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Metaplanet kauft 5.075 Bitcoin und wird zum drittgrößten börsennotierten BTC-Halter

source-logo  blocktrainer.de 02 April 2026 11:11, UTC
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Seit Oktober 2025 berichtet Metaplanet nur noch zum Ende eines jeweiligen Quartals, wie viele Bitcoin gekauft wurden. Zeitgleich dazu gab es Meldungen aus Japan, laut denen die Börse JPX „Digital Asset Treasury Companies“ Steine in den Weg legen würde.

Der vermeintliche regulatorische Gegenwind hindert Metaplanet aber nicht daran, die Bitcoin-Strategie weiter zu verfolgen. Ende Dezember gab das Unternehmen bekannt, im vierten Quartal 2025 4.279 Bitcoin gekauft zu haben. Und auch in diesem Quartal war schon vor den Zahlen zu sehen, dass sich einiges getan hat.

Erweiterung der Strategie in Q1 2026

Ende Januar verkündete Metaplanet, neue Aktien zu einem Aufschlag von 5 % sowie Warrants an internationale Institutionelle zu verkaufen. Die Erlöse sollten sich auf insgesamt bis zu 130 Millionen US-Dollar belaufen, wenn die rund 55 Millionen US-Dollar an Warrants auch ausgeführt werden. Am 13. Februar meldete Metaplanet, das Geld erhalten zu haben.

Parallel bediente sich das Unternehmen für 75 Millionen US-Dollar der eingerichteten Kreditfazilität, um den Zeitraum zwischen Abschluss des Deals und der Einzahlung zu überbrücken. Der Kredit wurde anschließend mit den Erlösen aus dem Verkauf der Stammaktien getilgt.

Mitte dieses Monats gab Metaplanet dann die nächste große Kapitalaufnahme bekannt:

  • rund 255 Millionen US-Dollar durch den Verkauf von Stammaktien an globale institutionelle Investoren
  • zusätzlich bis zu 276 Millionen US-Dollar durch Warrants
  • separate „Moving Strike Warrants“ für bis zu 234 Millionen US-Dollar, die nur bei einem mNAV von über 1 x ausgeübt werden können

Die Transaktion wurde zum Teil noch vor Quartalsende vollzogen, wie Metaplanet am 31. März meldete.

Überdies unternahm Metaplanet Schritte, um die Bitcoin-Strategie zu erweitern. Im Zentrum standen dabei die Meldungen vom 12. März:

  • Metaplanet gründete die Tochterfirma „Metaplanet Ventures“, die in Japan in die Bitcoin-Infrastruktur investieren soll. Rund 25 Millionen US-Dollar aus dem Bitcoin-Einkommensgeschäft sollen über zwei bis drei Jahre dafür bereitgestellt werden.
  • Gleichzeitig verkündete Metaplanet, circa 2,5 Millionen US-Dollar in einen Yen-Stablecoin-Emittenten namens „JPYC“ investieren zu wollen.
  • Auch eine US-amerikanische Tochterfirma namens „Metaplanet Asset Management“ mit Sitz in Miami wurde ins Leben gerufen. Mit bis zu 1 Million US-Dollar soll das Unternehmen Bitcoin-bezogene Investmentprodukte lancieren.

Darüber hinaus kündigte das Unternehmen die „Metaplanet Card“ an.

Diese soll den Aktionären vorbehalten sein und einen Cashback in Höhe von 1,6 % in Bitcoin zahlen.

Im Sommer dieses Jahres wird die Karte voraussichtlich an den Start gehen.

株主さま限定!カード利用金額の1.6%相当をBTCに還元。
メタプラネットカード、この夏開始。

毎日の決済を、ビットコインと日本の未来へ。 pic.twitter.com/lRRUliMDpD

— Metaplanet Inc. (@Metaplanet) March 25, 2026

Als wäre das noch nicht genug, gibt es jetzt auch eine „Metaplanet Lounge“. Das ist ein Hub in Tokio, wo sich die Metaplanet-Aktionäre vernetzen sollen.

「集い、つながり、体感する」 ビットコイン文化の拠点が、東京に誕生します。 ネットワーキング・コワーキング・ミュージアム・カフェ・イベント。 メタプラネット株主限定。2026年末オープン予定。₿ pic.twitter.com/9wsUGfXIgc

— Metaplanet Lounge (@metapura_lounge) March 30, 2026

Obwohl Strategy inzwischen auch einen eigenen Hub hat, veranlassten die Maßnahmen von Metaplanet einige aus der Community dazu, an dem Fokus der „Bitcoin Treasury Company“ zu zweifeln. Die Tatsache, dass es – anders als früher – keine wöchentlichen Kaufmitteilungen mehr gibt, kommt erschwerend hinzu.

Metaplanet verfolgt einen viel komplizierteren Ansatz als Strategy, der durch die vielen Nebenprojekte nur noch undurchsichtiger wird. Es handelt sich dabei zwar um vernachlässigbare Summen, die in Stablecoin-Geschäfte oder Sonstiges investiert werden. Doch Aktionären scheint sehr viel an maximaler Transparenz zu liegen.

Das wird unter anderem dadurch deutlich, dass Strategys mNAV (Marktkapitalisierung geteilt durch den Nettowert der Bitcoin-Bilanz) momentan höher ist als das von Metaplanet.

5.075 Bitcoin für 405,5 Millionen US-Dollar

Am heutigen Donnerstag war es dann schließlich so weit und das Unternehmen legte die Bitcoin-Käufe der vergangenen drei Monate offen.

Metaplanet gab bekannt, im ersten Quartal des Jahres 5.075 Bitcoin für 405,48 Millionen US-Dollar gekauft zu haben – zu einem Kurs von 79.898 US-Dollar.

