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Achterbahnartige Bitcoin-Preisbewegungen führen letztlich zur Liquidation von 1,7 Milliarden US-Dollar an bullischen Krypto-Wetten

source-logo  coindesk.com 30 Januar 2026 14:43, UTC
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Der Kryptomarkt brach in den letzten 24 Stunden massiv ein, was zu Liquidationen in Höhe von 1,68 Milliarden US-Dollar führte, da gehebelte Positionen auf den großen Börsen laut CoinGlass-Daten ausgelöscht wurden.

Ungefähr 267.370 Händler wurden aus Positionen gedrängt, wobei Long-Positionen mit überwältigenden 1,56 Milliarden US-Dollar oder nahezu 93 % der Gesamtliquidationen den Löwenanteil ausmachten.

Short-Positionen machten lediglich 118 Millionen US-Dollar aus, was darauf hindeutet, wie einseitig die Positionierung vor der Abwärtsbewegung geworden war.

Bitcoin und Ether führten die Verluste an. $BTC verzeichnete allein rund 780 Millionen US-Dollar an Liquidationen, während ETH mit mehr als 414 Millionen US-Dollar folgte, laut Daten der Liquidations-Wärmekarte. Der größte einzelne Verlust war eine $BTC-USDT-Position im Wert von 80,57 Millionen US-Dollar auf HTX, eine Erinnerung daran, dass selbst tiefe Liquidität bei übermäßiger Hebelwirkung keinen Schutz bietet, wenn sich der Momentum dreht.

(Coinglass)

Der Schmerz konzentrierte sich auf Plattformen mit hohem Anteil an Perpetuals. Hyperliquid führte die Liste mit Liquidationen in Höhe von 598 Millionen US-Dollar an, über 94 % davon Long-Positionen, was widerspiegelt, wie aggressiv Händler auf steigende Kurse setzten. Bybit folgte mit 339 Millionen US-Dollar, und Binance verzeichnete 181 Millionen US-Dollar, wobei bei allen dreien die Long-Exposure überwog.

Liquidationen treten auf, wenn gehebelte Trader die Marginanforderungen nicht mehr erfüllen können und Börsen Positionen zwangsweise schließen, um weitere Verluste zu verhindern.

In volatilen Märkten wird dies reflexartig: Erzwungener Verkauf drückt die Preise nach unten, was weitere Liquidationen auslöst und eine Kaskade in Gang setzt. Diese Rückkopplungsschleife ist genau das, was sich hier abgespielt hat.

Für Händler sind Liquidationsdaten wichtig, da sie aufzeigen, wo Hebelwirkungen übermäßig genutzt wurden und wo Risiken ausgewaschen wurden.

Starke Long-Liquidationen markieren oft die Bereinigung spekulativer Überhitzungen, setzen Funding-Raten und Open Interest zurück. Das bedeutet nicht, dass ein Boden erreicht ist – aber es bedeutet, dass schwache Hände ausgestiegen sind und die Kursentwicklung künftig weniger durch erzwungene Zuflüsse verzerrt wird.

Die übergeordnete Erkenntnis ist, dass die Bewegung wahrscheinlich nicht von frischem bärischem Überzeugung getragen wurde, sondern durch das Leverage-Brechen. Wenn nahezu alles im Markt long ist, braucht der Markt keine schlechten Nachrichten – er braucht nur die Schwerkraft.

coindesk.com