- Laut dem J.P. Morgan Global Family Office Report 2026 besitzen 89 Prozent der globalen Family Offices keinerlei Exposure zu Kryptowährungen. Die Umfrage unter 333 Single Family Offices mit einem kollektiven Vermögen von 518 Milliarden US-Dollar offenbart eine extrem konservative Haltung des “Old Money”. Die durchschnittliche Allokation liegt bei verschwindend geringen 0,4 Prozent.
- Betrachtet man explizit Bitcoin, geben 91 Prozent der Befragten an, keine Bestände zu halten. Lediglich eine Minderheit von neun Prozent hat zwischen einem und neun Prozent ihres Portfolios in die größte Kryptowährung investiert. Dies steht im starken Kontrast zur wachsenden Akzeptanz im breiteren ETF-Markt.

Durchschnittliche Portfolio-Allokation | Quelle: JPMorgan
- Besonders brisant ist der Widerspruch im Risikomanagement. Obwohl 20 Prozent der Family Offices geopolitische Konflikte als größtes Risiko einstufen, werden klassische und moderne “Safe Haven”-Assets gemieden.
- Bestärkt wird diese Zurückhaltung durch die aktuelle Marktlage: Bitcoins jüngste Schwäche – ausgerechnet inmitten geopolitischer Unsicherheit und eines schwächelnden US-Dollars – lässt Zweifel am “Safe-Haven”-Narrativ wieder lauter werden.
- Doch nicht nur Krypto fehlt – auch Gold findet sich in 72 Prozent der Portfolios nicht wieder. Die Sorge vor Geldentwertung spiegelt sich somit nicht in der Asset-Wahl wider.
- Bei den thematischen Investments liegt der Fokus klar auf anderen Sektoren. Während “Crypto & Digital Assets” nur für 17 Prozent der Family Offices Priorität haben, dominieren Künstliche Intelligenz (65 Prozent) und Healthcare Innovation (50 Prozent) die Zukunftsstrategien. Infrastruktur-Investments landen mit 41 Prozent ebenfalls weit vor digitalen Werten.
- Die Zurückhaltung der Family Offices steht diametral zum Trend der Corporate Treasury Adoption. Während private Vermögensverwalter zögern, nutzen Unternehmen wie MicroStrategy, Metaplanet oder Semler Scientific Bitcoin aggressiv als primäres Reserve-Asset, um sich gegen Inflation abzusichern.