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Der wahre Grund für den Bitcoin-Crash? Diese Theorie geht gerade viral

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  • Krypto-X diskutiert, ob der Bitcoin-Crash durch einen möglichen IBIT-Options-Blow-up ausgelöst wurde.
  • Parker White verweist auf IBIT-Rekorde bei Volumen und Optionsprämien sowie auffällige 13F-Strukturen, harte Hinweise gibt es aber erst frühestens Mitte Mai.

Der Bitcoin-Kurs stürzte gestern (5. Februar) im Tagesverlauf bis auf rund 62.354 US-Dollar ab; einzelne Börsen wie Binance registrierten zwischenzeitlich sogar eine Wick auf bis zu 60.000 Dollar. Damit liegt Bitcoin grob 30 Prozent unter dem Niveau von Anfang Januar (damals noch knapp 94.000 Dollar) und etwa 48 Prozent unter dem Rekordhoch aus Oktober 2025 bei rund 126.273 Dollar.

Über die Gründe wird derzeit viel diskutiert: der Binance-Flash Crash vom 10. Oktober, Market-Maker die pleite gegangen sind, der 4-Jahreszyklus, Verkäufe durch OG-Wale und zuletzt die Nominierung von Kevin Warsh als neuer US-Zentralbank Vorsitzender durch US-Präsident Donald Trump.

Ist das der wahre Grund für den Bitcoin-Crash?

Heute bekam der Crash jedoch eine neue Theorie, die derzeit auf Krypto-X viral geht: Nicht primär Retail-Panik oder klassische Börsen-Liquidationen sollen den Ausschlag gegeben haben, sondern ein möglicher Blow-up rund um BlackRocks Bitcoin-ETF IBIT und zwar über den Optionsmarkt.

Auslöser der Spekulation ist ein ungewöhnlicher Mix an Marktsignalen. Parker White, Chief Investment Officer der DeFi Dev Corp (DFDV), verweist auf einen Rekordtag bei IBIT:

„Das war der volumenstärkste Tag bei IBIT überhaupt – um fast den Faktor 2 –, mit 10,7 Milliarden Dollar Handelsvolumen. Zusätzlich wurden ungefähr 900 Millionen Dollar an Optionsprämien gehandelt, ebenfalls der höchste Wert, den IBIT je gesehen hat.“

This was the highest volume day on $IBIT, ever, by a factor of nearly 2x, trading $10.7B today. Additionally, roughly $900M in options premiums were traded today, also the highest ever for IBIT. Given these facts and the way $BTC and $SOL traded down in lockstep today (normally…

— Parker (@TheOtherParker_) February 6, 2026

Gleichzeitig hätten Bitcoin und Solana „im Gleichschritt“ nachgegeben, während die Liquidationen auf zentralisierten Krypto-Börsen vergleichsweise moderat geblieben seien, für White ein Hinweis, dass der Druck nicht vom klassischen Kryptomarkt kam.

Seine These: Ein großer IBIT-Halter könnte in Schwierigkeiten geraten sein, möglicherweise ein Hedgefonds, der über IBIT-Optionen gehebelt positioniert war. White argumentiert, dass IBIT inzwischen „der wichtigste Handelsplatz für Bitcoin-Optionen“ sei und sich damit ein Hebelkanal etabliert habe, der nicht zwingend in den üblichen Krypto-Derivaten-Daten sichtbar wird.

Ein weiterer Baustein seiner Theorie sind die Halterstrukturen, die quartalsweise aus den 13F-Meldungen bei der US-Börsenaufsicht öffentlich werden. White schreibt, dort fänden sich Fonds, deren Portfolio zu einem sehr großen Teil aus IBIT bestehe – teils sogar zu 100 Prozent.

„Das deutet sehr wahrscheinlich darauf hin: kein Cross-Margin. Der größte Grund, einen Fonds aufzusetzen, der nur einen einzigen Vermögenswert hält, wäre, die Margin zu isolieren – damit Broker im Fall eines Blow-ups keinen Zugriff auf andere Assets haben.“

Auffällig sei zudem, dass „die meisten dieser großen Single-Asset-Fonds“ in Hongkong ansässig seien. White verweist darauf, dass asiatische Trader, insbesondere in China, stark an dem massiven Kursanstieg von Gold- und Silber-Trade beteiligt waren. Silber hat an dem Tag 20 Prozent verloren – eine der größten Tagesbewegungen aller Zeit. Zudem habe sich das Unwinding des Yen-Carry-Trades beschleunigt.

