- Bitcoin erobert die 92.000 US-Dollar zurück und stieg bis 93.388 US-Dollar.
- Der Hauptgrund für die Kursrally sind Short-Liquidationen und die geopolitische Eskalation in Venezuela.
Bitcoin hat über das Wochenende erneut die Marke von 92.000 US-Dollar zurückerobert. Nachdem BTC am Freitag noch bei 88.379 US-Dollar ein Tief markierte, stieg der Kurs am heutigen Montag auf ein Intraday-Hoch von 93.388 US-Dollar.
Der Auslöser für die Kursrallye von etwa 5.000 US-Dollar (+5,7%) scheint die geopolitische Eskalation rund um Venezuela zu sein, die über Energiepreise und Inflationsnarrative indirekt den Bitcoin-Kurs beflügelt hat.
Warum ist der Bitcoin-Kurs gestiegen?
Zudem verknüpft The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) die Bewegung explizit mit Short-Liquidationen:
„Bitcoin schießt in Richtung 93.000 US-Dollar, nachdem innerhalb von 60 Minuten gehebelte Shorts im Wert von 75 Millionen US-Dollar liquidiert wurden. Bitcoin liegt jetzt fast 5.000 US-Dollar über seinem Tief vom Freitagabend, nachdem die USA Angriffe auf Venezuela begonnen hatten.“
Die Auswirkungen auf die Energiepreise spielen aber die wichtigste Rolle. The Kobeissi Letter meldete, dass Erdgas-Futures kurz nach Wiedereröffnung am Sonntagabend zeitweise um 6% gefallen seien und Öl wieder unter 57 US-Dollar pro Barrel notiere, nahe den niedrigsten Ständen seit 2021.
Das sei insofern untypisch, als sich Energiepreise bei Eskalationen mit ölproduzierenden Staaten „typischerweise“ nach oben bewegten. Der Unterschied sei diesmal, so Kobeissi, dass eine stärkere US-Kontrolle Venezuelas perspektivisch „mehr Öl- und Gasangebot“ in den Markt bringen könne; entsprechend preise der Markt nicht Knappheit, sondern potenziell zusätzliche Versorgung ein.
„Der Markt weiß, dass die Ereignisse dieses Wochenendes letztlich zum Gegenteil einer Angebotsstörung führen werden“, schrieb Kobeissi und schob nach: „Der Markt liegt nie falsch.“
Die Inflationsdebatte in den USA könnte dadurch positiv beeinflusst werden: Mehr erwartetes Angebot könnte Energiepreise drücken, das Inflationsbild entspannen und damit Risikoanlagen Rückenwind verschaffen.
Orderflow: Futures führten, Spot kaufte mit
Mechanisch wurde der Move im Material als Kombination aus frischen Bitcoin Longs, Short-Flush und moderatem Spot-Kauf beschrieben. Der YouTuber Furkan Yildirim schrieb, die Steigung der Futures-CVD sei „klar aufwärts“ und habe „zum Ausbruch hin deutlich beschleunigt“, die Derivate hätten den Schub angeführt. Gleichzeitig sei auch die Spot-CVD aufwärtsgerichtet, „etwas flacher als Futures“: Es gebe „echten Kauf vom Spotmarkt“, aber nicht als dominanten Treiber.
Seine Einschätzung lautet:
„Der Anstieg wird von beiden Seiten getragen (Spot + Derivate), mit Lead durch Futures. Das spricht für kurzfristige Stärke, ist aber anfällig, wenn OI weiter hochläuft und Funding wieder heiß wird. Nachhaltiger wird es, wenn die Spot-CVD weiter steigt und OI sich nach dem Sprung stabilisiert, statt weiter aggressiv zuzulegen.“
Was sind die nächsten Kursziele?
Im 4-Stunden-Chart verweist Daan Crypto Trades (@DaanCrypto) darauf, dass Bitcoin über den 200er gleitenden Durchschnitten zurück sei. „BTC hat über seiner 4H 200MA/EMA gebrochen. Das gibt in der Regel einen guten Hinweis auf das kurz- bis mittelfristige Momentum“, schrieb er, mahnte jedoch, der Jahres- und Monatsbeginn neige dazu, „etwas ruppig“ zu sein.
Der zentrale Level bleibe für ihn „der horizontale Bereich um 94.000 US-Dollar“ als Range-High. Im Screenshot liegen die 4H-200EMA bei 89.814 US-Dollar und die 4H-200MA bei 89.286 US-Dollar. Der Break darüber zeigt das aktuelle Momentum am Markt, ersetzt aber nicht den Bruch des zentralen Widerstands bei 94.000 US-Dollar.
Auf dem Wochenchart setzt Matt Hughes aka „The Great Mattsby“ einen konkreten Wochenschluss als Ziel. „Macht dieser Wochencandle-Schluss über 91.158 die Bären nervös? Es ist der erste Wochenschluss über diesem 1,414-Fib, seit es im November darunter gebrochen ist“, schrieb er. Der nächste ausgewiesene Level in seinem Chart liegt beim 1,618-Fib bei 102.076 US-Dollar.
Der niederländische Krypto-Trader Michaël van de Poppe beschreibt das 12-Stunden-Chart wie folgt: „Da sind wir! Letzte Hürde vor 100.000 US-Dollar: Hier steht Bitcoin aktuell. Ich würde keinen klaren, unmittelbaren Ausbruch erwarten; ich erwarte aber, dass es in der kommenden Woche passiert. Das Jahr hat bullisch begonnen.“
Sein Chart markiert ebenfalls die Zone zwischen 93.000 und 94.000 US-Dollar als den entscheidenden Widerstand. Kann BTC diese Hürde überwinden, wäre laut van de Poppe 100.426 US-Dollar der nächste logische Schritt. Darüber hinaus markiert er 105.797 US-Dollar und 110.545 US-Dollar als Folgeziele.
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