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Krypto-News der Woche 20. März 2026

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Quantenresistenz erstmals auf Bitcoin erprobt

Über die letzten Monate kam die Gefahr der Quantencomputer unter Bitcoinern vermehrt ins Gespräch. Indessen erprobt man eine Verbesserung, die zur Quantenresistenz der Blockchain führen soll. Das Konzept trägt den Namen BIP 360 und wurde jüngst auf einem Testnet eingeführt.

“BTQ Technologies gibt den ersten erfolgreichen Einsatz von BIP 360 bekannt. (…) Das Bitcoin-Quantum-Testnet v0.3.0 enthält die erste funktionsfähige Implementierung von BIP 360”, erklärten die Entwickler von BTQ in einer Pressemitteilung.

“BTQ hat das Testnet aktiviert und bietet Entwicklern, Minern und Forschern damit eine Umgebung, in der sie prüfen können, wie quantenresistente Bitcoin-Transaktionen in der Praxis funktionieren”, heißt es weiter.

Die Verbesserung sei laut BTQ in der Lage, eine bestehende Schwäche im Programmcode des Bitcoins zu beheben. Demnach sei durch die Einführung von Taproot im Jahr 2021 das Risiko entstanden, den öffentlichen Schlüssel einer Blockchain-Adresse zu entblößen.

Durch den Shor-Algorithmus könne der private Schlüssel auf Basis seiner öffentlichen Abwandlung mittels Quantencomputern berechnet werden. BIP 360 schließt diese Lücke.

“Dafür wurde ein neuer Output-Typus entworfen: Pay-to-Merkle-Root (P2MR).” Die Programmierbarkeit sei der des bisherigen Typus P2TR sehr ähnlich, entferne allerdings den Ansatzpunkt, den Quantencomputer potenziell ausnutzen könnten.

Die Herstellung von Quantenresistenz zählt derzeit zu den wichtigsten Aufgaben am Kryptomarkt. Der Durchbruch der Quantencomputer könnte für die Blockchains andernfalls üble Auswirkungen entfalten. Durch stark wachsende Rechenleistungen könnten diese real verwendete private Schlüssel in absehbarer Zeit aufspüren und dadurch die Entwendung von Anlagen über die Blockchain ermöglichen.

Nordkorea schützt Beute mittels Kryptowährungen

Das US-Finanzministerium verhängte jüngst Sanktionen gegen kriminelle Operationen, die laut Erkenntnissen des Ministeriums der nordkoreanische Staatsapparat betreibt. Durch IT-Betrug sei es Nordkorea gelungen, allein im Jahr 2024 Gewinne in Höhe von 800 Millionen zu erwirtschaften. Mittelsmänner wandeln die Gelder anschließend in Kryptowährungen um und schützen so die Beute.

Die Kontrollbehörde OFAC verhängte deshalb Sanktionen gegen das nordkoreanische Unternehmen Amnokgang sowie gegen ihren vietnamesischen Partner Quangvietdnbg. Amnokgang schleuste Informatiker in US-Unternehmen ein. Diese täuschten ihre Arbeitgeber über ihre Herkunft und hielten ihren nordkoreanischen Hintergrund geheim.

Anschließend spähten sie die US-Unternehmen aus, spielten Trojaner auf die internen Systeme auf und erpressten sie. Die Erlöse schleuste man an mehrere Partner wie das nordkoreanische Unternehmen Quangvietdnbg. Diese Partner wandelten die Gelder dann in Kryptowährungen um und sendeten sie nach Nordkorea.

Das Konzept erlangte über die vergangenen Monate international Bekanntheit. Auch deutsche und weitere europäische Firmen sind von derselben Betrugsmasche betroffen. Dem nordkoreanischen Staatsapparat sollen auf diese Weise erhebliche Gewinne gelingen, mit denen er dann die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen finanziert.

Die US-Behörden machen den Nordkoreaner Kim Se Un für die Betrugsmasche verantwortlich. Dieser habe ein internationales Netzwerk aufgebaut, das sich vor allem in Laos, Vietnam und Spanien festige. Kim Se Un lenkt die Entwicklung eines Atomwaffenprogrammes in Nordkorea.

Die Nutzung von Kryptowährungen durch das Netzwerk war bislang unbekannt. Eingenommene Fiatwährungen tauschen bestimmte Verantwortliche gezielt in Krypto um, weil sich die Verfolgung und Beschlagnahme der Gelder damit verhindern lässt. Zudem können Kryptowährungen problemlos in das weitgehend isolierte Nordkorea transferiert werden.

