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CryptoQuant warnt vor langem Bitcoin-Bärenmarkt

source-logo  decentralist.de 05 Februar 2026 08:31, UTC
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Nach dem erneuten Rückgang von Bitcoin unter die Marke von 75.000 Dollar mehren sich die Stimmen, die vor einer längeren Schwächephase am Kryptomarkt warnen. Aktuelle Daten zu Nachfrage, Liquidität und Investorenverhalten deuten darauf hin, dass eine schnelle Erholung unwahrscheinlich ist. Besonders Aussagen des CryptoQuant-Forschungschefs Julio Moreno sorgen derzeit für Aufmerksamkeit in der Branche.

Moreno hatte Anfang Februar in einem Interview betont, dass mehrere zentrale Marktindikatoren weiterhin auf strukturelle Schwäche hindeuten. Für Anleger stellt sich damit erneut die Frage, ob der jüngste Kursrutsch lediglich eine Zwischenkorrektur ist – oder der Beginn einer längeren Konsolidierungsphase.

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Schwache Datenlage belastet den Markt

Im Zentrum von Morenos Analyse steht der sogenannte „Bull Score Index“, der verschiedene On-Chain-, Markt- und Liquiditätsdaten bündelt. Dieser Indikator bewegt sich seit Wochen im extrem negativen Bereich. Nach Einschätzung des Analysten signalisiert das eine ungewöhnlich hohe Dichte an Schwächesignalen, wie sie typischerweise in ausgeprägten Bärenmärkten auftritt.

Auffällig ist zudem die Entwicklung bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs. Nachdem diese Produkte im Vorjahr noch als zentraler Nachfragefaktor galten, haben sie zuletzt netto verkauft. Im Januar wechselten demnach deutlich weniger Bitcoin in die Fonds als noch vor einem Jahr. Damit fehlt dem Markt ein wichtiger stabilisierender Kapitalstrom, der in früheren Phasen Kursrückgänge abgefedert hatte.

Auch das sogenannte Coinbase-Premium, das als Indikator für die US-Nachfrage gilt, spricht derzeit gegen eine Trendwende. Seit Monaten wird Bitcoin an US-Börsen häufig günstiger gehandelt als auf internationalen Plattformen. Historisch war eine solche Konstellation eher typisch für schwache Marktphasen, in denen institutionelles Interesse aus den Vereinigten Staaten fehlt.

Liquidität und Risikobereitschaft unter Druck

Neben der Nachfrage bereitet vielen Beobachtern vor allem die stagnierende Liquidität Sorgen. Das Wachstum großer Stablecoins wie USDT, das häufig als Maß für frisches Kapital im Markt dient, hat sich seit Herbst deutlich verlangsamt. Weniger neue Stablecoins bedeuten in der Praxis weniger verfügbare Mittel für größere Kaufwellen.

Parallel dazu sinkt die Bereitschaft, über gehebelte Produkte auf steigende Kurse zu setzen. Die Finanzierungsraten an den Terminbörsen zeigen, dass viele Marktteilnehmer derzeit eher defensiv agieren. Das deutet auf ein vorsichtiges Sentiment hin, das kurzfristige Erholungen anfällig für erneute Rückschläge macht.

Aus technischer Sicht bleibt das Bild ebenfalls angespannt. Bitcoin notiert seit Monaten unter seinem gleitenden Ein-Jahres-Durchschnitt, der in früheren Aufwärtsphasen als wichtige Unterstützung diente. Solange diese Marke nicht nachhaltig zurückerobert wird, gilt der übergeordnete Trend als intakt negativ.

Redaktionelle Einordnung

Aus Sicht von Decentralist zeigt die aktuelle Marktlage vor allem, wie stark Bitcoin inzwischen von institutionellen Kapitalströmen und makroökonomischen Rahmenbedingungen abhängt. Die Diskussion konzentriert sich derzeit stark auf kurzfristige Kursbewegungen, während strukturelle Faktoren wie ETF-Flows, Stablecoin-Liquidität und regionale Nachfrageentwicklung häufig unterschätzt werden.

Auffällig ist zudem, dass viele Marktteilnehmer weiterhin auf eine schnelle Rückkehr zu früheren Höchstständen hoffen. Die Datenlage spricht jedoch eher für eine längere Phase der Anpassung. Gerade nach dem starken Anstieg der vergangenen Jahre erscheint eine ausgedehnte Konsolidierung aus historischer Perspektive nicht ungewöhnlich.

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