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VanEck Investmentstrategie 2026: Warum Volatilität, Gold und Bitcoin den Ton angeben

source-logo  coin-update.de 08 Januar 2026 05:15, UTC
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VanEck blickt mit verhaltenem Optimismus auf 2026. Fiskalische Fortschritte sind sichtbar, gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Laut CEO Jan van Eck finden die Märkte langsam ein neues Gleichgewicht. Entscheidend wird jedoch die richtige Auswahl, denn nicht jeder Sektor profitiert gleichermaßen von den kommenden Veränderungen.

Aus Multi-Asset-Sicht kristallisieren sich drei übergeordnete Themen heraus. Erstens der technologische Umbruch, allen voran durch Künstliche Intelligenz. Zweitens klassische Sachwerte, die den Aufbau dieser neuen Welt überhaupt ermöglichen. Drittens eine zunehmende monetäre Entwertung, mit der Staaten alte Verpflichtungen und neue Investitionen finanzieren.

VanEck Plan für 2026, Quelle: https://www.vaneck.com/us/en/blogs/investment-outlook/plan-for-2026-predictions-from-our-portfolio-managers

Vor allem der Technologiesektor tritt in eine neue Phase ein. Nach Jahren des Aufbaus beginnt nun der Abschnitt der Umsetzung. Während Phase eins vor allem große Versprechen und Skaleneffekte belohnt hatte, rücken nun konkrete Erträge in den Vordergrund. Das sorgt für stärkere Schwankungen, schafft aber auch neue Einstiegsmöglichkeiten. VanEck rechnet deshalb mit anhaltender Volatilität, sieht diese jedoch als normalen Bestandteil eines strukturellen Wandels.

Gold bleibt tragende Säule im Portfolio

Gold zählt für VanEck zu den stärksten Assets der vergangenen Zeit. Der Preis hatte 2025 erstmals die Marke von 4.000 US-Dollar überschritten und sich damit in eine neue Zone vorgearbeitet. Kurzfristige Rückläufe gelten als gesunde Konsolidierung, nicht als Trendbruch. Erwartet wird vielmehr eine Stabilisierung deutlich oberhalb früherer Niveaus.

Zwei Faktoren tragen diese Entwicklung. Zentralbanken kaufen seit drei Jahren Gold in außergewöhnlichem Umfang und diversifizieren ihre Reserven weg vom US-Dollar. Dieser Prozess gilt als strukturell und dürfte anhalten. Parallel dazu kehrt auch westliche Investmentnachfrage zurück. Die Bestände großer Gold-ETFs liegen weiterhin klar unter früheren Hochständen, was Raum für zusätzliche Zuflüsse lässt.

Bitcoin vs Gold is sitting right on a major trend line.

This level has defined cycles in the past.
A strong hold and bounce could signal the start of a new bull phase.
A clean break below would open the door to a deeper bear scenario.

This zone will decide the next major move.… pic.twitter.com/D3HESmRw5d

— CryptoELlTES (@CryptooELITES) January 7, 2026

Für 2026 hält VanEck ein Preisniveau von bis zu 5.000 US-Dollar für möglich. Gold dürfte volatiler werden als in früheren Jahren, was nicht als Nachteil gesehen wird. Gerade diese Schwankungen können Chancen eröffnen, insbesondere für aktiv ausgerichtete Strategien.

Besonders interessant erscheinen Goldminen-Aktien. Trotz starker operativer Zahlen werden viele Unternehmen weiterhin niedrig bewertet. Hohe Cashflows, steigende Margen und disziplinierte Kapitalpolitik treffen auf vergleichsweise günstige Bewertungsniveaus. Die gesamte Marktkapitalisierung des Sektors liegt bei rund 1 Billion US-Dollar. Schon kleine Umschichtungen aus anderen Aktiensegmenten könnten hier größere Effekte auslösen.

Auch andere reale Assets entwickeln sich zunehmend besser als viele Wachstumswerte. Aktien aus den Bereichen Energie, Rohstoffe und Infrastruktur profitieren vom Ausbau von Rechenzentren, Elektrifizierung und der Rückverlagerung von Produktionsketten. VanEck sieht diese Entwicklung als Teil eines langfristigen Zyklus, der über Jahre anhalten könnte.

Bitcoin als Spätstarter mit Aufholpotenzial

Bitcoin spielte 2025 im Vergleich zu Gold und Technologieaktien eine untergeordnete Rolle. Laut VanEck lag die Performance rund 30 Prozent hinter Tech-Werten und etwa 70 Prozent hinter Gold zurück. Diese Schwäche wird jedoch nicht als Zeichen eines strukturellen Problems gewertet.

Vielmehr reagiert Bitcoin besonders sensibel auf enge Finanzierungsbedingungen und vorsichtige Risikobereitschaft. Sobald sich diese Bedingungen lockern, könnte Bitcoin überproportional profitieren. VanEck sieht genau darin eine Chance und hat die Phase relativer Schwäche für Zukäufe genutzt.

Bitcoin Spot ETFs haben nur geringen Rückgang erlebt, Quelle: https://farside.co.uk/btc/

Zusätzliche Bewegung kommt aus dem Mining-Sektor. Effizienz, Energiekosten und neue Geschäftsmodelle verändern die Branche spürbar. Der Fokus verschiebt sich weg von reinem Wachstum hin zu stabileren Cashflows und besserer Kapitalstruktur. Das eröffnet neue Ansatzpunkte für Investoren.

Anleihen: Werterhalt statt Renditejagd

Im Bereich Fixed Income erwartet VanEck für 2026 moderatere Erträge. Die Renditen sind deutlich gesunken, die Spreads eng. Größere Kursgewinne gelten als unwahrscheinlich. Stattdessen stehen stabile Bewertungen und Kapitalerhalt im Mittelpunkt.

Chancen sieht VanEck vor allem in ausgewählten Kreditsegmenten, etwa bei hochwertigen CLO-Strukturen oder Anleihen aus Schwellenländern in lokaler Währung. Vorsicht bleibt bei langen Laufzeiten geboten. Steigende Staatsverschuldung, fiskalische Unsicherheiten und strukturelle Zinsrisiken sind wichtige Faktoren, die unbedingt beachtet werden müssen.

Insgesamt beschreibt VanEck für 2026 in seinem Bericht ein Umfeld, das weniger von breiten Marktbewegungen lebt, sondern von gezielter Auswahl. Volatilität bleibt präsent, reale Assets gewinnen an Bedeutung und Bitcoin könnte aus der zweiten Reihe wieder als Nummer eins zurückkehren.

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