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Strategy macht 21 Milliarden US-Dollar Bitcoin-Gewinn – wie steht es um die Aufnahme in den S&P 500?

source-logo  blocktrainer.de 06 Oktober 2026 13:30, UTC
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Strategy und der S&P 500

Seit dem Geschäftsjahr 2025 weist Strategy die Bitcoin auf der Bilanz zum fairen Wert aus. Diese Bilanzierungspraktik, die früher nicht möglich war, führt dazu, dass die Entwicklung von $BTC die Quartalsergebnisse maßgeblich bestimmt.

Eine Hoffnung, die vor allem im Jahr 2025 bestand, war, dass Strategy deshalb in den S&P 500 aufgenommen werden könnte, was große Kapitalzuflüsse in die MSTR-Aktie bedeutet hätte.

Die Voraussetzungen für eine Inklusion in den wichtigen Aktienindex, der grundsätzlich die größten 500 US-amerikanischen Aktiengesellschaften abbilden soll, sind nämlich:

  • Unternehmenssitz in den USA
  • Notierung an einer US-Börse
  • ausreichend hoher frei handelbarer Börsenwert
  • genügend Liquidität der Aktie
  • Nettogewinn im letzten Quartal
  • Nettogewinn in Summe über die letzten vier Quartale

Strategy erfüllte eine längere Zeit alle Voraussetzungen bis auf die Profitabilität, bis sich der größte börsennotierte $BTC-Halter im Sommer 2025 erstmals formal für die Inklusion qualifizierte.

Denn nach dem zweiten Quartal 2025, in dem ein unrealisierter Investitionsgewinn in Höhe von 12,7 Milliarden US-Dollar verzeichnet wurde, war Strategy im aktuellsten Quartal profitabel sowie über die vorherigen vier Quartale hinweg, was eine Anforderung ist.

Dennoch gab es weder zum darauffolgenden Rebalancing im September noch zu dem nach dem dritten Quartal 2025, in dem ebenfalls ein Gewinn erwirtschaftet wurde, die Aufnahme in den wichtigen Aktienindex.

Grundsätzlich kommt so etwas häufiger vor. Beispielsweise wurde auch Tesla nicht direkt nach der Qualifizierung im Sommer 2020 aufgenommen. Dafür dann aber im Dezember 2020.

Mögliche Aufnahme nach Milliardengewinn in Q3?

Am gestrigen Montag gab Strategy bekannt, im dritten Quartal dieses Jahres einen unrealisierten Bitcoin-Gewinn in Höhe von 20,91 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet zu haben.

Strategy hielt zu Beginn des Quartals 846.000 $BTC und beendete es nach mehreren Verkäufen sowie Rückkäufen bei 847.666 $BTC und damit bei einem neuen Höchststand. In der vergangenen Woche kaufte Strategy nach dem Quartalswechsel weitere 334 $BTC für 28,7 Millionen US-Dollar hinzu.

Grund für den Milliardengewinn ist der Bitcoin-Kurs, der zwischen Juli und September um mehr als 40 % zulegen konnte und damit das beste Quartal seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2024 verzeichnete.

Stellt man diesen Investitionsgewinn den jüngsten Quartalsergebnissen der Unternehmen im S&P 500 gegenüber, so zeigt sich, dass Strategy hier den siebten Platz einnehmen würde.

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Unser Gewinn aus digitalen Vermögenswerten im dritten Quartal würde unter den jüngsten Quartalsbetriebsergebnissen der S&P-500-Unternehmen den siebten Platz einnehmen.
Strategy auf 𝕏

Our Q3 digital asset gain would rank #7 among the latest quarterly operating income of S&P 500 companies. $BTC https://t.co/Mz7lR2WBSw

— Strategy (@Strategy) October 5, 2026

Da das Quartalsergebnis von Strategy nahezu ausschließlich von der $BTC-Entwicklung bestimmt ist, sorgt die Offenlegung aber für keine Überraschung. Theoretisch lässt sich das nämlich in Echtzeit selbst ausrechnen.

Mit der jetzt wieder zurückerlangten Profitabilität nach den allgemein akzeptierten Bilanzierungsrichtlinien stellt sich aber die Frage, ob möglicherweise jetzt die Aufnahme in den S&P 500 gelingen könnte.

Da dafür ein Nettogewinn über die letzten vier Quartale hinweg nötig ist, müssen diese auch berücksichtigt werden. Die Bitcoin-Gewinne beziehungsweise -Verluste sahen wie folgt aus:

  • Q4 2025: 17,44 Milliarden US-Dollar Verlust
  • Q1 2026: 14,46 Milliarden US-Dollar Verlust
  • Q2 2026: 8,31 Milliarden US-Dollar Verlust
  • Q3 2026: 20,91 Milliarden US-Dollar Gewinn

Auch wenn hierbei für das richtige Quartalsergebnis noch die kaum ins Gewicht fallenden Erträge des Softwaregeschäfts, die realisierten Verluste durch die $BTC-Verkäufe in Q2 und Q3 2026 sowie Steuereffekte zu berücksichtigen sind, würde sich Strategy aktuell nicht für die Aufnahme in den S&P 500 qualifizieren.

Das könnte sich aber schnell ändern, sofern im jetzt angebrochenen Quartal ein Gewinn von wenigen Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden sollte beziehungsweise Bitcoin moderat weitersteigt.

Von dem Q3-Gewinn in Höhe von 20,91 Milliarden US-Dollar dürften nach Berücksichtigung des bislang kommunizierten Steueraufwands von 1,88 Milliarden US-Dollar grob rund 19 Milliarden US-Dollar Gewinn übrig bleiben. In diesem Fall würde Strategy im vierten Quartal bereits ein Nettogewinn von knapp 2 Milliarden US-Dollar reichen, um über die vergangenen vier Quartale hinweg wieder profitabel zu sein.

