Bitcoin Exchange Traded Funds (ETFs) halten trotz des heftigen Kurscrashs von Bitcoin weiterhin Milliarden an Vermögenswerten, doch diese Beständigkeit ist nicht unbedingt das bullische Signal, das viele zu glauben begonnen haben.
Laut einem Analysten resultiert die Widerstandsfähigkeit aus Market Makern und Arbitrageuren, die ein- und aussteigen, anstatt langfristige Investoren zu sein, die auf Wertsteigerungen setzen.
Der Preis von Bitcoin BTC$67.846,00 erreichte Anfang Oktober einen Höchststand von über 126.000 US-Dollar und ist kürzlich auf nahezu 60.000 US-Dollar eingebrochen. Trotz des Preisverfalls haben die 11 in den USA gelisteten Spot-Bitcoin-ETFs kumulativ lediglich Nettomittelabflüsse in Höhe von 8,5 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Diese Fonds verwalten weiterhin Vermögenswerte in Höhe von 85 Milliarden US-Dollar, was über 6 % des Bitcoin-Angebots entspricht.
Mehrere Analysten, darunter auch jene, mit denen CoinDesk letzte Woche auf der Consensus Hong Kong sprach, nannten dieselben Daten als Beleg für eine bullische Positionierung.
Markus Thielen, Gründer von 10x Research, sagt, dass die Widerstandsfähigkeit nicht nur von langfristigen Hodlern ausgeht, sondern auch von Market Makern und Arbitrageuren mit abgesicherten, nicht-richtungsgebundenen Positionen.
"Dies spiegelt die strukturelle Natur der ETF-Beteiligung wider, die von Market Makern und auf Arbitrage ausgerichteten Hedgefonds dominiert wird, welche überwiegend abgesicherte Positionen halten, sowie von langfristigen institutionellen Investoren mit geringer Umschlagshäufigkeit und längeren Anlagehorizonten," erklärte Thielen am Mittwoch in einer Kundenmitteilung.
Thielen verwies auf Berichte von Institutionen (genannt 13F-Meldungen) für Ende 2025. Diese zeigen, dass 55 % bis 75 % des IBIT-ETF von BlackRock, der 61 Milliarden Dollar hält, von Market Makern und arbitrageorientierten Hedgefonds gehalten werden, die ihre Positionen abgesichert oder neutral halten und somit nicht wirklich bullish auf Bitcoin sind.
Market Maker sind Akteure, die Liquidität im Orderbuch einer Börse schaffen und somit die reibungslose Abwicklung großer Kauf- und Verkaufsaufträge zu stabilen Preisen ermöglichen. Sie erzielen Gewinne aus dem Geld-Brief-Spanne und bemühen sich daher, eine marktneutrale Position einzunehmen, um Preisvolatilitätsrisiken zu umgehen. Ebenso nehmen Arbitrage-Hedgefonds gegensätzliche Positionen in zwei Märkten ein, wie beispielsweise Spot-ETFs und Futures, um von den Preisunterschieden zwischen beiden zu profitieren.
Beide Einheiten üben daher keine richtungsweisenden Einflüsse (bullisch/bärisch) auf den Markt aus.
Thielen fügte hinzu, dass Market Maker ihre Exponierung im vierten Quartal um etwa 1,6 bis 2,4 Milliarden US-Dollar reduzierten, als Bitcoin nahe 88.000 US-Dollar gehandelt wurde, was „nachlassende spekulative Nachfrage und verringerte Arbitrage-Bestandsanforderungen“ widerspiegelt.