Auf welche Coins die Operation genau setzt, verrät OFAC nicht. Nordkoreas Hang zu Krypto ist schon seit Jahren bekannt. Der Staat betreibt laut Experten die erfolgreichste Hackergruppe überhaupt. Hacker der Lazarus-Gruppe nahmen seit 2017 mehr als sieben Milliarden US-Dollar durch Krypto-Hacks ein.

KYC-Daten von Krypto-Börsen gelangen an Öffentlichkeit

Eine unbekannte Anzahl von KYC-Daten ist laut neuesten Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gelangt. Betroffen seien die Handelsplattformen Binance und OKX. Von wann die Daten stammen, ist ebenso unbekannt.

Ein Nutzer namens XZeeoneOfc veröffentlichte den Datensatz im Darknet-Forum DarkForums. Gemeinsam mit der indonesischen Hackergruppe Team CyberCrime Indonesia habe er die Informationen erlangt.

Hackern gelten KYC-Daten üblicherweise als besonders profitable Ziele. Sie enthalten umfassende Informationen über Personen. Daher lassen sie sich nutzen, um weitere Gelder zu erbeuten – etwa über Phishing. Im Darknet werden KYC-Daten deshalb üblicherweise verkauft, statt kostenlos verschenkt.

XZeeoneOfc möchte das Datenleck laut eigener Darstellung nicht zu seinem finanziellen Vorteil nutzen, sondern um ein politisches Zeichen zu setzen. Er kritisierte in seinem Beitrag das Konzept von KYC. Die Identifizierung von Personen durch die Aufzeichnung von so vielen Informationen sei zu riskant. Auf dieses Risiko macht er durch die Veröffentlichung aufmerksam.

“Herzlichen Glückwunsch an die Systemadministratoren. Ihr habt einen Zustand herbeigeführt, in dem sich die Privatsphäre einfacher beseitigen lässt als die Probleme der Menschen”, erklärte er. “Unsere Daten sind ein Menschenrecht, keine Ware, die ihr einfach wegen eurer technischen Fahrlässigkeit verschwinden lassen könnt”, heißt es weiter.

‼️🌍 A threat actor has allegedly leaked a KYC (Know Your Customer) dataset for free, referred to as "DatasetData dalubhave."

The data reportedly includes full names, emails, phone numbers with country codes (Yemen, Palestine, Turkey, Egypt, etc.), dates of birth, national ID… pic.twitter.com/zO293Mqrc1

— Dark Web Informer (@DarkWebInformer) March 16, 2026

Durch das Datenleck könnten Nutzer von Binance und OKX zum Opfer von Identitätsdiebstahl werden. Zudem wächst die Bedrohung durch Phishing. Auch augenscheinlich vertrauenswürdige E-Mails sollten misstrauisch beäugt werden, besteht hier doch die Gefahr des E-Mail-Spoofings.

US-Aufsichtsbehörden lockern Krypto-Regulierung

Die zwei wichtigen US-Aufsichtsbehörden SEC und CFTC gaben jüngst neue Lockerungen für Krypto-Regulierungen bekannt. Die Wertpapieraufsicht SEC rief das neue Projekt “Regulation Crypto Assets” aus. Damit wolle man nicht nur Rechtssicherheit herstellen, sondern die bisherige Regulierung deutlich lockern.

Die meisten Kryptowährungen seien keine Wertpapiere – mit dieser Botschaft wandte sich der SEC-Vorsitzende Paul Atkins an die Öffentlichkeit. Für die Kryptobranche in den USA ist dies ein Paukenschlag. Noch 2024 hatte die SEC reihenweise gegen Krypto-Unternehmen geklagt und ihnen vorgeworfen, illegale Wertpapiere zu vertreiben.

“Nach mehr als einem Jahrzehnt der Ungewissheit wird diese Interpretation den Marktteilnehmern Klarheit darüber verschaffen, wie die Kommission Kryptowährungen nach den Wertpapiergesetzen des Bundes behandelt”, sagte Atkins in einer Rede auf dem DC Blockchain Summit.

Our interpretation on crypto assets—grounded in existing law and informed by extensive public input—acknowledges what the former administration refused to recognize…

Most crypto assets are not themselves securities.pic.twitter.com/fbHan0vmmb

— Paul Atkins (@SECPaulSAtkins) March 17, 2026

“Außerdem wird darin anerkannt, was die vorherige Regierung nicht anerkennen wollte – nämlich, dass die meisten Kryptowährungen keine Wertpapiere sind”, setzte er fort.

