Jim Cramer hat nach eigenen Angaben seine Bitcoin (BTC) aus Sorge vor der künftigen Bedrohung durch Quantencomputer verkauft. Der bekannte CNBC-Moderator traf die Entscheidung nach einem Gespräch mit IBM-Chef Arvind Krishna, der davor warnte, dass kryptografische Systeme in wenigen Jahren anfälliger werden könnten.
In den sozialen Medien fiel die Reaktion auf den Verkauf auffallend positiv aus. Cramer hat unter Anlegern den Ruf, mit seinen Prognosen häufig zum ungünstigsten Zeitpunkt zu kommen. Einige Händler werten seine Entscheidung deshalb gerade als positives Signal für Bitcoin.
Cramer reagiert auf Warnung des IBM-Chefs
In dem Interview am vergangenen Freitag fragte Cramer, ob Quantencomputer eines Tages die Kryptografie hinter Bitcoin knacken könnten. Krishna antwortete, er würde dem Ganzen noch drei bis vier Jahre geben, danach aber sehr vorsichtig werden. Für Cramer war das Grund genug, nicht länger abzuwarten.
Nach dem Gespräch kündigte er an, seine Bitcoin zu verkaufen. Dabei verwies er darauf, dass IBM an kommerzieller Quantentechnologie arbeitet und Krishna seiner Einschätzung nach sehr genau weiß, welche Risiken damit verbunden sind.
Die Reaktionen in den sozialen Medien waren vor allem sarkastisch. Viele Anleger verwiesen auf den sogenannten inverse Cramer-Trade: eine informelle Strategie, bei der Händler genau das Gegenteil von dem tun, was Cramer empfiehlt.
Dieser Ruf entstand auch durch sein früheres Timing. Ende 2022 sagte Cramer, er habe seine gesamten Krypto-Bestände verkauft und werde den Sektor nie wieder anfassen. Bitcoin notierte damals bei rund 16.800 Dollar, bevor der Kurs in den folgenden Jahren deutlich zulegte.
Quantenrisiko ist real, aber nicht akut
Auch wenn die Reaktionen vor allem aus Spott bestehen, ist die Bedrohung durch Quantencomputer grundsätzlich real. Sehr leistungsfähige Quantencomputer könnten bestimmte kryptografische Sicherheitsverfahren theoretisch aushebeln.
Die heutige Technologie ist jedoch noch weit davon entfernt, die Sicherheitsarchitektur von Bitcoin tatsächlich zu knacken. Dafür wären deutlich mehr verlässliche Qubits und eine wesentlich bessere Fehlerkorrektur nötig, als derzeit verfügbar sind.
Bitcoin-Entwickler diskutieren unterdessen bereits mögliche Lösungen, darunter Kryptografie, die Angriffen durch Quantencomputer standhalten soll. Als potenziell anfälliger gelten vor allem alte Adressen, deren öffentlicher Schlüssel bereits sichtbar ist.
Cramers Bitcoin-Verkauf verweist damit auf ein ernstes langfristiges Risiko, doch der Zeitrahmen bleibt ungewiss. Vorerst scheint der inverse Cramer-Trade weiter zu funktionieren: Am Tag seiner Ankündigung legte Bitcoin leicht zu.