Wieso die S&P-500-Inklusion dennoch unwahrscheinlich ist

Da sich das Komitee von S&P Dow Jones Indices trotz zweier aufeinanderfolgender Quartale der Qualifizierung gegen eine Aufnahme von Strategy entschieden hat, ist wohl eher nicht davon auszugehen, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird.

Grundsätzlich scheint das Indexkomitee nämlich nachhaltige Unternehmensgewinne zu erwarten. Bei Strategy hängen diese aber nun mal vom mitunter stark schwankenden Bitcoin-Kurs ab. Eine offizielle Erklärung, wieso Strategy noch außen vor bleibt, gab es bis heute allerdings nicht.

In der Bitcoin-Community wurde derweil die Theorie verbreitet, dass Strategy Bitcoin verkauft hätte, um in den S&P 500 aufgenommen zu werden. So etwa von Joe Consorti, der über 60.000 Follower hat.

Wenn du glaubst, dass Strategy seine $BTC verkauft, weil sie ein „Zwangverkäufer“ sind, dann liegst du daneben.

Saylor hat erklärt, er beabsichtige, den Markt durch den Verkauf einer kleinen Menge $BTC zu impfen.

Das S&P-Komitee muss dies sehen, damit die Aktie in den S&P 500 aufgenommen wird.

Das ist bullisch.
Joe Consorti auf 𝕏

If you think Strategy is selling their $BTC because they're a "forced seller" you are highly regarded.Saylor has said he intends to inoculate the market by selling a small amount of $BTC.The S&P committee needs to see this in order to be added to the S&P 500.This is bullish.

— Joe Consorti (@JoeConsorti) June 1, 2026

Hierbei werden aber zwei voneinander getrennte Sachverhalte miteinander vermengt.

Ende 2025 erhielt Strategy ein Kredit-Rating von S&P. Dieses fiel mit B– bescheiden aus. Die Rating-Agentur kreidete unter anderem an, dass sich Strategy nicht bereit zeige, $BTC zu verkaufen.

Wir betrachten dies als Schwäche, insbesondere da das Unternehmen zögert, die als Investitionen gehaltenen Bitcoins zu verkaufen. Unserer Ansicht nach erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen, wenn es als letztes Mittel Bitcoins verkaufen muss, um liquide Mittel zu generieren, dies wahrscheinlich zu stark gedrückten Preisen tun wird.
S&P

Später erklärte S&P noch, dass Strategy das Kredit-Rating verbessern könne, wenn es Liquidität in Form von US-Dollar vorhält, die Kreditaufnahme durch Wandelanleihen zurückfährt sowie beweist, dass selbst in Stressphasen für Bitcoin Kapital eingesammelt werden kann.

Strategy adressierte alle diese Punkte. Es wurden Bitcoin verkauft, Kapitalmarktzugang im tiefsten Bärenmarkt demonstriert sowie mehr als 6 Milliarden US-Dollar an Cash auf die Bilanz gelegt, das aktuell 3,6 Jahre an Zahlungsverpflichtungen abdeckt. Wandelanleihen hat Strategy derweil seit Frühjahr 2025 nicht mehr emittiert und im Mai dieses Jahres sogar 1,5 Milliarden US-Dollar dieser Schulden getilgt.

Doch das alles sind keine Voraussetzungen für die Aufnahme in den S&P 500, wie Strategy-CEO Phong Le sogar selbst in einer Fragerunde mit Kleinanlegern erklärte.

Bei der Frage nach der Aufnahme durch S&P muss man zwei verschiedene Dinge unterscheiden. Zum einen gibt es das S&P-Rating, zum anderen den S&P-Index. Beim Rating haben wir derzeit ein Unternehmensrating von B−. Ich denke, dass eine Erhöhung unserer Cash-Reserve dabei helfen und unser Rating mit der Zeit verbessern könnte. […] Was die Aufnahme in den S&P-Index betrifft, glaube ich hingegen nicht, dass diese unmittelbar mit den US-Dollar-Beständen auf unserer Bilanz zusammenhängt.
Phong Le, Strategy-CEO

October 5, 2026

Das heißt, dass die Aufnahme in den S&P 500 durch die genannten Maßnahmen wohl kaum wahrscheinlicher geworden ist, auch wenn sie der Einschätzung von S&P zu Strategy nicht geschadet haben dürften.

Unter dem Strich wird es wohl auf die Nachhaltigkeit der Unternehmensgewinne ankommen, was durch die Abhängigkeit vom Bitcoin-Kurs eher schwer sein dürfte.

Michael Saylor zeigte sich im Sommer 2025 aber noch zuversichtlich, dass es früher oder später geschehen wird.

Grundsätzlich glaube ich, dass die Entwicklung dahin geht, dass wir in immer mehr Indizes aufgenommen werden. Und ich denke, dass wir letztlich auch in den S&P 500 aufgenommen werden. Ich weiß allerdings nicht, wann.
Michael Saylor in einem Interview aus Juli 2025

Mittlerweile scheint der Trend jedoch in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Ende 2025 wollte der Indexherausgeber MSCI bereits „Digital Asset Treasury Companies“ wie Strategy aus den Indizes werfen, entschied sich im Januar 2026 aber vorerst dagegen.

Anfang August unternahm MSCI einen weiteren Anlauf, der auf die Exklusion „nicht operativer Unternehmen“ abzielt und ebenfalls zu einer Exklusion von Strategy führen würde. Hierzu sollen die Ergebnisse bis Mitte dieses Monats vorgestellt werden. Strategy argumentierte bereits in einem offenen Brief gegen diesen Vorschlag.

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