Nvidia bewegt sich derzeit in einem technischen Muster, das auffallend an Bitcoin (BTC) erinnert. Das ist kein Zufall. Beide Assets haben fast zeitgleich einen Boden gefunden, danach eine ähnliche Rally erlebt und bewegen sich nun in einer Art Bullflag knapp unter einem wichtigen Widerstandsniveau.
Für Nvidia dreht sich jetzt alles um eine Marke: 201,75 Dollar.
Nvidia und Bitcoin zeigen nahezu identisches Marktverhalten
Was diese Parallele besonders interessant macht, ist nicht nur die visuelle Ähnlichkeit. Die 30-Tage-Volatilität von Nvidia liegt bei 27,7 Prozent, während Bitcoin auf 27,8 Prozent kommt. Das ist nahezu identisch.
Auch der Zeitpunkt des Bodens und der anschließenden Rally liegt auffallend nah beieinander. Bitcoin erreichte Ende März einen lokalen Tiefpunkt, Nvidia folgte einen Tag später. Danach stieg der Bitcoin-Kurs um über 20 Prozent, während Nvidia fast 23 Prozent zulegte.
Das zeichnet ein klares Bild: Beide Assets scheinen derzeit im selben Liquiditätsregime zu handeln. Mit anderen Worten, derselbe Kapitalfluss strömt gleichzeitig in große Wachstumsaktien und in Bitcoin.
Bullflag signalisiert Potenzial für weiteren Anstieg
Technisch betrachtet befindet sich Nvidia derzeit in einer Bullflag, einem Muster, das oft als Fortsetzung einer vorherigen Aufwärtsbewegung angesehen wird. Zunächst gibt es einen starken Aufwärtstrend, gefolgt von einer kurzen Konsolidierung, die eine neue Ausbruchsmöglichkeit eröffnet.
Für Nvidia könnte dies zu einem Kursziel von 248 bis 250 Dollar führen. Das bedeutet, dass ein erheblicher Anstieg möglich ist, jedoch nur, wenn die Aktie überzeugend über 201,75 Dollar schließt.
Solange das nicht eintritt, bleibt es bei einem aussichtsreichen Muster, das jedoch noch nicht als bestätigter Ausbruch gilt.
Gerichtsentscheidung stützt das Szenario
Einen wichtigen Rückhalt erhält dieses Szenario durch die jüngste Entscheidung des US Supreme Court zu Trumps gegenseitigen Zöllen. Diese Entscheidung beseitigt ein wesentliches Risiko aus dem Markt.
Für Nvidia ist das relevant, da das Unternehmen stark auf eine internationale Chip-Lieferkette angewiesen ist, die viele importierte Teile umfasst. Wenn der Zolldruck nachlässt, verbessern sich die Aussichten für die Kostenstruktur von Nvidia und für den breiteren KI-Infrastrukturmarkt.
Das spiegelt sich auch im Optionsmarkt wider. Das Put-Call-Verhältnis ist gesunken, was darauf hindeutet, dass Investoren weniger Schutz vor einem erneuten Rückgang suchen. Das ist bemerkenswert, da normalerweise die Nachfrage nach Schutz steigt, wenn eine Aktie einem wichtigen Widerstand näherkommt.
Institutionelle Gelder fließen wieder
Auch der Chaikin Money Flow, ein Indikator, der die Kauf- und Verkaufsdynamik großer Akteure misst, unterstützt das bullishe Szenario. Dieser Indikator wechselte von negativ auf positiv, was darauf hindeutet, dass ernsthaftes Geld während der Rally in den Markt geflossen ist.
Das verleiht dieser Bewegung mehr Glaubwürdigkeit. Es deutet darauf hin, dass dies nicht nur ein technisches Aufbäumen ist, sondern ein Anstieg, der auch von größeren Investoren unterstützt wird.
Die Untergrenze bleibt entscheidend
Wie immer gilt auch hier, dass ein bullishes Muster nur solange Bestand hat, wie die Bodenstruktur intakt bleibt. Ein Rückgang in Richtung 191 Dollar muss das Bild nicht sofort zerstören. Aber ein Tagesschlusskurs unter 185,67 Dollar würde die Struktur deutlich schwächen.
In diesem Fall gerät das Szenario eines Ausbruchs in Richtung 250 Dollar unter Druck und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Nvidia erneut weiter absackt.