Ein neuer institutioneller Bericht stellt fest, dass die Kryptomärkte das Jahr 2026 mit reduzierter Hebelwirkung, stärkerer Struktur und einer Verlagerung hin zu defensiven Positionen beginnen, während Bitcoin seine Führungsposition behauptet und Institutionen eine Vorliebe für Large-Cap-Engagements zeigen.
Institutionen wenden sich defensiv, da das Krypto-Risiko neu bepreist wird
Die Märkte für digitale Vermögenswerte begannen 2026 auf einem stabileren Fundament, nachdem die umfassende Enthebelung im letzten Jahr das Risiko im gesamten Sektor neu festgelegt hatte. Laut dem Charting Crypto Q1 2026 Bericht, der von Glassnode und Coinbase Institutional erstellt wurde, ist die Hebelwirkung gesunken, die Derivat-Positionierungen sind konservativer geworden und die Marktteilnehmer bewerten das Risiko neu.
Bitcoin bleibt der Anker des Marktes. Die BTC-Dominanz hat sich in der Nähe von 59% gehalten, selbst wenn sich Tokens mit mittlerer und kleiner Marktkapitalisierung schwer taten, Gewinne aus früheren Zyklen zu halten. Die im Bericht zitierten Antworten aus institutionellen Umfragen zeigen eine klare Präferenz für Large-Cap-Engagements, was die anhaltende geopolitische Unsicherheit und einen vorsichtigen Umgang mit Risiken widerspiegelt.
Die Stimmung rund um Bitcoin bleibt verhalten. Die Metrik Net Unrealized Profit/Loss (NUPL) hat sich nach dem massiven Liquidationsereignis im Oktober auf niedrigeren Niveaus stabilisiert. Strukturell lässt dies Raum für Verbesserung der Stimmung, falls sich die Volatilität verringert oder die makroökonomischen Bedingungen unterstützend bleiben.
Einer der bemerkenswertesten Veränderungen hat sich in den Derivatemärkten ergeben. Die Enthebelung im Oktober hat die systemische Hebelwirkung erheblich reduziert, wobei das Hebelverhältnis in unbefristeten Futures auf etwa 3% der gesamten Marktkapitalisierung von Kryptowährungen ohne stabile Coins gefallen ist. Anstatt vollständig auszusteigen, wechselten Händler zu Optionen.
Bitcoin Options-Open-Interest übersteigt jetzt unbefristete Futures, wobei die Positionierung zunehmend auf Absicherung nach unten und definierten Risiko-Strukturen fokussiert ist. Dieser Wandel deutet auf eine widerstandsfähigere Marktstruktur hin, auch wenn die kurzfristige Überzeugung weiterhin gedämpft bleibt.
Der Bericht hebt auch Anzeichen einer Distribution bei Bitcoin hervor. Das Angebot, das in den letzten drei Monaten aktiv war, stieg im vierten Quartal 2025 auf 37%, während das lang ruhende Angebot leicht zurückging, was auf eine gewisse Umschichtung durch langfristige Inhaber hindeutet.
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Ethereum scheint unterdessen eine Spätphase des aktuellen Zyklus zu betreten, der Mitte 2022 begann. Der Bericht argumentiert jedoch, dass traditionelle Zyklus-Signale an Vorhersagekraft verlieren, da sich die Wirtschaft von Ethereum entwickelt. Gebührenkompression auf Layer-2-Netzwerken und sich ändernde Nutzungsmuster bedeuten, dass die zukünftige Leistung eher von Liquiditätsbedingungen und Positionierung als von der historischen Zykluszeit alleinig beeinflusst wird.
Insgesamt kommt der Bericht zu dem Schluss, dass, obwohl die Stimmung weiterhin vorsichtig ist, die Kryptomärkte strukturell gesünder sind als bei früheren Zyklusübergängen, wobei Disziplin über Übermaß herrscht.
FAQ🏦
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Warum wenden sich Institutionen in Krypto defensiv?
Niedrigere Hebelwirkung und makroökonomische Unsicherheit drängen Institutionen zu einer vorsichtigen, risikogemanagten Positionierung. -
Welche Vermögenswerte bevorzugen Institutionen am meisten?
Bitcoin und andere Large-Cap-Vermögenswerte führen die Portfolios an, während Mid- und Small-Caps an Beliebtheit verlieren. -
Was hat sich in den Krypto-Derivatemärkten verändert?
Händler reduzierten die Hebelwirkung und wechselten von Perpetuals zu Optionen zur Absicherung nach unten. -
Was bedeutet das für Krypto im Jahr 2026?
Die Märkte erscheinen strukturell stärker, wobei disziplinierte Risikobereitschaft spekulativen Übermaß ersetzt.