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Die Zinserhöhungserwartungen nehmen für die Fed zu – und jetzt auch für die Bank of Japan

source-logo  coindesk.com 30 März 2026 12:48, UTC
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Die Aussichten auf Zinserhöhungen sind nicht mehr nur eine US-Geschichte. Händler wetten nun darauf, dass auch die Bank of Japan (BoJ) straffen könnte, da die ressourcenarme Nation aufgrund des anhaltenden Iran-Kriegs Inflationsrisiken ausgesetzt ist.

Händler sehen laut von Bloomberg erfassten Daten eine etwa 69%ige Wahrscheinlichkeit, dass die BoJ bei der Sitzung am 28. April ihren Leitzins anhebt. Aktivitäten in Optionen im Zusammenhang mit US-Zinssätzen deuten darauf hin, dass die Marktteilnehmer davon ausgehen, dass die Fed die Kreditkosten in den kommenden Wochen anheben wird.

Das am Montag veröffentlichte Protokoll der geldpolitischen Sitzung der BoJ zeigte, dass ein Mitglied angesichts des Konflikts im Nahen Osten und dessen inflationsbedingten Auswirkungen auf die japanische Gesellschaft eine stärkere Zinserhöhung forderte. Es wurde zudem hervorgehoben, dass jede Maßnahme unter Berücksichtigung der eingehenden Wirtschaftsdaten und marktbezogener anekdotischer Signale erfolgen würde.

Die Straffung der Geldpolitik durch die Fed ist ein bekanntes Gegenwindrisiko für risikoreiche Vermögenswerte, einschließlich Bitcoin. Die Bank of Japan kann ebenso einflussreich sein. Jahre ultra-niedriger Zinsen haben Händler dazu ermutigt, Yen zu leihen und in höher rentierende Märkte zu investieren (der sogenannte Carry-Trade), wodurch die Kreditkosten weltweit niedrig gehalten und Aufschwünge bei risikobehafteten Vermögenswerten begünstigt wurden.

Ein Übergang zu einer restriktiveren Geldpolitik in Tokio könnte diese Flüsse umkehren, Wellen auf den Märkten auslösen und möglicherweise den Bärenmarkt im Kryptobereich vertiefen. Die BoJ hat ihren Zinssatz bereits in den letzten zwei Jahren von -0,1 % auf 0,75 % angehoben und gleichzeitig ihr massives Programm zum Kauf von Vermögenswerten beendet. Dennoch bleiben die Zinssätze in Japan deutlich unter dem Niveau von 3,5 %, das in den USA zu beobachten ist.

Die Bank hat daher ausreichend Spielraum für Zinserhöhungen, falls sich die Iran-Krise verschärft und dadurch möglicherweise die Energiepreise sowie die importierte Inflation in Japan und anderen ölabhängigen Ländern steigen.

Leichter gesagt als getan

Erhöhungen der Zinssätze werden jedoch angesichts der angespannten fiskalischen Lage Japans eine herausfordernde Aufgabe sein. Das Schulden-zu-BIP-Verhältnis des Landes liegt bei beeindruckenden 240 %, was bedeutet, dass höhere Zinssätze die Finanzierungskosten erheblich in die Höhe treiben und die öffentlichen Finanzen belasten könnten.

Ökonomen haben erklärt, dass Japan befindet sich in einer Zwickmühle. Erhöht es die Zinsen und lässt die Renditen der Staatsanleihen steigen, könnte dies die Tragfähigkeit der japanischen Staatsverschuldung gefährden. Hält es die Zinsen niedrig, wird der Yen voraussichtlich deutlich abwerten, was die Inflationssorgen verstärkt.

In den Devisenmärkten zeigen sich bereits Belastungen. Der japanische Yen setzt seinen Abwärtstrend fort und liegt derzeit bei etwa 160 pro US-Dollar, dem schwächsten Stand seit Mitte 2024. Der JPY hat seit 2021 um 54 % an Wert verloren.

coindesk.com