Bitcoin-Entwickler halten Quantencomputing laut einem von Nic Carter zusammengestellten Index öffentlicher Aussagen größtenteils für eine kurzfristige Bedrohung der Netzwerksicherheit.
Carter’s Index zeigt, dass Bitcoin-Entwickler größtenteils unbeeindruckt von Quantencomputing-Warnungen sind
Nic Carter, General Partner bei Castle Island Ventures und Mitbegründer von Coin Metrics, hat Kommentare von Bitcoin-Entwicklern zusammengestellt, um zu bewerten, wie ernst sie Quantenrisiken im Vergleich zu Behauptungen in breiteren Diskussionen in der Kryptowelt betrachten. Seine Zusammenstellung legt nahe, dass die meisten Entwickler Quanten-bezogene Bedenken als spekulativ und nicht als unmittelbar ansehen.
Der Index, veröffentlicht auf Substack, schöpft aus Forenbeiträgen, Mailinglisten und öffentlichen Diskussionen, in denen Entwickler auf Fragen reagierten, ob Fortschritte im Quantencomputing die Kryptografie von Bitcoin kompromittieren könnten. In den meisten Fällen charakterisierten Entwickler solche Szenarien als hoch theoretisch und betonten das Fehlen praktischer Quantenmaschinen, die in der Lage sind, elliptische Kurven-Kryptografie im großen Maßstab zu brechen.
Carter hat auf Quanten-bezogene Risiken schon seit längerer Zeit aufmerksam gemacht und argumentiert, dass Bitcoin-Entwickler effektiv “schlafwandeln” in Richtung einer zukünftigen Quantenabrechnung. Am Mittwoch veröffentlichte er den Index und sagte auf der Social-Media-Plattform X: „Bitcoin-Entwickler sind nicht besorgt über Quantenrisiken – mit Belegen.“ Er fügte weiter hinzu:
Mein Stück zeigt die Einstellungen von etwa 40 verschiedenen Bitcoin-Entwicklern in ihren eigenen Worten, wenn du mit meiner Charakterisierung deiner Ansicht nicht einverstanden bist, schicke mir eine DM oder E-Mail, und ich werde es aktualisieren.
Mehrere Entwickler nannten die langen Zeitlinien, die typischerweise mit Quanten-Durchbrüchen verbunden sind, und argumentierten, dass selbst bedeutende Fortschritte wahrscheinlich allmählich und öffentlich sichtbar wären. Diese Sichtbarkeit, sagten sie, würde dem Netzwerk Zeit geben, durch standardisierte Upgrade-Prozesse zu reagieren, anstatt durch Notfallmaßnahmen.
Kritiker dieser Haltung argumentieren, dass das dezentralisierte Governance-Modell von Bitcoin die Reaktionszeiten verlangsamen könnte, falls eine echte Quanten-Bedrohung auftaucht. Sie weisen darauf hin, dass Bitcoin auf eine relativ kleine Gruppe von Mitwirkenden angewiesen ist, um Änderungen vorzuschlagen und zu überprüfen, was Bedenken darüber aufwirft, ob das Netzwerk schnell genug koordiniert werden könnte, wenn es unter Druck steht.
Einige Forscher und Kommentatoren haben gewarnt, dass Quantencomputer letztendlich private Schlüssel aus freigelegten öffentlichen Schlüsseln ableiten könnten, was es potenziellen Angreifern ermöglichen würde, Münzen ohne Genehmigung auszugeben. Diese Warnungen beziehen sich häufig auf inaktive oder wiederverwendete Adressen als hypothetische Schwachstellen, wenn kryptografische Annahmen fehlschlagen würden.
Carters Zusammenstellung zeigt, dass viele Entwickler gegen diese Behauptungen argumentieren und darauf hinweisen, dass Bitcoin bereits standardmäßig die Schlüsselaussetzung minimiert und dass Benutzer das Risiko durch Best Practices weiter reduzieren können. Entwickler betonten auch, dass theoretische Schwachstellen nicht automatisch in realweltliche Ausnutzbarkeit übersetzt werden.
Die Diskussion hat auch mögliche Protokoll-Upgrades berührt, einschließlich Vorschlägen wie BIP360, die quantenresistente kryptografische Verfahren einführen würden. Während einige Entwickler solche Vorschläge als vorsichtige langfristige Forschung ansehen, zeigt Carters Index, dass die meisten keine unmittelbare Notwendigkeit sehen, sie zu priorisieren.
Im Index referenzierte Entwickler betonten oft die Kompromisse, die mit großen kryptografischen Änderungen verbunden sind, einschließlich erhöhter Transaktionsgrößen, Leistungsüberlegungen und Kompatibilität mit bestehender Infrastruktur. Diese Kosten, argumentierten sie, sollten gegen realistische Bedrohungsmodelle und nicht gegen spekulative Szenarien abgewogen werden.
Die Debatte spiegelt eine breitere Spannung innerhalb der Bitcoin-Entwicklungskultur wider, die historisch konservative Änderungen und umfangreiche Peer-Reviews bevorzugt. Aus dieser Perspektive stimmt das Fehlen von Dringlichkeit bei Quantenrisiken mit Bitcoins inkrementellem Ansatz zur Protokollentwicklung überein.
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Carter rahmte den Index als Beobachtungsschnappschuss ein, nicht als Befürwortung irgendeiner Position, und hob die Kluft zwischen öffentlicher Besorgnis über Quantencomputing und den von den Softwarewartenden geäußerten Ansichten hervor. Er bemerkte, dass die Zusammenstellung dazu gedacht ist, die Diskussion zu informieren, nicht sie zu bestimmen.
Während die Quantenforschung weiter voranschreitet, bleibt die Frage, wann oder ob Bitcoin quanten-resistente Kryptografie einführen sollte, ungelöst. Für jetzt deuten Carters Erkenntnisse darauf hin, dass die meisten Entwickler glauben, dass bestehende Sicherheitsvorkehrungen und lange Zeitlinien Raum für gemessene Reaktionen lassen, anstatt für sofortige Maßnahmen.
FAQ ❓
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Was hat Nic Carter analysiert?
Carter hat öffentliche Aussagen von Bitcoin-Entwicklern zusammengestellt, die sich mit Quantencomputing-Risiken für das Netzwerk befassen. -
Besorgt über Quantenangriffe?
Die meisten im Index zitierten Entwickler sehen Quantenbedrohungen als theoretisch und nicht als unmittelbare Sorge an. -
Könnte Bitcoin aufrüsten, um Quantencomputing zu widerstehen?
Vorschläge wie BIP360 existieren, aber Entwickler sehen sie im Allgemeinen als langfristige Forschung und nicht als dringende Lösungen. -
Wer ist Nic Carter?
Carter ist ein General Partner bei Castle Island Ventures und Mitbegründer von Coin Metrics.