Der jüngste Rückgang von Bitcoin hat eine der unangenehmeren Fragen wieder aufgeworfen, die den Kryptomarkt in diesem Jahr beschäftigen.
Investoren fragen sich nun ernsthaft, ob dies nur eine weitere schlechte Woche oder der Beginn einer tieferen Verlustserie ist.
Klar scheint, dass sich der Druck wochenlang aufgebaut hat.
Bitcoin sank Ende letzter Woche wieder unter $68,000, fiel dann am 30. März kurzfristig auf etwa $65,112, bevor es mit zunehmendem Handel in Asien wieder über $67,000 kletterte.
Diese Erholung hat die größere Sorge nicht ausgeräumt. Der Markt konzentriert sich jetzt darauf, ob der März schwach genug schließen wird, um eine bereits ungewöhnliche Serie monatlicher Verluste zu verlängern.
Marktanalysen, die Ende Februar veröffentlicht wurden, wiesen bereits auf fünf aufeinanderfolgende rote Monatskerzen bis einschließlich Februar hin, wodurch der März-Schluss zum eigentlichen Dreh- und Angelpunkt für die nächste Etappe der Entwicklung wurde.
Bitcoins monatlicher Trend überwiegt die Erholung
Die Intraday-Schwankungen von Bitcoin sind dramatisch, doch das wichtigere Signal ist nun der Monatstrend.
Eine kurzfristige Erholung vom Tiefststand am 30. März ändert nicht die Tatsache, dass die weltweit größte Kryptowährung einen Großteil der letzten Wochen unter Druck gehandelt wurde.
Die Leitwährung fiel auf $65,112, bevor sie wieder über $67,000 sprang, nachdem Ende letzter Woche eine erneute Schwäche auftrat, als ETF-Abflüsse wieder einsetzten und der makroökonomische Druck zunahm.
Deshalb sollte die Rede von einer „sechsmonatigen Abwärtsserie“ weiterhin als Frage und nicht als Schlussfolgerung verstanden werden.
Der Februar wurde in Marktkommentaren weithin als der fünfte Verlustmonat in Folge beschrieben.
Der März hatte zum Zeitpunkt des jüngsten Ausverkaufs jedoch noch keinen bestätigten Monatsabschluss geliefert.
Iliya Kalchev von Nexo Dispatch traf die Stimmung präzise: Er sagte, eine Woche, die mit vorsichtigem Optimismus begonnen hatte, ende auf einer defensiveren Grundlage, da ETF-Abflüsse zurückkehrten und der makroökonomische Druck zunahm.
Abverkauf durch makroökonomische Ängste
Bitcoin wird oft als eine Welt für sich gegenüber der traditionellen Finanzwelt vermarktet.
In der Praxis wird es in letzter Zeit jedoch deutlich stärker wie eine hochvolatile Risikoanlage gehandelt.
Die gleichen Kräfte, die Aktien belasten und das Anlegervertrauen anderweitig dämpfen, wirken jetzt direkt auf Krypto ein.
Investoren beobachten genau die Kriegsängste im Nahen Osten, steigende Ölpreise, einen festeren Dollar und einen breiteren Rückzug von spekulativen Wetten.
Der sich verschärfende Konflikt im Nahen Osten trieb den Ölpreis deutlich nach oben, stärkte den Dollar und drückte wichtige Aktienindizes nach unten.
Dieser Übertragungsmechanismus ist so einfach: Wenn Kriegsängste zunehmen und der Ölpreis steigt, folgen meist auch Inflationssorgen.
Wenn Inflationssorgen zunehmen, sind Anleger weniger bereit, volatile Anlagen zu halten.
Bei Bitcoin wird diese Vorsicht dann durch krypto-spezifische Verstärker wie schwankende ETF-Zuflüsse, Positionierungen in Derivaten und Liquidationsdruck verstärkt.
Die jüngste Schwäche hing mit wieder aufgenommenen ETF-Abflüssen und einer Risikoaversion im makroökonomischen Umfeld vor einem Optionsverfall von etwa $14 Milliarden zusammen.
Sechster Verlustmonat möglich
Das bärische Szenario ist leicht erkennbar.
Technische Kommentare von FXStreet besagten, dass der kurzfristige Ton fragil bleibe, mit unmittelbarer Unterstützung um den mittleren $60,000-Bereich, wobei ein Tagesschluss unter $65,000 potenziell die Tür für eine tiefere Rückführung in Richtung $60,000 öffnen könnte.
Das bringt Bitcoin in eine prekäre Lage: Der Kurs ist nahe genug an der Unterstützung, um Schnäppchenjäger anzulocken, aber nicht weit genug von einem Durchbruch entfernt, um die Nerven zu beruhigen.
Reuters zitierte Cinthia Murphy von TMX VettaFi mit der Aussage, Bitcoin könne sich einem Boden nähern, auch wenn es für Anleger weiterhin eine „wilde Fahrt“ bleibe.
invezz.com