Satsuma Technology mit Verkauf und Nachkauf
Satsuma Technology ist eine von vielen neueren „Bitcoin Treasury Companies“, die alles andere als einen guten Start hinlegen konnte. Am 17. Juni 2025 gab das Unternehmen bekannt, von nun an eine Bitcoin-Strategie zu verfolgen. Seit dem im Sommer 2025 erreichten Hoch ist die Aktie schließlich rund 99 % gefallen.
Im Dezember verkündete die britische Aktiengesellschaft, die in der operativen Tätigkeit „ein globales, auf Künstliche Intelligenz ausgerichtetes Geschäft“ aufbauen möchte, fast die Hälfte der Bitcoin-Bilanz wieder abgestoßen zu haben. Mit den Erlösen wurden Wandelanleihen getilgt, die ausgegeben worden waren, um Bitcoin zu kaufen.
Konkret veräußerte Satsuma Technology 579 Bitcoin für circa 40 Millionen Pfund. Dadurch reduzierte sich der Unternehmensbestand von 1.199 $BTC auf 620 $BTC.
Im März 2026 gab es dann den Rücktritt sowohl des CEOs als auch des CFOs von Satsuma Technology, nachdem sich Aktionäre dafür eingesetzt hatten.
Seit dem Verkauf wurde es aber unter dem Strich ruhiger um die Aktiengesellschaft, bis am 2. April bekannt gegeben wurde, dass wieder 25,65 Bitcoin für 1,4 Millionen Pfund nachgekauft wurden. In dieser Mitteilung hieß es dann auch, dass Satsuma Technology nun keine Schulden mehr und einen Cash-Puffer hat.
[D]as Unternehmen hat im Rahmen seiner langfristigen Finanzstrategie 25,65 $BTC erworben und verfügt weiterhin über ausreichende Fiatreserven, um den operativen Mittelabfluss auf absehbare Zeit zu decken, was zu einer soliden und schuldenfreien Bilanz führt. Das Unternehmen hat 25,65 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 51.939 £ pro Bitcoin für einen Gesamtkaufbetrag von 1.384.175 £ erworben, finanziert aus bestehenden Fiatreserven.
Satsuma Technology
Doch trotz der wieder aufgenommenen Bitcoin-Akkumulation scheinen zentrale Aktionäre alles andere als zufrieden zu sein.
Aktionäre drängen auf Verkauf der gesamten Bilanz
Wie Bloomberg am heutigen Donnerstag berichtet, drängen Aktionäre inzwischen darauf, dass Satsuma Technology alle verbleibenden Bitcoin verkauft und den Betrieb einstellt. Dies haben mit der Thematik vertraute Personen der Nachrichtenagentur mitgeteilt.
Die Erlöse aus dem Verkauf – zu aktuellen Kursen wären das rund 40 Millionen Pfund beziehungsweise 50 Millionen US-Dollar – sollen an die Aktionäre ausgeschüttet werden, so die Quellen von Bloomberg über die Forderung.
Satsuma Technology räumte auf Anfrage von Bloomberg auch ein, dass manche Aktionäre die Ausschüttung des Kapitals gefordert haben.
Ranald McGregor-Smith, Vorstandsvorsitzender von Satsuma Technology, erklärte per E-Mail zudem, dass das Unternehmen versuchen würde, den Anträgen nachzukommen.
Wir prüfen derzeit Möglichkeiten, diesen Anträgen nachzukommen und gleichzeitig die Interessen aller Aktionäre zu wahren.
Ranald McGregor-Smith, Vorstandsvorsitzender von Satsuma Technology
Zu den Aktionären, die das fordern, soll Pantera Capital Management gehören. Der bekannte „Venture-Capital-Fonds“ besitzt rund 7 % des Unternehmens. Eine Anfrage von Bloomberg ließ Pantera Capital Management jedoch unbeantwortet.
Der Risikokapitalgeber führt einen Fonds, über den Stand August 2025 rund 300 Millionen US-Dollar in „Digital Asset Treasury Companies (DATs)“ investiert wurden.
Ob und wie Satsuma Technology den Forderungen nachgehen wird, ist noch unklar. Das Problem ist nämlich, dass die Marktkapitalisierung unter dem Wert der Bitcoin-Bilanz liegt, wodurch die Aktionäre so mehr Geld bekommen dürften, als wenn sie ihre Anteile jetzt am Markt verkaufen.
Das Scheitern der „Bitcoin Treasury Companies“
Satsuma ist eine von mehreren „Bitcoin Treasury Companies“, die bereits wieder verkaufen musste, als der Markt gekippt ist. Grund dafür waren oft ausgegebene Wandelanleihen mit kurzer Laufzeit.
Dieser Umstand brachte beispielsweise Sequans aus Frankreich im November 2025 bereits dazu, 970 Bitcoin zu verkaufen. Auch Empery Digital gab am 1. April bekannt, 370 Bitcoin zur Schuldentilgung wieder abgestoßen zu haben.
Sowohl Sequans als auch Empery Digital scheinen auch noch weiterzuverkaufen, um Schulden zu tilgen und/oder eigene Aktien zurückzukaufen, wie On-Chain-Daten oder dem eigenen Dashboard zu entnehmen ist.
Sogar das Mining-Unternehmen MARA Holdings, lange Zeit der zweitgrößte börsennotierte Bitcoin-Halter, verkaufte im März 15.133 Bitcoin, um ausstehende Wandelanleihen mit einem Abschlag zurückzukaufen.
Und als wäre das noch nicht genug, gab kürzlich auch Nakamoto von Ex-Trump-Berater David Bailey bekannt, 284 Bitcoin wieder abgestoßen zu haben. Das Unternehmen brauchte das Geld für den operativen Betrieb sowie die Zinsen eines ausstehenden Kredits.
Das große Problem vieler dieser Unternehmen ist, dass deren Marktkapitalisierung unter dem Nettowert der Bitcoin-Bilanz liegt. Dies macht es tatsächlich für die Ratio „Bitcoin je Aktie“ sogar sinnvoll, Bitcoin zu verkaufen, um eigene Aktien zurückzukaufen.
Oder aber, wie das Beispiel von Satsuma Technology zeigt, kann das auch zu Druck von Aktionären führen, das gesamte Unternehmen zu liquidieren, da so mehr für die Anteileigner zu holen ist.
Ob Satsuma Technology die restlichen 646 Bitcoin noch verkaufen wird, muss die Zukunft zeigen. Auf den Markt dürfte dieser Verkauf keine nennenswerten Auswirkungen haben.
Tatsächlich gibt es auch noch mehrere, gut aufgestellte „Bitcoin Treasury Companies“, die den Verkaufsdruck der gescheiterten Unternehmen mehr als nur auffangen können.
Beispielsweise kaufte Strategy in der vergangenen Woche allein 34.164 $BTC für 2,54 Milliarden US-Dollar. Aber auch Metaplanet aus Japan erwarb im ersten Quartal dieses Jahres 5.075 $BTC, während auch Strive und CapitalB regelmäßig im kleinen Rahmen nachkaufen.
Unter dem Strich trennt sich in der aktuell eher schwierigeren Marktphase die Spreu vom Weizen. Für die Nachhaltigkeit dieses Trends könnte es schlussendlich auch von Vorteil sein, wenn die schwachen Unternehmen aus dem Markt gespült werden.