- Bitcoin’s On-Chain wirken bärisch bzw. spätzyklisch. Für eine technische Trendwende muss BTC 93.500 US-Dollar zurückerobern.
- Liquiditätsrückenwind (Zinssenkungen/QE) stehen gegen OG-/LTH-Verkaufsdruck gegenüber.
Bitcoin startet in die zweite Januarwoche 2026 mit Gegenwind aus der Positionierung, schwachen Flows und einem Chartbild, in dem die Bären die Oberhand behalten, es sei denn, ein zentraler Widerstand wird überwunden. In seinem neuesten Newsletter schreibt Capriole-Investments-CEO Charles Edwards, dass derzeit starker Makro-Rückenwind auf eine auffällige Underperformance von Bitcoin trifft.
Edwards macht die „größten Gegenwinde“ derzeit in der relativen Schwäche gegenüber anderen großen Assetklassen wie Gold, Silber oder auch dem US-Aktienmarkt aus. Ein Hauptgrund dafür seien die Langzeithalter (LTH) von Bitcoin und deren anhaltender Verkaufsdruck.
Warum Bitcoin jetzt 93,500 US-Dollar zurückerobern muss
Edwards verweist auf schnelle Anstiege im CDD-Trend und in der Supply Delta, die historisch häufig mit volatilen Phasen zusammenfielen und „oft mit großen Preistops“ korrelierten. Supply-Delta-Spitzen deuteten dabei auf einen wachsenden Anteil kurzfristiger gegenüber langfristigen Haltern hin; ein steigender CDD-Trend signalisiere, dass „ältere Coins“ wieder vermehrt bewegt und verkauft werden. „Aktuell geben beide Kennzahlen Anlass zur Sorge“, so Edwards.
Der zweite Hauptgrund sei die Profitabilität im Netzwerk. In ausgeprägten Bullenphasen liegt der prozentuale Anteil von Bitcoin-Adressen im Gewinn typischerweise über 80 bis 90 Prozent. Kritisch werde es laut Edwards, wenn der Indikator strukturell bricht und Re-Tests scheitern. Genau dies passiert aber momentan:
Wenn immer mehr Anleger weniger profitabel sind, schwächt sich der Kurstrend definitionsgemäß ab. Die untenstehende Grafik markiert alle wichtigen Einbrüche des Profitabilitätstrends sowie gescheiterte Re-Tests nach einer längeren Phase hoher Profitabilität – ähnlich der aktuellen Situation. Diese Ereignisse lagen historisch gesehen alle innerhalb weniger Monate nach dem Höhepunkt des Hauptzyklus.
Aus charttechnischer Sicht liegt die zentrale Marke bei 93.500 US-Dollar. Ein Ausbruch über diesen Preis wäre für Edwards der erste Meilenstein, um den laufenden Abwärtstrend zu brechen. Ein Wochenschluss über dieser Zone könne dann den Weg in Richtung 100.000 US-Dollar und darüber öffnen, getragen von einer bestätigten „False-Breakdown“-These.
Bis dahin bleibt der technische Bias bärisch. Für Edwards sind insbesondere zwei Preissignale relevant: erstens Bitcoins Electrical Cost (BEC) bei 59.010 US-Dollar und zweitens der Production Cost (BPC) bei 74.039 US-Dollar. Den Preisbereich bezeichnet Edwards als „Deep-Value“-Zone. Forderungen nach Kursen deutlich unter 60.000 US-Dollar seien im aktuellen Kontext aber „unvernünftig“.
Auf der Fundamentalseite beschreibt Edwards eine Spannung: Flows, OG-Selling und PnL-Metriken wirkten „bärisch oder spätzyklisch“ und zeichneten historisch einen „besorgniserregenden 12–18-Monats-Ausblick“. Gleichzeitig zeigten mehrere klassische On-Chain-Bewertungen eine Value-Zone, etwa der Bitcoin Yardstick und Dynamic Range NVT.
Makroseitig listet Edwards ein Umfeld, das für Liquidität spricht: Zinssenkungen, wieder anlaufendes Quantitative Easing (QE) mit „40 Milliarden US-Dollar pro Monat“, ein CPI unter 2 Prozent, höhere Arbeitslosigkeit und politische Katalysatoren. Edwards schreibt:
„Alle genannten Faktoren stützen die Liquidität und den Bitcoin-Kurs erheblich. Bitcoin hat in diesem Umfeld eigentlich keine Ausrede, nicht überdurchschnittlich zu performen. Vielleicht steht uns genau das bevor? Möglicherweise reduzieren die Bitcoin-OGs den Verkaufsdruck und legen damit den Grundstein für eine zweite Aufwärtswelle in 2026. 2026 könnte das Jahr sein, in dem Bitcoin den massiven Marktkapitalisierungszuwachs von 10 Billionen US-Dollar bei Gold in den letzten zwölf Monaten aufholt. Wir halten dieses Szenario für durchaus realistisch.“
Der größte strukturelle Headwind in der Argumentation ist das Quantenrisiko. Edwards spricht von einem notwendigen Fair-Value-Abschlag: „Jetzt, da wir den Quantum-Hack-Ereignishorizont erreicht haben, müssen wir den fairen Wert von Bitcoin heute entsprechend diskontieren. Aktuell müssen wir den fairen Wert um 20 bis 30 Prozent reduzieren.“ Als Beispiel nennt er eine Energy-Value-Schätzung von 148.000 US-Dollar, die nach Discount „eher bei 118.000 US-Dollar“ liege, bis eine glaubwürdige Roadmap für ein quantenresistentes Upgrade vorliegt.
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