Mit den Kapitalmarktaktivitäten gelang es dem Unternehmen, die Ratio „$BTC je Aktie“ um 2,8 % zu steigern.

Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem vorherigen Quartal. Da betrug die „$BTC Yield“ nämlich noch 11,9 %.

Insgesamt hält Metaplanet jetzt 40.177 $BTC mit einem aktuellen Gegenwert von circa 2,7 Milliarden US-Dollar.

Das Unternehmen kaufte die Coins für insgesamt 4,18 Milliarden US-Dollar, also zu einem durchschnittlichen Kaufkurs von 104.106 US-Dollar.

Das bedeutet, dass die Gesamtinvestition aktuell mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar respektive rund 35 % im Minus ist.

During Q1 2026, Metaplanet acquired 5075 $BTC for $405.48 million at ~$79,898 per bitcoin and has achieved $BTC Yield of 2.8% YTD 2026. As of 03/31/2026, we hold 40,177 $BTC acquired for ~$4.18 billion at ~$104,106 per bitcoin. $MPJPY $MTPLF pic.twitter.com/IMxC3lwYCx

— Simon Gerovich (@gerovich) April 2, 2026

Mit 40.177 $BTC ist Metaplanet jetzt der drittgrößte börsennotierte Bitcoin-Halter. MARA, lange Zeit die Nummer zwei, gab vergangene Woche nämlich bekannt, 15.133 $BTC verkauft zu haben. Dadurch beläuft sich der Bestand von MARA voraussichtlich nur noch auf weniger als 40.000 $BTC.

Vor Metaplanet befinden sich jetzt noch Strategy mit 762.099 $BTC und Twenty One Capital mit 43.514 $BTC. Da Twenty One Capital seit dem richtigen Börsengang im Dezember jedoch immer noch keinen Plan zur Akkumulation weiterer Coins vorgestellt hat, könnte Metaplanet nach dem bereits angebrochenen Quartal auch dieses Unternehmen überholen.

Metaplanet is now ranked #3 in total $BTC holdings amongst global publicly traded companies. pic.twitter.com/KXPCSYyWQJ

— Metaplanet Inc. (@Metaplanet) April 2, 2026

Aus den heute eingereichten Dokumenten ging außerdem hervor, dass das „$BTC-Einkommensgeschäft“ dem Unternehmen 18,6 Millionen US-Dollar einbrachte. Metaplanet gibt an, dadurch den Kaufkurs der hinzugekommenen Bitcoin um circa 3.600 US-Dollar gesenkt zu haben.

Metaplanet nutzt einen Teil der Bitcoin, um Derivate wie Cash-Covered-Put-Optionen zu verkaufen. Das Unternehmen kann die $BTC so einsetzen, um an der Optionsprämie zu verdienen. Simon Gerovich, der CEO von Metaplanet, ist ein ehemaliger Derivate-Trader der Großbank Goldman Sachs.

Metaplanet bleibt auf Kurs

Die heute gemeldeten Zahlen bestätigen, was schon zuvor absehbar war – und zwar, dass Metaplanet die Strategie trotz der kleinen Nebenprojekte weiterverfolgt. Mit dem Kauf von 5.075 Bitcoin gelang es dem Unternehmen, die Bilanz um fast 15 % zu vergrößern und dabei 2,8 % mehr $BTC pro Aktie zu erwirtschaften.

Auch wenn sich die schwierigeren Marktbedingungen in einer für das Unternehmen verhältnismäßig geringen „$BTC Yield“ widerspiegeln, schlägt sich Metaplanet weitaus besser als andere „Bitcoin Treasury Companies“. Sowohl Nakamoto als auch Empery Digital und die Genius Group gaben allein in dieser Woche nämlich bekannt, Bitcoin verkauft zu haben.

Metaplanet ist damit näher an dem Platzhirsch Strategy, der im ersten Quartal 89.599 $BTC hinzukaufen konnte (Stand Montag dieser Woche). Strategy erwirtschaftete dabei sogar eine „$BTC Yield“ von 3,4 %, obwohl die Bilanz „nur“ um etwas mehr als 13 % vergrößert wurde.

Strategy konzentriert sich inzwischen auf Vorzugsaktien – insbesondere STRC. Das Flaggschiffprodukt ermöglichte dem Unternehmen kürzlich sogar, mehr als 1,18 Milliarden US-Dollar in einer Woche einzusammeln.

Metaplanet setzt seit dem vierten Quartal 2025 ebenfalls auf Vorzugsaktien. Gestartet wurde mit der Ausgabe von MERCURY, die – so wie STRK von Strategy – eine Umwandlungsoption in die Stammaktie hat. Geplant ist zudem ein STRC-Äquivalent namens MARS, das eine variable Dividende und stabilen Kurs haben soll.

Bislang verkauft Metaplanet – anders als Strategy – keine Vorzugsaktien direkt am Markt. Das scheint in Japan nämlich nicht ohne Weiteres möglich zu sein. Nichtsdestotrotz heißt es in dem heute eingereichten Dokument, dass das Unternehmen die Bilanz stärken will, um weitere Ausgaben von Vorzugsaktien zu ermöglichen.

Im vergangenen Quartal konzentrierte sich Metaplanet aber in erster Linie auf die Emission von Stammaktien. Selbst wenn das bei der momentan niedrigen Unternehmensbewertung zu keiner hohen „$BTC Yield“ führte, kann das sehr viel Sinn ergeben. Es vergrößert nämlich die Bilanz ohne zusätzliche Zahlungsverpflichtungen, was den Hebel reduziert und so Platz für weitere Vorzugsaktien oder Anleihen schafft.

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