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Bitcoin unter Druck: Ist Japan statt Grönland der Auslöser für den Crash?

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  • Bitcoin ist seit Sonntag zeitweise über 8% gefallen und notiert derzeit bei rund 89.400 US-Dollar.
  • Experten sehen als Treiber einen erneuten Schock am japanischen Anleihemarkt und nicht den US-EU-Zollstreit.

Der Bitcoin-Kurs ist seit Sonntag zwischenzeitlich um mehr als 8 Prozent gefallen. Nachdem BTC mit einem starken Jahresauftakt zeitweise fast 98.000 US-Dollar erreicht hatte, ist ein großer Teil dieser Gewinne inzwischen wieder abgegeben worden. Am Mittwoch notierte Bitcoin bei rund 89.400 US-Dollar. Als Auslöser für den Rücksetzer galt zunächst der US-EU-Zollstreit im Zuge der Grönland-Forderungen von Donald Trump.

Tatsächlich könnte aber ein abrupter Schock im japanischen Anleihemarkt laut mehreren Marktbeobachtern zu der Risk-off-Bewegung bei Bitcoin und Altcoins geführt haben, während Gold ein neues Allzeithoch bei 4.888 US-Dollar pro Unze markierte. Japans Anleihenrenditen explodierten: Die 30-jährigen JGBs stiegen auf 3,875 Prozent (Rekord), die 40-jährigen auf 4,224 Prozent (Rekord), und die 10-jährigen JGBs legten an einem Tag um 3,7 Prozent zu.

US-Finanzminister Scott Bessent machte Japan in einem TV-Auftritt am Dienstag zum unmittelbaren Treiber der aktuellen Marktverwerfungen. Bessent erklärte:

„Ich glaube, die Märkte fallen, weil der japanische Anleihemarkt in den letzten zwei Tagen eine Bewegung von sechs Standardabweichungen hatte. […] Ich habe Kontakt zu meinen wirtschaftspolitischen Ansprechpartnern in Japan aufgenommen und sie dazu gedrängt, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Anleihemarkt zu stabilisieren – aber das schwappt auf alle Anleihemärkte über.“

Er ergänzte, die Renditen stiegen nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland und Frankreich, und betonte: „Das hat nichts mit Grönland zu tun.“

Bessent: Markets are going down because Japan’s bond market just suffered a six-standard-deviation move in ten-year bonds over the past two days… This has nothing to do with Greenland. pic.twitter.com/i1JVNR4vWw

— unusual_whales (@unusual_whales) January 20, 2026

Die zentrale Befürchtung: Japan gilt als größter ausländischer Halter von US-Staatsanleihen. Sollte der heimische Renditeanstieg japanische Investoren stärker „zu Hause halten“ oder Verkaufsdruck erzeugen, könnte das den US-Treasury-Markt treffen – entweder über geringere Nachfrage oder über Reallokationen.

BitMEX-Gründer Arthur Hayes schrieb dazu auf X:

„Das Problem für Anleihen ist, wenn japanische Investoren zu Hause bleiben, weil die Renditen auf JGBs höher sind, und aufhören, Pax Americana zu finanzieren.“

In einem weiteren Beitrag markierte er die langen Laufzeiten als potenziellen Zündfunken: „Das ist das Streichholz: die 30-jährige JGB-Rendite. Mal sehen, wie groß das Feuer wird.“

Aus Hayes’ Sicht ist dabei weniger die Schlagzeile selbst entscheidend als die Volatilität. Er rät:

„Beobachtet MOVE. Wenn er auf 130–140 schießt, kommt eine Art Bailout. Andernfalls: Macht euch bereit für den Pain Trade, wenn das Risk-off auslöst.“

LondonCryptoClub (@LDNCryptoClub) argumentierte auf X, dass Bitcoin kurzfristig reflexartig wie ein Risiko-Asset gehandelt werde, mittelfristig jedoch auf Liquidität und Entwertung reagiere:

„Bitcoin wird reflexartig als Risikoanlage gehandelt. Er wird jedoch schnell die Liquidität und die darauffolgende Entwertung erkennen und dem Goldpreis folgen. Wie bereits erwähnt, deckt Bitcoin sowohl das linke als auch das rechte Ende der Risikoverteilung ab. Im linken Bereich, wenn die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Strukturen zusammenbrechen, ist es die ultimative Absicherung. Wir sind noch nicht so weit … aber wir nähern uns diesem Punkt.“

Dan Tapiero, Gründer und CEO von 50T Funds, erklärt indes auf X, dass der Bitcoin eigentlich steigen müsste, aber womöglich nicht sofort:

„Der japanische Anleihenmarkt bricht komplett ein und erfasst derzeit alle Märkte. So sieht ein Markt aus, der nicht mehr richtig funktioniert. Die Behörden werden versuchen, einzugreifen und die Lage zu stabilisieren. Bessent ist sich dessen bewusst. Der Yen wird weiter stark fallen. Gold steigt, Bitcoin wird voraussichtlich folgen.“

Wipeout.

Complete annihilation in Japanese bond mkts infecting ALL markets right now.

This is what discontinuity/dysfunctionality of a mkt looks like.

Authorities will attempt to step in to smoothe.

Bessent aware.

Yen going down a lot more.

Gold up, btc eventually follows. pic.twitter.com/jiQEdQgCLX

— Dan Tapiero (@DTAPCAP) January 20, 2026

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