- Bitcoin fällt Richtung 77.000 US-Dollar, Krypto-Aktien geben nach
- US-Senat stimmt am Abend über Verfahrensantrag zum CLARITY Act ab
- Zusätzlich belastet der Fed-Zinsentscheid am Mittwoch die Stimmung
Der Kryptomarkt gerät am Dienstag spürbar unter Druck. Bitcoin gibt nach, und mit ihm rutschen die großen Krypto-Aktien ins Minus. Grund für die Nervosität ist ein doppelter Termin: Am Abend stimmt der US-Senat über den Fortgang eines zentralen Krypto-Regulierungsgesetzes ab, und bereits am Mittwoch folgt der Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve. Anleger bauen vor beiden Terminen offenbar lieber Risiko ab, als sich in einer möglicherweise volatilen Nacht zu positionieren.
Krypto-Aktien fallen, Bitcoin gibt nach
Der Kursrückgang zieht sich durch den gesamten Sektor. Bitcoin fällt auf Coinmarketcap zuletzt um 1,03 Prozent auf rund 76,909 US-Dollar. Die Anteilsscheine von Coinbase fallen derweil im vorbörslichen NASDAQ-Handel zeitweise um 4,45 Prozent auf 182,92 US-Dollar. Die Strategy-Aktie verlieren unterdessen um 3,51 Prozent auf 132,14 US-Dollar. Die Papiere von Block zeigen sich im vorbörslichen NYSE-Handel 0,71 Prozent tiefer bei 78,93 US-Dollar. Auffällig ist damit vor allem der Gleichlauf: Je direkter ein Geschäftsmodell am Kryptomarkt hängt, desto stärker scheint der Kursrückgang auszufallen.
CLARITY Act: Entscheidende Senatsabstimmung am Abend
Im Zentrum der Nervosität steht der sogenannte CLARITY Act. Das Gesetz soll einen verbindlichen regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen in den USA schaffen und damit für mehr Rechtssicherheit in der Branche sorgen. Das Vorhaben war zuletzt jedoch ins Stocken geraten, weil Kritiker Bedenken hinsichtlich unzureichender Schutzmechanismen äußerten, etwa bei ethischen Fragen und bei der Bekämpfung illegaler Finanzströme. Der US-Senat stimmt heute Abend über einen Verfahrensantrag zum CLARITY Act ab. Ein Erfolg bringt das Gesetz zwar einen Schritt weiter, lässt aber weiterhin Raum für Änderungen und Debatten. Die Abstimmung ist für etwa 20:15 Uhr deutscher Zeit angesetzt. Ergebnisse werden zwischen 20:45 und 21:15 Uhr erwartet. Bis dahin dürfte die Unsicherheit im Sektor hoch bleiben, denn ein Scheitern des Gesetzes würde die regulatorische Hängepartie für Krypto-Unternehmen in den USA vorerst verlängern.
Fed-Zinsentscheid am Mittwoch als zweiter Belastungsfaktor
Neben der Senatsabstimmung wirkt laut investing.com auch der bevorstehende Zinsentscheid der Federal Reserve belastend auf den Sektor. Die US-Notenbank entscheidet bereits einen Tag später, am Mittwoch, über die weitere Geldpolitik. Da risikoreichere Anlageklassen wie Kryptowährungen und Krypto-Aktien besonders sensibel auf die Zinserwartungen reagieren, meiden viele Marktteilnehmer offenbar größere Positionen, solange die Richtung der Fed nicht feststeht. Die Kombination aus politischem Unsicherheitsfaktor und geldpolitischem Termin sorgt damit für eine ungewöhnlich dichte Abfolge markttreibender Ereignisse binnen weniger als 24 Stunden.
Signal für Krypto-Anleger?
Für Anleger bleibt der Kryptosektor damit kurzfristig von erhöhter Unsicherheit geprägt. Die Reaktion auf die Senatsabstimmung zum CLARITY Act und den Fed-Zinsentscheid dürfte zeigen, ob der aktuelle Abgabedruck nur eine vorübergehende Vorsichtsreaktion ist oder sich zu einer stärkeren Korrektur ausweitet.
Kryptowährungen und Aktien von Unternehmen mit hoher Krypto-Exponierung zählen zu den schwankungsanfälligsten Anlageklassen überhaupt. Kursbewegungen von mehreren Prozentpunkten binnen weniger Stunden sind keine Seltenheit, und regulatorische Entscheidungen wie die heutige Senatsabstimmung können die Richtung kurzfristig deutlich verschieben. Anlegerinnen und Anleger sollten sich dieser Schwankungsbreite bewusst sein und Positionen entsprechend ihrer persönlichen Risikotragfähigkeit gewichten. Wer in diesem Umfeld investiert ist oder einen Einstieg erwägt, sollte daher vor allem die Ergebnisse beider Termine und die anschließende Marktreaktion im Blick behalten.