de
Zurück zur Liste

BTC Inc zeigt ein Jahr Bitcoin-Zahlungen im Live-Betrieb – neue BTCPay-Server-Fallstudie

source-logo  bitcoinnews.ch 2 S
image

Bitcoin-Zahlungen gelten oft als Theorie für Idealisten oder als Experiment für kleine Händler. Eine neue Fallstudie von BTCPay Server zeigt nun, wie Bitcoin im industriellen Maßstab als produktive Unternehmensinfrastruktur funktionieren kann. BTC Inc, das Unternehmen hinter dem Bitcoin Magazine und den weltweit größten Bitcoin-Konferenzen, dokumentiert darin ein volles Jahr operativen Einsatzes von Bitcoin-Zahlungen über sämtliche Geschäftsbereiche hinweg – von Konferenzen über Lohnzahlungen bis hin zum Treasury-Management.

Im Zentrum steht ein vollständig selbstverwalteter, quelloffener Zahlungs-Stack auf Basis von BTCPay Server. BTC Inc verzichtete bewusst auf custodiale Zahlungsanbieter und Intermediäre und behielt zu jedem Zeitpunkt die volle Kontrolle über alle Mittel. CEO Brandon Green bringt den Ansatz auf den Punkt: Freie und offene Software sei für Bitcoin-Unternehmen keine Option, sondern die Grundlage.

Die Fallstudie beschreibt, wie BTC Inc Bitcoin nicht nur als Zahlungsmittel für Tickets oder Merchandise einsetzte, sondern als integralen Bestandteil der internen Finanzprozesse. Auf Konferenzen kamen Web-PoS-Lösungen, Lightning-Zahlungen und kontaktlose NFC-Bolt-Cards zum Einsatz, während Bargeld- und Kartenzahlungen parallel erfasst wurden, um ein einheitliches Abrechnungssystem für Händler zu schaffen. Besonders bemerkenswert ist, dass dieses Setup in hochdynamischen Live-Umgebungen mit tausenden Besuchern zuverlässig funktionierte.

Über vier internationale Großveranstaltungen hinweg wurde die Infrastruktur kontinuierlich weiterentwickelt. Von der ersten vollständigen Selbstverwahrungs-Lösung auf der Bitcoin Asia 2024 in Hongkong bis zur bislang größten Umsetzung auf der Bitcoin Conference Las Vegas 2025 zeigte sich, dass Bitcoin-Zahlungen auch unter realen Bedingungen skalieren können. In Las Vegas wurde am 28. Mai 2025 sogar ein Guinness-Weltrekord aufgestellt: 4.187 Krypto-PoS-Transaktionen innerhalb von acht Stunden, abgewickelt über das Lightning Network und NFC-Bolt-Cards.

Nach den Events verlagerte BTC Inc den Fokus auf interne Prozesse. Über das VendorPay-Modul wurden Lieferanten, Dienstleister und Mitarbeitende in Bitcoin bezahlt – strukturiert, planbar und gebündelt, um Netzwerkgebühren zu minimieren. Mit wachsendem Volumen floss das Feedback direkt in die Weiterentwicklung der Software, unter anderem in Richtung Multi-Signatur-Freigaben für Auszahlungen.

Auch das Treasury-Management wurde vollständig auf Bitcoin ausgerichtet. Mithilfe nativer Multisig-Wallets, kombiniert mit Blockstream-Jade-Hardware-Wallets und BTCPay Vault, etablierte BTC Inc interne Kontrollmechanismen, die mehreren Genehmigungen bedürfen, ohne dabei die Selbstverwahrung aufzugeben. Koordination und Signierung blieben vollständig im eigenen System.

Ein weiterer Baustein war die automatisierte Umwandlung von Fiat-Einnahmen in Bitcoin. Über den sogenannten Bitcoin Stacker wurde ein Teil der Stripe-Kreditkartenumsätze regelbasiert täglich in Bitcoin konvertiert. Das Ergebnis ist eine operative Dollar-Cost-Averaging-Strategie, bei der der akkumulierte Bitcoin direkt für BTC-denominierte Ausgaben genutzt wird.

Nach einem Jahr im Produktivbetrieb zieht die Fallstudie eine klare Bilanz. Über Konferenzen hinweg wurden Bitcoin-Zahlungen im Umfang von 2,09 BTC abgewickelt, mehr als 5.600 Vor-Oratz-Transaktionen verarbeitet und über eine Million US-Dollar in Bitcoin an Mitarbeitende und Partner ausgezahlt. Zusätzlich wurden mehr als 6,5 BTC automatisiert aus Fiat-Umsätzen aufgebaut. Das System lief dabei über mehrere Kontinente, Währungen und mit temporären Event-Teams, von denen viele zuvor keinerlei Bitcoin-Erfahrung hatten.

Der Zweck der Veröffentlichung ist klar definiert. Die Fallstudie richtet sich nicht an Spekulanten, sondern an Betreiber, Finanzabteilungen und Entwickler, die Bitcoin als ernstzunehmende Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur bewerten wollen. Sie zeigt, dass Bitcoin im Unternehmensalltag funktionieren kann – nicht als Zukunftsversprechen, sondern als gelebte Praxis.

Gerade für den Schweizer Markt, in dem Fragen zu Selbstverwahrung, Compliance und stabilen Zahlungsprozessen eine zentrale Rolle spielen, liefert das Beispiel von BTC Inc wertvolle Einblicke. Es macht deutlich, dass Bitcoin als Infrastruktur weit über das Narrativ des digitalen Wertaufbewahrungsmittels hinausgewachsen ist.

bitcoinnews.ch