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Über 96.000 US-Dollar: Bitcoin steigt auf höchstes Niveau seit 8 Wochen

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Bitcoin handelt wieder bei 96.000 US-Dollar und damit auf dem höchsten Niveau seit mehr als acht Wochen. Welche Faktoren treiben den Kurs und könnte sich die Rally fortsetzen?

Der Bitcoin-Kurs stieg am Dienstagabend zum ersten Mal seit dem 16. November wieder über die Marke von 96.000 US-Dollar. Damit gelang der Kryptowährung seit dem lokalen Tiefststand von rund 80.500 US-Dollar, der am 21. November gesetzt wurde, eine Erholung um fast 20 %.

Am heutigen Tag gelingt es Bitcoin bislang, diese Kursgewinne weiter auszubauen. Zum US-Börsenstart kostet ein BTC mehr als 96.500 US-Dollar.

Bitcoin-Kurs in US-Dollar (4-Stunden-Kerzen) – Quelle: TradingView

Seit Jahresauftakt ist Bitcoin jetzt schon mehr als 10 % im Plus und hat damit gegenüber den Aktienmärkten und Gold die Nase vorn. Anders sah es im vergangenen Jahr aus, als BTC erstaunlicherweise fiel, während andere Anlageklassen ein starkes Jahr 2025 verbuchen konnten.

Um über 126.300 US-Dollar, das bisherige Allzeithoch vom 6. Oktober 2025, zu steigen, fehlt derzeit aber noch ein Kursanstieg um mehr als 30 %.

„Short Squeeze“ und ETF-Kaufnachfrage

Gestern allein legte BTC um 4,6 % zu. Laut Daten von Coinglass wurden bei dieser Bewegung knapp 300 Millionen US-Dollar an Wetten auf fallende Kurse aus dem Markt gespielt. Dieser „Short Squeeze“ dürfte die kleine Kursrally also weiter angefacht haben.

Kaufnachfrage kam derweil über die US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs. Die Anlageprodukte verzeichneten am Dienstag Zuflüsse in Höhe von mehr als 750 Millionen US-Dollar. Damit war es der beste Tag für die Bitcoin-Spot-ETFs seit dem 7. Oktober 2025, dem Tag nach dem bisherigen Bitcoin-Allzeithoch, als die Zuflüsse 875 Millionen US-Dollar betrugen.

Zu- und Abflüsse in die US-Bitcoin-Spot-ETFs pro Handelstag – Quelle: Coinglass

Besonders an dem gestrigen Kursanstieg ist zudem, dass die Aktienmärkte zeitgleich schwächer handelten. Der Aktienindex S&P 500 verlor am Dienstag beispielsweise 0,2 % während der „Technologieindex“ Nasdaq 100, mit dem BTC meist am stärksten korreliert, 0,15 % nachgab. Dieser „Entkopplung“ setzt sich heute bislang weiter fort.

Gründe für die Kursstärke

Jerome Powell vs. Donald Trump

Direkt zum Wochenbeginn erschütterte die Eskalation in der Auseinandersetzung zwischen dem Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, und US-Präsident Donald Trump die Märkte.

Die US-Justiz hat Ermittlungen gegen den Notenbankchef eingeleitet, woraufhin dieser in einem Videostatement klarstellte, dass der Grund nicht seine Aussagen zur Renovierung der Fed-Hauptgebäude, sondern die geldpolitischen Maßnahmen sein, die Trump immer wieder kritisiert. Der US-Präsident betonte in Reaktion, dass er mit den Ermittlungen nichts zu tun habe.

Die Kursreaktion von Bitcoin fiel zunächst bescheiden aus, doch einige Stunden später scheint sich nun herauszustellen, dass Bitcoin als dezentrales, alternatives Geldsystem durchaus von dem Chaos rund um die vermeintliche Unabhängigkeit der US-Zentralbank zu profitieren scheint.

Gute Inflationsdaten

Gestern wurden zudem die US-Inflationsdaten für den Monat Dezember gemeldet. Die Änderungsrate der Konsumgüterpreise lag im Rahmen der Erwartungen, während die für die Notenbank relevantere Kernrate, welche die volatileren Komponenten Energie und Lebensmittel ausklammert, niedriger als angenommen ausfiel.

  • Inflation: Anstieg um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr (2,7 % wurden erwartet)
  • Kerninflation: Anstieg um 2,6 % gegenüber dem Vorjahr (2,7 % wurden erwartet)

In der aktuellen Marktlage sind Inflationsdaten, die unter den Erwartungen liegen, positiv zu werten. Überraschungen nach oben könnten hingegen einer weiteren Lockerung der Geldpolitik den Riegel vorschieben.

