Das geht aus Daten von Arkham hervor. Das Unternehmen ordnet Blockchain-Adressen ihren Eigentümern zu. Die Bitcoin stammen aus dem Bitfinex-Hack von 2016 und aus dem Betrugsverfahren gegen Sergei Potapenko und Ivan Turogin, die Betreiber von HashFlare.
Eine zweite Wallet transferierte rund 40.285 $BNB, den Coin der Kryptobörse Binance, über mehrere Zwischenadressen an eine nicht zugeordnete Adresse. Der Bestand im Wert von etwa 31,6 Millionen Dollar stammt aus Beschlagnahmungen bei Alameda Research, dem Handelshaus des FTX-Gründers Sam Bankman-Fried.
Die Bestände der US-Regierung verringern sich dadurch kaum. Ihre Wallets enthalten weiterhin Kryptowährungen im Wert von rund 27,5 Milliarden Dollar, davon 27,23 Milliarden Dollar in Bitcoin.
Sämtliche Coins wurden im Rahmen von Strafverfahren beschlagnahmt. Die transferierten Bitcoin machen davon weniger als 0,3 Prozent aus.
Vom Verkäufer zum Verwahrer
Kurz nach dem Transfer fiel der Bitcoin-Kurs um fast 2 Prozent – innerhalb von knapp zwanzig Minuten. Dahinter steckte eine Kettenreaktion.
Die Positionen von Anlegern, die mit geliehenem Geld auf steigende Kurse gesetzt hatten, wurden zwangsliquidiert. Dabei wurden Positionen im Wert von mehr als 400 Millionen Dollar aufgelöst. Jeder erzwungene Verkauf drückte den Kurs weiter nach unten.
Der Transfer könnte ein Auslöser gewesen sein. Zugleich belasten steigende Ölpreise und Anleiherenditen den Bitcoin-Kurs.
Dass eine solche Überweisung für Nervosität sorgt, ist nachvollziehbar. Vor Trumps zweiter Amtszeit verkaufte die US-Regierung regelmäßig größere Mengen Bitcoin am Markt.
Im März 2023 wurden beispielsweise 9.861 $BTC aus dem Silk-Road-Verfahren für rund 215 Millionen Dollar verkauft. Jede Bewegung in einer Regierungswallet galt deshalb als mögliches Signal für eine neue Verkaufswelle.
Seit März 2025 ist die Lage anders. Damals unterzeichnete Trump ein Dekret zur Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve. Dieser staatliche Bestand soll gehalten und nicht verkauft werden.
Coinbase Prime dient dabei vor allem als Verwahrstelle. Die Börse verwahrt bereits seit Längerem Kryptowährungen für den US Marshals Service, der beschlagnahmte Vermögenswerte verwaltet.
Für $BNB gilt dieses Verkaufsverbot nicht. Andere beschlagnahmte Coins gehören zu einem separaten Bestand, bei dessen Verwaltung der Finanzminister mehr Spielraum hat.
Bitcoin-Käufe bislang nur angekündigt
Als Trump im Wahlkampf über eine Bitcoin-Reserve sprach, weckte vor allem die Aussicht auf staatliche Bitcoin-Käufe Begeisterung. Bislang hat die Regierung jedoch keine Bitcoin gekauft.
Das Dekret erlaubt Käufe, sofern sie haushaltsneutral sind. Sie dürfen den Steuerzahler also nicht belasten und müssen aus anderen staatlichen Vermögenswerten finanziert werden.
Im August flammte die Debatte erneut auf. Bei einem Kryptogipfel im Weißen Haus wurde Trump nach Bitcoin-Käufen gefragt. Er erklärte, darüber sei gesprochen worden, überließ die Entscheidung aber seinen Beratern.
Auch im Kongress liegt ein Vorschlag vor. Der Republikaner Nick Begich und der Demokrat Jared Golden, beide Mitglieder des Repräsentantenhauses, wollen die Reserve gesetzlich verankern und Verkäufe für 20 Jahre verbieten. Ein festes Kaufziel sieht der Entwurf nicht vor.
Solange der Vorschlag nicht verabschiedet ist, beruht die Reserve allein auf einem Dekret. Ein künftiger Präsident könnte es mit seiner Unterschrift wieder aufheben.