Die Volatilität von Bitcoin stieg am Donnerstag stark anmassiver Ausverkauf da Händler sich eilig gegen Abwärtsrisiken absicherten.
Der Deribit Bitcoin Volatilitätsindex, bekannt als DVOL, stieg stark an und kletterte von etwa 37 auf über 44. DVOL ist im Kryptobereich das Pendant zum VIX von Wall Street, einem Angstindex, der misst, wie viel Kursbewegung Händler für die nächsten 30 Tage basierend auf den Optionspreisen erwarten.
Wenn der DVOL steigt, bedeutet dies, dass Händler für Schutz mehr bezahlen, Optionen teurer werden und die Angst zunimmt.
Optionen sind Derivatkontrakte, die dem Käufer das Recht geben, den zugrunde liegenden Vermögenswert zu einem vorher festgelegten Preis zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Eine Call-Option gewährt das Recht zum Kauf und stellt eine bullische Wette auf den Markt dar. Eine Put-Option bietet Schutz gegen Kursverluste.

Der Anstieg der Volatilität erfolgte, während die Märkte die erneute makroökonomische Unsicherheit verarbeiteten, einschließlich zunehmender Risiken eines Regierungsstillstands und neuer politischer Unruhen hinsichtlich der zukünftigen Führung der Federal Reserve. Auch die Volatilität auf den traditionellen Märkten stieg an, wobei der VIX parallel zunahm, was das Gefühl einer breiteren Risikoaversion und nicht nur eines ausschließlich Krypto-bedingten Ereignisses verstärkte.
Trotz des Anstiegs bleibt die implizite Volatilität von Bitcoin im historischen Kontext weit entfernt von extremen Werten.
Deribit-Daten zeigen, dass der IV-Rang von Bitcoin bei 36 liegt, was bedeutet, dass die aktuelle implizite Volatilität (eine marktorientierte Kennzahl, die die erwartete zukünftige Volatilität des Preises eines Vermögenswerts darstellt) nur geringfügig über den niedrigsten Werten des letzten Jahres liegt. Der IV-Perzentilwert liegt nahe bei 50, was darauf hindeutet, dass die Volatilität von Bitcoin in etwa der Hälfte der letzten 12 Monate unter dem aktuellen Niveau lag.
In einfachen Worten: Die Volatilität ist schnell angestiegen, aber sie ist noch nicht überdehnt.

Das ist wichtig für Trader. Ein steigender DVOL signalisiert, dass die Optionsmärkte größere Kursbewegungen erwarten, selbst wenn die Spotpreise scheinbar stabil bleiben. IV Rank und IV Percentile helfen Tradern dabei, einzuschätzen, ob Optionen im Vergleich zur jüngsten Vergangenheit günstig oder teuer sind, was Entscheidungen hinsichtlich Absicherung, Hebelwirkung und Risikoexposition beeinflussen kann.
Derzeit signalisieren die Optionsmärkte Vorsicht statt Panik.
Dennoch zeigt die Volatilitätssteigerung, gepaart mit mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar an Liquidationen und stark bereinigten Long-Positionen über verschiedene Börsen hinweg, wie fragil die Positionierung geworden war. Als die Preise nachgaben, erledigte der Zwangsverkauf den Rest.
Die Botschaft der Derivatemärkte ist eindeutig. Bitcoin ist nicht mehr ruhig. Und die Händler bereiten sich auf weitere Turbulenzen vor, wobei einige Zielsetzung von 70.000 US-Dollar Marke in den kommenden Wochen.