserve verkauft hat. Das waren 80.081 BTC.

Am 16. Mai veröffentlichte LFG Details zu seiner verbleibenden Krypto-Reserve. Einerseits besteht bei diesem Projekt nun kein Ausverkaufsrisiko mehr, andererseits stellen Investoren die Stabilität anderer Stablecoins und deren dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) in Frage.

Der FTX-CEO Sam Bankman-Fried kommentierte kürzlich die Umwelt- und Skalierbarkeitsprobleme beim Proof-of-Work (PoW)-Mining. Das hat die negative Stimmung weiter angeheizt. Laut Bankman-Fried eignet sich der Proof-of-Stake-Konsens (PoS) besser dafür, um Millionen von Transaktionen zu bewältigen.

Am 14. Mai berichtete eine britische Zeitung darüber, dass das Finanzministerium Stablecoins in Großbritannien regulieren wolle. Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, in dem Plan sei nicht vorgesehen, algorithmische Stablecoins zu legalisieren. Im Fokus liegen hier Stablecoins, die eine 1:1-Kopplung aufweisen und vollständig besichert sind.

Diese Nachricht könnte sich auf die Marktstimmung und den BTC-Kurs ausgewirkt haben, daher werfen wir einen Blick auf die Positionierung der größeren Händler an den Futures- und Optionsmärkten.

Bitcoin-Futures-Prämie widerstandsfähig

Die Basisrate misst die Differenz zwischen längerfristigen Futures-Kontrakten und den aktuellen Spotkursen. Die annualisierte Prämie für Bitcoin-Futures sollte zwischen 5 Prozent und 10 Prozent liegen. Das ist eine Entschädigung für Trader, dass sie das Geld zwei bis drei Monate lang bis zum Ablauf des Kontrakts "einschließen". Niveaus von unter 5 Prozent gelten als bärisch, während Niveaus über 10 Prozent auf eine übermäßige Nachfrage seitens der Longs (Käufer) hindeuten.

Bitcoin 3-Monats-Futures, annualisierte Prämie. Quelle: Laevitas

Im obigen Chart sieht man, dass die Basisrate von Bitcoin am 6. April unter die neutrale Schwelle von 5 Prozent gefallen ist. Aber nach dem Ausverkauf auf 25.400 US-Dollar am 12. Mai ist dennoch keine Panik ausgebrochen. Das bedeutet, dass dieser Indikator leicht positiv ist.

Auch wenn die Basisrate auf eine bärische Stimmung hindeutet, muss man bedenken, dass Bitcoin seit Jahresbeginn um 36 Prozent gefallen ist und 56 Prozent unter seinem Allzeithochs von 69.000 US-Dollar liegt.

In diesem Zusammenhang: Gefahr durch Stablecoins: Risiko könnte auf Aktien und Anleihen überschwappen

Optionshändler überfordert

Der 25-Prozent-Delta-Skew bei den Optionen ist sehr nützlich, da er zeigt, wann Bitcoin-Arbitrage-Desks und Market Maker für einen Aufwärts- oder Abwärtsschutz zu viel verlangen.

Wenn Trader einen Einbruch des Bitcoin-Kurses befürchten, steigt der Skew auf über 10 Prozent. Erwarten sie einen Kursanstieg, fällt der Skew auf -10 Prozent.

Bitcoin 30-Tage-Optionen, 25-Prozent-Delta-Skew: Quelle: Laevitas

Der Skew stieg am 6. April auf über 10 Prozent und erreichte damit den Bereich "Angst", weil die Optionshändler zu viel für die Absicherung nach unten verlangten. Das aktuelle Niveau von 19 Prozent ist weiter negativ und kürzlich wurden 25,5 Prozent und damit der schlechteste Wert erreicht, in dieser Indikator jemals verzeichnet hat.

Die Futures-Prämie von Bitcoin hielt sich zwar stabil, doch der Indikator deutet auf ein mangelndes Interesse seitens der Käufer mit Hebelwirkung (Longs) hin. Kurz gesagt, die BTC-Optionsmärkte sind immer noch angespannt und deuten darauf hin, dass professionelle Händler nicht davon überzeugt sind, dass sich der derzeitige steigende Kanal halten wird.

Die Ansichten und Meinungen, die hier aufgeführt werden, sind ausschließlich die des Autoren und spiegeln nicht zwangsläufig auch die Ansichten von Cointelegraph wider. Jeder Investment - und Handelsschritt birgt ein Risiko. Recherchieren Sie gut, bevor eine Entscheidung treffen.


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