Bitcoin-Reserve noch Priorität der Regierung

Ein Thema, das den Bitcoin-Kurs in den kommenden Monaten noch bewegen könnte, wären die Entwicklungen hinsichtlich der Bitcoin-Reserve der USA. Starinvestorin Cathie Wood ist beispielsweise davon überzeugt, dass die US-Regierung in diesem Jahr Bitcoin kaufen wird.

In der letzten Zeit ist um die strategische Reserve jedoch ziemlich ruhig geworden. Gestern erschien dann aber ein Interview von „Crypto in America“ mit Patrick Witt, dem leitenden Direktor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“.

Dabei wurde Witt auch auf den Stand der Dinge bei der Bitcoin-Reserve angesprochen, woraufhin er klarstellte, dass diese auf der Prioritätenliste des Weißen Hauses stehe und es bald weitere Informationen dazu geben werde.

Ich denke, wir haben heute Nachmittag einen Call dazu. [...] Es steht derzeit auf jeden Fall noch auf der Prioritätenliste. [...] Mehr dazu später.
Patrick Witt

Der leitende Direktor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, @PatrickJWitt, erklärt in einem aktuellen Interview, dass die Bitcoin-Reserve auf der Prioritätenliste des Weißen Hauses ist und gerade Gespräche darüber geführt werden. 🇺🇸👀

„Mehr dazu später.“ 🤔 pic.twitter.com/uhNwJL1W1F

— Blocktrainer (@blocktrainer) January 13, 2026

Seit dem Dekret von Trump aus dem März 2025 gab es bislang anscheinend keine weiteren Entwicklungen. Es steht beispielsweise sogar noch aus, dass die Regierung mitteilt, wie viele BTC sich wirklich im Besitz des Staates befinden.

Sollte es dazu bald eine Klarstellung geben oder vielleicht sogar Pläne zur budgetneutralen Bitcoin-Akkumulation, die das Dekret explizit erlaubt, offengelegt werden, könnte der Bitcoin-Kurs durchaus beflügelt werden.

Adoption von Nationalstaaten und Institutionen

Die USA sind aber nicht die einzige Nation, die sich für Bitcoin als Reserve-Asset interessiert. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass Abu Dhabi und Luxemburg über ihre Staatsfonds Bitcoin-ETFs gekauft haben, während die Zentralbank Tschechiens sogar einen Direktkauf tätigte.

Hunter Horsley, CEO des Vermögensverwalters Bitwise Invest, teilte auf der Plattform 𝕏 am Montag schließlich mit, dass er sich mit einer Zentralbank trifft. Wie dem Post zu entnehmen ist, soll es dabei wohl in erster Linie um Bitcoin gehen.

Ich habe heute ein Treffen mit einer Zentralbank –

Das allgemeine Interesse an Bitcoin ist weiterhin ungebrochen.
Hunter Horsley

Meeting with a central bank today —

Mainstream interest in bitcoin continues full steam ahead.

— Hunter Horsley (@HHorsley) January 12, 2026

Kurz darauf erschien eine neue Studie von Bitwise, für die US-amerikanische Finanzberater befragt wurden. Ein Ergebnis: Von denjenigen, die bereits für ihre Kunden eine Krypto-Allokation aufgebaut haben, planen 57 % den Ausbau der Position in diesem Jahr, während nur 1 % reduzieren möchte. 18 % der anderen Finanzberater werden derweil in diesem Jahr voraussichtlich eine erste Allokation vornehmen.

Wenn Sie derzeit in Kundenkonten in Kryptowährungen allokieren, planen Sie, Ihre Allokation im Jahr 2026 zu erhöhen, beizubehalten, zu verringern oder ganz aufzugeben? – Quelle: Bitwise
Wenn Sie derzeit keine Kryptowährungen in Kundenkonten allokieren, planen Sie dies für 2026? – Quelle: Bitwise

Außerdem waren 65 % der Finanzberater, die zwischen dem 31. Oktober und dem 8. Dezember 2025 befragt wurden, überzeugt, dass der Bitcoin-Kurs in einem Jahr bei 110.000 US-Dollar oder höher stehen wird.

Wie hoch wird der Bitcoin-Preis in einem Jahr sein? – Quelle: Bitwise

Ob die Mehrheit der von Bitwise befragten Finanzberater richtig liegen wird, muss letztlich die Zukunft zeigen. Das Interesse an Bitcoin scheint aber in jedem Fall noch hoch zu sein, während die makroökonomische Situation für weiteren Rückenwind sorgen könnte.

Aufgrund der schwachen Performance im Jahr 2025 hätte BTC theoretisch betrachtet noch großes Aufwärtspotenzial. Die fundamentale Lage dürfte stark steigende Notierungen in diesem Jahr durchaus rechtfertigen, vor allem, wenn die US-Regierung relevante Schritte in puncto Bitcoin-Reserve vornehmen wird.

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