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Bitcoin erholt sich bei 71.000 Dollar, während mit längerem Irankrieg gerechnet wird

source-logo  trendingtopics.at 04 März 2026 06:00, UTC
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Während der Ölpreis in Folge des Irankriegs steigt und Aktien – insbesondere heute an den asiatischen Börsen – unter Druck geraten, springt Bitcoin plötzlich wieder deutlich nach oben: Bitcoin hat sich nach den jüngsten geopolitischen Turbulenzen erholt und hat die 71.000 US-Dollar erreicht. Am Mittwoch notiert die Kryptowährung wieder über der psychologisch wichtigen Schwelle, nachdem sie zwischenzeitlich auf rund 63.000 Dollar gefallen war.

Auch viele andere Krypto-Assets sehen aktuell Erholung und liegen am heutigen Mittwoch deutlich über der Vorwoche, bevor die Angriffe der USA und Israels auf den Iran losgingen:

# Coin Preis 24h 7d
1 Bitcoin BTC $71.012,17 ▲ 6,00% ▲ 8,35%
2 Ethereum ETH $2.049,63 ▲ 4,92% ▲ 7,48%
3 $BNB $BNB $645,46 ▲ 3,40% ▲ 7,59%
4 $XRP $XRP $1,38 ▲ 2,58% ▲ 1,21%
5 Solana SOL $88,75 ▲ 5,33% ▲ 7,81%
6 TRON TRX $0,2833 ▲ 0,61% ▼ 1,33%
7 Dogecoin DOGE $0,09127 ▲ 1,31% ▼ 2,24%
8 Cardano ADA $0,2687 ▲ 0,81% ▼ 0,27%
9 Bitcoin Cash BCH $452,87 ▲ 3,56% ▼ 7,90%
10 UNUS SED $LEO $LEO $9,21 ▲ 1,49% ▼ 5,91%

ETF-Zuflüsse als Stabilisierungsfaktor

Ein wesentlicher Treiber der Kurserholung sind die anhaltenden Zuflüsse in Bitcoin-Spot-ETFs. In den vergangenen fünf Handelstagen verzeichneten diese Finanzprodukte Nettomittelzuflüsse von etwa 1,45 Milliarden US-Dollar. Diese institutionelle Nachfrage gilt als wichtiger Stabilisierungsfaktor für den Bitcoin-Kurs.

Technische Faktoren dominieren die Bewegung

Der Market Maker Enflux erklärt die jüngste Kursbewegung vor allem mit technischen Faktoren. Demnach sei der Anstieg weniger auf erneutes bullisches Vertrauen zurückzuführen, sondern vielmehr auf das Eindecken von Short-Positionen. Händler hätten angesichts der geopolitischen Schlagzeilen bearish positioniert, doch als sich die Lage nicht weiter verschärfte, setzte eine Gegenbewegung ein.

„Der Markt preist weder eine Katastrophe ein, noch eine Lösung“, schrieb Enflux in einer Mitteilung an CoinDesk. „Als die Eskalation nicht unmittelbar in einen breiteren regionalen Krieg mündete, begann das Short-Covering.“

Onchain-Daten zeigen vorsichtige Stabilisierung

Analysen von Glassnode deuten auf eine Stabilisierung des Marktes hin, allerdings ohne starke Überzeugung in eine bestimmte Richtung. Der Relative Strength Index (RSI) stieg von 36 auf etwa 41, liegt aber weiterhin unter der neutralen 50er-Marke. Das Handelsvolumen am Spotmarkt erhöhte sich von 6,6 Milliarden auf etwa 9,6 Milliarden US-Dollar, wobei sich Kauf- und Verkaufsströme zunehmend ausgleichen.

Während sich der Spotmarkt erholt, zeigen die Derivatemärkte weiterhin Vorsicht. Die Kosten für gehebelte Long-Positionen sind deutlich gesunken, und im Futures-Handel dominieren nach wie vor die Verkäufer. Dies deutet darauf hin, dass Händler mit Hebelprodukten noch nicht von einer nachhaltigen Erholung überzeugt sind.

Auch Prediction Markets wie Polymarket zeigen eine nachlassende Überzeugung für weitere Kursrückgänge. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im März auf 65.000 Dollar fällt, sank um 11 Prozentpunkte auf 73 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für einen Rückgang auf 60.000 Dollar verringerte sich um 10 Prozentpunkte auf 41 Prozent.

Langfristiger Kontext: Fünfmonatige Korrektur

Trotz der jüngsten Erholung befindet sich Bitcoin seit Oktober 2025 in einem Abwärtstrend. Vom Höchststand aus gemessen fiel der Kurs zeitweise um mehr als 50 Prozent. Fünf Monate in Folge verzeichnete Bitcoin Verluste, ein Phänomen, das zuletzt im Bärenmarkt 2018 beobachtet wurde. Die aktuelle Kursstärke könnte darauf hindeuten, dass auf dem gegenwärtigen Niveau kaum noch Verkaufsdruck besteht.

Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass Bitcoin kurzfristig Unterstützung gefunden hat. Allerdings bleiben Händler vorsichtig und preisen weder eine deutliche Rally noch einen tieferen Ausverkauf ein. Die institutionelle Nachfrage über ETFs bleibt ein wichtiger Stützfaktor, während die Derivatemärkte weiterhin Zurückhaltung signalisieren. Ob sich Bitcoin als krisenfestes Asset etablieren kann, wird sich erst über einen längeren Zeitraum zeigen.

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