Das Zusammenspiel legt für ihn nahe, dass „ein oder mehrere Hongkong-basierte, nicht-krypto-native Hedgefonds“ im Zentrum stehen könnten. Dass diese Akteure außerhalb des Krypto-nativen Netzwerks agieren, würde erklären, warum noch immer niemand weiß, ob und wer pleite gegangen ist.

White ergänzt ein Indiz aus seinem Umfeld: Er kenne mehrere Hongkong-Fonds, die DFDV hielten. Sein Unternehmen habe den „schlechtesten Tag überhaupt“ verzeichnet , inklusive eines spürbaren Rückgangs im mNAV. Seine Schlussfolgerung: Wer groß genug ist, IBIT in einem Single-Entity-Konstrukt zu hebeln, dürfte kaum nur ein einziges Vehikel betreiben.

Wie könnte ein solcher Blow-up technisch aussehen? White skizziert ein Szenario, in dem ein Fonds „gehebelte Options-Trades“ auf IBIT gehandelt habe, etwa Calls mit hoher Gamma-Exponierung – womöglich finanziert über Yen-Kapital. Ein früherer Schock (er nennt 10. Oktober) könnte ein Loch in die Bilanz gerissen haben, das man durch mehr Leverage auf eine „offensichtliche“ Erholung zu schließen versuchte.

Steigende Finanzierungskosten und ein geplatzter Silber-Trade hätten dann die Lage eskalieren lassen, bis „dieser letzte Push in Bitcoin“ den Schlussstrich zog. White betont allerdings:

„Ich habe hier keine harten Beweise, nur ein paar Bauchgefühle und Brotkrumen.“

Parallel sorgt ein zweiter Punkt für neue Brisanz: White findet es „verdächtig“, dass die Nasdaq bei der SEC eine schnelle Aufhebung von Kontraktlimits für Optionskontrakte auf große Bitcoin- und Ether-ETFs beantragt habe und die SEC zugestimmt habe. Die Limits seien am 21. Januar entfernt worden, Bitcoin sei am 29. Januar „klippenartig“ gefallen. Seine zugespitzte Diagnose: Mit IBIT sei die Hebelkapazität „weit größer“ geworden als anderswo im Kryptomarkt – „Krypto hat endlich unsere eigene nukleare Hebelwaffe bekommen“.

Ob es sich um erzwungene Verkäufe handelte, ist damit nicht geklärt – aber genau dort setzt die Warnung von CryptoQuant-CEO Ki Young Ju an. „Wenn das kein Forced Selling ist, ist schwer zu verstehen, dass Institutionen so viel Angebot auf einmal abladen“, schreibt er. Kritisch sei, dass Forced Selling bei Bitcoin zu Kaskaden neige:

“Das Beängstigende an erzwungenen Bitcoin-Verkäufen ist ihre Kettenreaktion. Mit der Liquidation von Geldern und dem Fallen der Kurse gehen Miner bankrott, und selbst Privatanleger, die bis zum Schluss durchgehalten haben, sind gezwungen, ihre Verluste zu realisieren.”

Unless this is forced selling, it is hard to see institutions unloading this much supply all at once.

The scary part of forced selling in Bitcoin is that it tends to cascade. As funds get liquidated and prices fall, miners go bankrupt, and even retail investors who held on until… https://t.co/VXAIH5a3fL

— Ki Young Ju (@ki_young_ju) February 6, 2026

Für White liegt der Beweis in den kommenden Quartalsmeldungen: Sollte ein großer, passend strukturierter Fonds eine IBIT-Position von „riesig“ reduziert haben, wäre das ein harter Beweis für seine Theorie. Wegen der Meldefristen rechnet er frühestens Mitte Mai mit Klarheit.

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