CFTC und SEC arbeiteten gemeinsam ein Konzept der Krypto-Regulierung aus. Dabei unterscheidet man zwischen fünf verschiedenen Typen unter den Kryptowährungen. Als Wertpapiere gelten demnach nur noch tokenisierte Wertpapiere. Jegliche echte Kryptowährungen fallen dann in andere Sparten und genießen deshalb größere Freizügigkeit.

Das gemeinsam ausgearbeitete Konzept soll langfristig gesetzlich festgehalten werden. Bislang handelt es sich nur um eine interne Regulierungsvorschrift innerhalb der Aufsichtsbehörden.

Der selbsterklärte Krypto-Enthusiast Atkins bezeichnete Krypto als “Zukunft der Finanzwelt”. Sein Kollege, CFTC-Vorsitzender Michael Selig, lockerte seinerseits den Umgang mit Krypto-Entwicklern und -Dienstleistern.

Bitcoin-Kurs kurzzeitig über 75.000 USD: Was ist passiert?

Diese Woche gelang es dem Bitcoin-Kurs, kurzzeitig über 75.000 US-Dollar zu notieren. Am Dienstag, dem 17. März, stieg $BTC auf 75.800 US-Dollar. Nur kurze Zeit später ging es für die größte Kryptowährung bereits wieder deutlich abwärts.

Heute wird der Bitcoin für 69.900 US-Dollar gehandelt. Sogar CoinGecko-Gründer Bobby Ong zeigt sich von dieser raschen Abwärtsbewegung enttäuscht. Er rechnete mit einer Bodenbildung bei 75.000 US-Dollar. Dieses Niveau konnte der Bitcoin allerdings nicht halten. Die Unterstützung bei rund 70.000 US-Dollar bewies sich bislang als groß genug, um den Abwärtstrend zu stoppen.

When we broke past $75k earlier this week, I thought we go away from the doom & gloom of this bear cycle at least for a few weeks. But it’s so short lived and we are now below $70k again 😭 https://t.co/vZgnoFtI5f

— Bobby Ong (@bobbyong) March 19, 2026

Geopolitische Spannungen dürften sich als wesentlich für Bitcoins jüngste Kursverluste erweisen. Besonders der Iran-Krieg scheint aktuell die Unsicherheit am Markt zu fördern. Israel beschoss South Pars – das größte Gasfeld der Erde – und löste damit Sorgen über die weltweite Versorgung aus.

CoinShares glaubt, dass der Bitcoin mittel- bis langfristig von der Spannung profitieren könnte, während die Inflation weiter wächst und die Bedeutung der Fiatwährungen dadurch sinkt. Aktuell sei die Kryptowährung unterbewertet.

“Während traditionelle Anlageklassen erste Stresssignale zeigen und Gold hinter den Erwartungen zurückbleibt, rückt Bitcoin zunehmend als alternatives Wertaufbewahrungsmittel in den Fokus”, schrieb Marc des Ligneris von CoinShares in einer E-Mail an Blockchainwelt.

“Unsere Analyse zeigt, dass Bitcoin im Verhältnis zur Geldmenge unterbewertet erscheint, während Gold vergleichsweise teuer wirkt”, fügt er an.

Kryptomarkt verliert überwiegend

Im Wochentrend schreibt der Kryptomarkt überwiegend Verluste. $BTC sinkt über die letzten sieben Tage um 5,43 Prozent knapp unter die 70.000-Dollar-Schwelle. Ethereums Verluste fallen mit 2,90 Prozent milder aus.

Unter den Top-100 gibt es im Wochentrend sowohl nennenswerte Verlierer als auch Gewinner. Während das Mining-Netzwerk Pi (PI) die Verluste mit -32 Prozent anführt, schreibt das DAO-Protokoll DeXe mit +30 Prozent erhebliche Gewinne.

Auch das KI-Projekt Artificial Superintelligence Alliance (FET) schreibt mit +21,65 Prozent deutliche Gewinne. Quant (QNT) belegt den dritten Rang der Wochensieger mit 19,90 Prozent Gewinn.

Trotz der Verluste ist allmählich ein Stimmungsumschwung am Markt zu erkennen. Am Montag erreichte der Crypto Fear & Greed Index mit 45 von 100 Punkten ein regionales Hoch. Zum Redaktionsschluss liegt er bei 30 Punkten und damit im Bereich “ängstlich”.

Noch letzten Monat lag der Fear & Greed Index bei 12 Punkten und signalisierte damit “extreme Furcht”.

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