- Michael Saylor bezeichnet Quantencomputer nicht als akute Gefahr für Bitcoin, sondern als langfristiges Thema.
- Er erwartet, dass eine glaubwürdige Quantenbedrohung die gesamte digitale Infrastruktur betreffen würde und deshalb früh erkennbar wäre, bevor Bitcoin angepasst werden müsste.
Michael Saylor hat die Sorge vor Quantencomputern als akute Bedrohung für Bitcoin in einem Interview vom 23. Februar zurückgewiesen. Der Strategy-Chef weist das Thema nicht ab, stuft es aber klar als langfristige Sicherheitsfrage ein.
Warum Quantencomputer keine akute Gefahr für Bitcoin sind
Saylor begann mit einer klaren zeitlichen Einordnung:
„Erstens ist der im Cybersicherheitsbereich breit getragene Konsens, dass ein Quantenrisiko – falls es überhaupt existiert – mehr als zehn Jahre entfernt ist. Das ist kein Thema dieses Jahrzehnts. Ob es überhaupt eine Quantenbedrohung geben wird, ist eine Frage, die noch offen ist. Aber es gibt ganz sicher keinen Konsens, dass es jetzt eine Bedrohung gibt oder dass sich kurzfristig eine Bedrohung materialisiert.“
Damit widerspricht er der These einer unmittelbar bevorstehenden Bitcoin-Gefahr und rückt das Thema in den Bereich langfristiger Vorsorge. Er sagt also nicht, dass Quantencomputing irrelevant ist. Sein Punkt ist ein anderer: Die aktuelle Debatte wirke alarmistischer, als es der heutige technische Stand rechtfertige.
Im Kern argumentiert Saylor, dass ein echter Quantendurchbruch nicht nur Bitcoin betreffe, sondern die gesamte digitale Infrastruktur.
„Wenn ein Quantenrisiko entsteht, dann werden wir ein Upgrade der Software sehen, die das globale Bankensystem, das globale Internet, Verbrauchergeräte, alle Kryptonetzwerke, das Bitcoin-Netzwerk, alles Digitale und auch KI-Netzwerke betreibt. Das wird keine Überraschung sein. Wir werden es kommen sehen.“
Er ergänzt, dass Bitcoin-Software ohnehin laufend weiterentwickelt werde:
„Die Bitcoin-Software verändert sich. Wir diskutieren gerade über ein Upgrade von Version 29 auf Version 30. Wenn du 30 Versionen von Bitcoin Core bei einem Asset hast, das 17 Jahre alt ist, dann kannst du dir ausrechnen, in welchem Rhythmus sich solche Systeme weiterentwickeln.“
Er verweist zudem darauf, dass Staaten, Banken und Tech-Konzerne vor demselben Problem stünden:
„Ob Google oder Microsoft oder Apple oder Coinbase oder BlackRock oder Strategy oder die US-Regierung oder die EU oder China oder JP Morgan — sie alle müssen sich mit derselben Frage befassen. Wir alle haben digitale Systeme, die bei einer glaubwürdigen Quantenbedrohung betroffen wären.“
Die Kryptobranche sieht er dabei sogar in einer relativ guten Ausgangsposition:
„Ich denke, die Krypto-Sicherheitscommunity wird die Bedrohung als Erste erkennen und als Erste darauf reagieren. Die Sicherheitsprotokolle, die verwendet werden, um Krypto zu bewegen, sind heute schon extrem ausgefeilt.“
Deutlich wurde Saylor vor allem rund um den Alarmismus einiger Experten und Analysten:
„Ich glaube nicht, dass das Quantum-Narrativ derzeit die größte Sicherheitsbedrohung für Bitcoin ist. Menschen machen darüber seit 15 Jahren alle paar Jahre Witze und diskutieren es. Ich würde sagen: Wir reden jetzt über Quantum, weil alle anderen Risiken nicht eingetreten sind.“
Zum Schluss greift er eine bewusst einfache Formel auf: „Am Ende des Tages gilt: Nicht in Panik verfallen. In der Zukunft werden viele Dinge passieren. Die Menschheit wird auf diese Dinge reagieren.“
Für Saylor ist Quantentechnologie damit ein reales Zukunftsthema, aber kein Grund für akuten Alarm. Wie CNF berichtete, hat Saylor vor wenigen Wochen dennoch eine Quantencomputerinitiative angekündigt, um Forschung und Konsens zu fördern.
In our brand new sit-down, I handed @saylor every anti-Bitcoin argument the internet has and he responded to ALL of them.
I dare any Bitcoin critic to watch this interview and not reconsider at least one of their arguments.
TIMESTAMPS:
00:00 Michael Saylor address Bitcoin bear… pic.twitter.com/lmMnZ2p7WX— Natalie Brunell ⚡️ (@natbrunell) February 23, 2026
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