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Strategy droht Ausschluss aus MSCI-Indizes: Analyst befürchtet Kursrückgang um 10 Prozent

source-logo  newsbit.de 16 Oktober 2026 07:06, UTC
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Strategy, der weltweit größte Bitcoin-Halter unter den Unternehmen, droht erneut der Ausschluss aus den globalen Aktienindizes von MSCI. Der Indexanbieter hat gestern Abend neue Regeln verabschiedet, die Unternehmen ohne nennenswertes operatives Geschäft ausschließen.

Anfang des Jahres konnte Strategy einen solchen Ausschluss noch abwenden. Diesmal ist der Spielraum deutlich kleiner: MSCI betrachtet nicht mehr die Kryptobestände, sondern das Unternehmen als Ganzes.

Strategy scheitert an neuen MSCI-Kriterien

MSCI schließt künftig Unternehmen aus seinen Global Investable Market Indexes aus, deren Vermögen überwiegend aus passiven Anlagen besteht. Diese globalen Aktienindizes werden von Indexfonds eins zu eins nachgebildet.

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Zunächst wird geprüft, ob mindestens die Hälfte des Vermögens aus betriebsnotwendigen Vermögenswerten besteht. Ist das nicht der Fall, folgen fünf finanzielle Prüfungen, unter anderem zum operativen Cashflow.

Wer vier der fünf Prüfungen nicht besteht, wird ausgeschlossen. Für Unternehmen, die bereits in den Indizes vertreten sind, gilt allerdings eine Schonfrist: Sie müssen auf Grundlage von zwei aufeinanderfolgenden Jahresberichten durchfallen, bevor MSCI sie entfernt.

In einer Proberechnung auf Basis von Zahlen aus dem Mai führte MSCI Strategy bereits unter den Unternehmen auf, die ausgeschlossen werden sollen. Auch Metaplanet stand auf der Liste. Das Unternehmen wird häufig als „asiatische Strategy“ bezeichnet.

Das auf Ethereum ausgerichtete Unternehmen SharpLink landete lediglich auf einer Beobachtungsliste, weil es die Prüfung bislang nur einmal nicht bestanden hat. Strategy mit seinen mehr als 848.000 Bitcoin dürfte die Schonfrist dagegen nicht vor einem Ausschluss bewahren.

Strategy kaufte Ende 2020 als erstes börsennotiertes Unternehmen Bitcoin und hält seither den größten Bestand. Inzwischen verfolgen 199 weitere Unternehmen diesen Ansatz. Das Unternehmen von Michael Saylor besitzt mehr als 848.000 Coins im aktuellen Wert von knapp 70 Milliarden Dollar.

Die endgültige Liste wird am 11. November veröffentlicht. Die Änderung tritt nach Börsenschluss am 30. November in Kraft.

Die MSTR-Aktie legte gestern noch um 5,62 Prozent auf 151,29 Dollar zu, verlor im nachbörslichen Handel allerdings mehr als zwei Prozent. Der Bitcoin-Kurs gab nach der Nachricht um 0,5 Prozent nach, erholte sich aber rasch wieder.

Welche Folgen hätte ein Ausschluss für Strategy?

Indexfonds, die MSCI-Indizes nachbilden, müssten dann ihre MSTR-Aktien verkaufen. Nach Angaben des Unternehmens wären davon rund 13 Millionen Aktien betroffen, etwa 3,1 Prozent aller Aktien. Ihr aktueller Wert liegt bei knapp zwei Milliarden Dollar.

Nach Einschätzung von Timothy Peterson, Gründer von Cane Island Alternative Advisors, könnte der Kurs dadurch um zehn Prozent fallen. Entscheidend seien dabei mechanische Verkäufe, nicht die Marktstimmung.

Zwangsverkäufe erhöhten das Angebot und drückten den Kurs so lange, bis sich genügend Käufer fänden, erläutert Peterson.

Strategy müsste deshalb keine Bitcoin verkaufen. Die Aktie bliebe zudem an der Nasdaq notiert. Darüber hinaus entsprechen 13 Millionen Aktien nur etwas mehr als der Hälfte des durchschnittlichen Handelsvolumens eines Tages.

Das größere Risiko liegt jedoch an anderer Stelle. Sollten weitere Indexanbieter dem Beispiel von MSCI folgen, könnten zusätzliche 8,8 Milliarden Dollar abfließen, warnen JPMorgan-Analysten um Nikolaos Panigirtzoglou.

Strategy finanziert seine Bitcoin-Käufe durch die Ausgabe neuer Aktien. Das funktioniert nur, solange Anleger bereit sind, diese zu kaufen.

Allerdings nimmt Strategy seit dem Sommer vergangenen Jahres den Großteil seiner Mittel über STRC auf, eine Vorzugsaktie mit monatlicher Verzinsung. Dieses Wertpapier ist nicht in den MSCI-Indizes enthalten.

Neuer Anlauf nach gescheiterter Kryptoregel

Ende 2025 wollte MSCI Unternehmen ausschließen, bei denen digitale Coins mindestens die Hälfte des Vermögens ausmachen. Am 6. Januar nahm der Indexanbieter davon jedoch in letzter Minute Abstand.

Seitdem berücksichtigt MSCI allerdings keine neu ausgegebenen Aktien dieser Unternehmen mehr. Zudem leitete der Indexanbieter eine umfassendere Untersuchung zu Unternehmen ohne nennenswertes operatives Geschäft ein.

Gemeint sind Unternehmen, die ähnlich wie ein Investmentfonds vor allem Vermögenswerte halten, aber kaum ein eigenes operatives Geschäft betreiben. Während MSCI zunächst nur die Kryptobestände betrachtete, prüft der Anbieter nun die gesamte Bilanz.

Der geschäftsführende Verwaltungsratsvorsitzende Michael Saylor und Konzernchef Phong Le bezeichneten die Pläne Anfang des Jahres als diskriminierend. In einem Schreiben vom September verschärfte das Unternehmen seine Kritik.

Eine Umsetzung des Vorschlags hätte keine nennenswerten Auswirkungen auf das operative Geschäft von Strategy, hieß es darin. Sie würde jedoch dem Ruf von MSCI als verlässlichem und neutralem Indexanbieter erheblich schaden.

newsbit.de