Bitcoin wurde am Dienstag bei etwa 68.780 US-Dollar gehandelt, da US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs ihren stärksten täglichen Zufluss seit mehr als einem Monat verzeichneten.
Die Fonds verzeichneten am 6. April einen Gesamtzufluss von 471 Millionen US-Dollar, laut Daten von SoSoValue, was den größten Zufluss seit dem 25. Februar und den sechstgrößten Tagesgesamtbetrag in diesem Jahr markiert. Die Zahl bleibt unter dem Spitzenaufkommen im Januar, als mehrere Handelstage über 700 Millionen US-Dollar lagen.
Diese hohen Zuflüsse erfolgen, da bBitcoin verharrt weiterhin unter 70.000 $, mit schwacher Spotnachfrage und Verteilung durch Großanleger, die die Aufwärtsbewegung begrenzen. ETFs haben diesen Druck zunehmend ausgeglichen und agieren als Hauptquelle für marginale Käufe.
Makroökonomische Signale bieten nur begrenzte Orientierung. Die Märkte bewerten die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Zinssätze bei ihrer Sitzung im April unverändert lässt, auf 98 %, laut Polymarket-Daten, mit minimalen Erwartungen an kurzfristige Zinssenkungen oder -erhöhungen.
Die Beziehung von Bitcoin zur globalen Geldpolitik könnte sich verändern, wobei ETFs nicht nur das Ausmaß der Nachfrage, sondern auch deren Zeitpunkt beeinflussen.
Ein aktueller Bericht von Binance Research stellt fest, dass die Korrelation von Bitcoin mit seinem Global Easing Breadth Index, der 41 Zentralbanken abbildet, seit 2024, dem Jahr der Zulassung von US-Spot-ETFs, stark ins Negative gekippt ist. Davor neigte Bitcoin dazu, Lockerungszyklen mit Verzögerung zu folgen. Diese Beziehung hat sich nun umgekehrt, wobei der umgekehrte Effekt nahezu dreimal stärker ist.
Die Verschiebung spiegelt wider, wer den Grenzpreis festlegt. Privatanleger reagierten früher erst im Nachhinein auf makroökonomische Ereignisse. Von ETFs getriebene institutionelle Kapitalflüsse sind hingegen vorausschauender und positionieren sich vor erwarteten geldpolitischen Entscheidungen.
„BTC könnte sich von einem makroökonomischen ‚nachhinkenden Empfänger‘ zu einem ‚führenden Preisbildner‘ entwickelt haben“, schrieb Binance Research.
ETF-Zuflüsse absorbieren weiterhin das Angebot und stabilisieren die Preise, was den anhaltenden täglichen Zufluss erklären könnte.
Wenn das, was Binance Research vorschlägt, zutrifft, könnte Bitcoin weiterhin als zukunftsorientierter Vermögenswert gehandelt werden und Zentralbank-Wendepunkte vor den traditionellen Märkten einpreisen, anstatt erst im Nachhinein darauf zu reagieren.