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Der jüngste Ausbruch von Bitcoin über 80.000 USD wurde laut Daten von etwas anderem als US-Spotkäufern getrieben

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Der jüngste Anstieg von Bitcoin über 80.000 US-Dollar wurde von gehebelten Geschäften angetrieben und wies eine geringe Beteiligung des in den USA ansässigen Anlegerpools auf, der üblicherweise eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung bullishen Trends spielt.

Ihre Underperformance der US-Spotkäufer im Vergleich zu ihren globalen Pendants zeigt sich im Coinbase Premium, welches die Preisdifferenz zwischen Bitcoin auf Coinbase und auf Offshore-Börsen misst, und seit Ende April negativ geblieben ist, gemäß Daten von CryptoQuant.

Eine positive Prämie signalisiert typischerweise, dass die Nachfrage institutioneller US-Anleger das Spotkaufvolumen des restlichen Weltmarktes übersteigt, da Coinbase die primäre On-Ramp für amerikanisches Kapital darstellt. Eine negative Prämie bedeutet das Gegenteil: Offshore-Händler zahlen mehr für Bitcoin, als US-Investoren bereit sind zu bezahlen, was die Preise nach oben treibt.

Diese Divergenz hat nun trotz einer Rallye von 5 % Bestand gehabt. Bitcoin notierte am Dienstag über 82.000 US-Dollar, bevor es nach dem starken Anstieg des Erzeugerpreisindex am Mittwoch wieder unter 80.000 US-Dollar fiel. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt die Kryptowährung bei etwa 79.500 US-Dollar.

Die Kursentwicklung fand vollständig über dem Niveau von 80.000 USD statt, bei dem die Coinbase-Prämie negativ wurde. CoinDesk hat zuerst darauf hingewiesen die negative Kehrtwende beim Aufschlag am 29. April zusammen mit einem Anstieg der realisierten Verluste um 5,97 Milliarden US-Dollar, verursacht durch Inhaber in Verlustpositionen, die inmitten der Rallye verkaufen.

Andere On-Chain-Kennzahlen, wie zum Beispiel Offensichtliche Nachfrage von CryptoQuant, deuten ebenfalls auf anhaltende Schwäche bei der Spot-Nachfrage hin. Die Kennzahl, die misst, wie viel neuer Bitcoin im Verhältnis zur Mining-Ausgabe und Veränderungen im ruhenden Bestand vom Markt aufgenommen wird, hat sich von -91.000 $BTC im April auf -11.000 $BTC zum heutigen Zeitpunkt verengt.

Mit anderen Worten hat sich die On-Chain-Nachfrage von einem starken Angebotsoverhang zu nahezu ausgeglichen entwickelt. Dennoch ist sie immer noch leicht negativ, was darauf hindeutet, dass die Spot-Nachfrage nicht ausreicht, um den Angebotsdruck zu kompensieren.

Futures-geführte Rallye

Das nachfragebedingte Wachstum, das sich realisierte, konzentrierte sich laut CryptoQuant eher auf unbefristete Futures-Positionen als auf Spot-Akkumulation.

Perpetuals sind Futures ohne Verfallsdatum, die es Händlern ermöglichen, gehebelte Long- und Short-Positionen einzugehen, wobei Finanzierungszahlungen genutzt werden, um die Kontraktpreise nahe am Kassapreis zu halten.

Die Hebelwirkung vervielfacht Gewinne, birgt jedoch auch Risiken. Perpetual-Futures-Gebote können sich schnell auflösen, wenn sich die Finanzierungssätze ändern oder Liquidationen sich häufen. Spot-Akkumulationen verbleiben in der Regel länger im Orderbuch.

Daher sind Rallyes, die durch Futures-Positionierungen und nicht durch Spot-Nachfrage getrieben werden, tendenziell weniger beständig. Zufälligerweise ist $BTC in den letzten 24 Stunden wieder unter 80.000 $ gefallen.

2022 erneut?

CryptoQuant erklärte in einer Wochenmitteilung, dass das aktuelle Setup die strukturelle Signatur einer Erholungsrallye und nicht einer neuen Akkumulationsphase aufweist.

Die Analyse zog zudem eine Parallele zum März 2022, als Bitcoin um 43 % anstieg, bevor er nahe seinem 200-Tage-Durchschnitt konsolidierte und seinen Abwärtstrend fortsetzte. Die aktuelle Rallye liegt 37 % über den Tiefständen im April. Die unverwirklichten Gewinnmargen befinden sich laut den Analysten auf „ähnlichen Niveaus“ wie im März 2022.

Der nächste Test liegt auf dem Niveau von 70.000 US-Dollar, welches von CryptoQuant als der On-Chain Realized Price der Trader identifiziert wurde und die wahrscheinlichste Unterstützung darstellt, falls die aktuelle Rallye nachlässt.

Diese Zahl stellt die durchschnittlichen Kostenbasis von kurzfristigen Händlern dar. Sie markiert den Bereich, in dem unrealisiert Gewinne wieder gegen null tendieren und somit der strukturelle Anreiz zum Weitervkauf entfällt.

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