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Bitcoin-Bären hoffen auf Pause – doch ein Ausbruch auf 104.000 USD könnte alle überraschen

source-logo  de.beincrypto.com 05 Januar 2026 04:10, UTC
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Bitcoin ist in den letzten Sitzungen etwa drei Prozent gestiegen, aber die Kursbewegung zeigt gemischte Signale. Die allgemeine Struktur sieht weiterhin bullisch aus, allerdings scheint eine Pause jetzt wahrscheinlich. Diese Pause könnte die Bullen kurzzeitig frustrieren, doch sie könnte auch ein Muster abschließen, das später zu einer viel größeren Aufwärtsbewegung führt.

Auf dem Tageschart entsteht gerade eine mögliche Tassen-Henkel-Formation. Sollte sich dieses Muster vollständig ausbilden, wird es beim nächsten Bitcoin-Anstieg wahrscheinlich weniger um die Geschwindigkeit, sondern mehr um die Struktur gehen.

Steht eine Konsolidierung bevor?

Die letzte Struktur von Bitcoin sieht wie ein abgerundeter Boden aus – das bildet die „Tasse“ bei einer Tassen-Henkel-Formation. Dieses Muster entsteht, wenn sich der Kurs langsam von einem Ausverkauf erholt, sich dann stabilisiert und vor dem nächsten Ausbruch eine Pause einlegt.

Die aktuelle Tageskerze ist grün geschlossen, hat aber einen langen Docht nach oben. Das ist wichtig, denn lange Dochte zeigen, dass bei höheren Kursen viele Verkäufer aktiv sind, auch wenn der Kurs am Ende höher schließt.

Oft zeigt das eher den Beginn einer Seitwärtsphase als eine direkte Fortsetzung des Aufwärtstrends an. Kommt es dazu, könnte dadurch auch der „Henkel“ im Muster entstehen.

Bullish Pattern
Bullisches Muster: TradingView

On-Chain-Daten bestätigen diese mögliche Pause.

Die Kennzahl „Hodler Net Position Change“ zeigt an, ob langfristige Investoren Bitcoin sammeln oder Bitcoin verkaufen. Hier sieht man, dass wieder gekauft wird, allerdings vorsichtig. Seit dem sechsundzwanzigsten Dezember haben Hodler fortlaufend BTC hinzugefügt. Aber der jüngste Höchststand beim Kauf am vierten Januar lag bei etwa 12.349 BTC. Das ist fast 93 Prozent weniger als der Verkaufs-Peak Ende November mit ungefähr 185.451 BTC.

Quiet HODLers
Ruhige Hodler: Glassnode

Einfach gesagt: Hodler kaufen wieder, allerdings ohne Eile. Dieses Verhalten passt zu einer Henkel-Bildung, nicht zu einem sofortigen Ausbruch.

Auch die Derivate-Daten sprechen für eine Konsolidierung: Auf der Binance BTC/USDT Perpetual Liquidation Map steht das Long-Liquidations-Volumen bei rund 2,24 Mrd. USD, während das Short-Liquidations-Volumen nur bei etwa 416 Mio. USD liegt. Die Long-Positionen sind also etwa fünfmal so groß wie die Short-Positionen.

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BTC-Liquidations-Map: Coinglass

Bei so hohem Long-Leverage können schon kleine Rücksetzer Liquidationen auslösen. Dieses Risiko kann den Kurs vorerst begrenzen und so dazu beitragen, dass sich der „Henkel“ komplett ausbildet.

Jetzt stellt sich die Frage: Was treibt Bitcoin nach dieser Pause weiter nach oben?

Darum bleibt der bullische Trend auch nach der Pause bestehen

Auch wenn es eine Seitwärtsphase geben könnte, nimmt der Verkaufsdruck im Hintergrund weiter ab.

Ein wichtiges Signal sind die Exchange-Zuflüsse, die zeigen, wie viel Bitcoin an Börsen geschickt werden, meist zum Verkauf. Am einunddreißigsten Dezember stieg der gesamte Zufluss auf fast 43.940 BTC. Bis zum fünften Januar fiel dieser Wert auf ungefähr 3.970 BTC.

Das ist in nur wenigen Tagen ein Rückgang von über 90 Prozent.

Exchange Inflows
Exchange-Zuflüsse: CryptoQuant

Das ist wichtig, weil Bitcoin in derselben Zeit gestiegen ist. Wenn der Kurs steigt und die Zuflüsse an die Börsen sinken, heißt das: Die Trader eilen nicht, in die steigenden Kurse hinein zu verkaufen.

Ein weiteres positives Signal kommt von den „Spent Coins Age Bands“. Sie messen, wie viele Coins mit unterschiedlichem Alter auf der Chain bewegt werden. Hohe Werte bedeuten, dass viele Coins ausgegeben werden. Niedrige Werte heißen, die Besitzer bleiben ruhig.

Am einunddreißigsten Dezember lag die „Spent Coins“-Aktivität bei etwa 28.033 BTC. Bis zum fünften Januar fiel dieser Wert auf rund 5.644 BTC – eine Reduktion der Bewegung um 80 Prozent.

Coin Activity Drops
Weniger Aktivität bei Coins: Santiment

Sowohl junge als auch alte Coins werden weniger bewegt. Das zeigt, dass der Verkaufsdruck am Spotmarkt abnimmt, auch wenn die Positionen bei Derivaten weiterhin mehrheitlich auf der langen Seite sind.

Zusammengefasst erklärt das Risiko durch Hebel, warum der Bitcoin-Kurs stocken könnte. Das Verhalten auf der Blockchain zeigt jedoch, dass der generelle Trend weiter bullisch ist.

Diese Bitcoin-Kursmarken entscheiden jetzt über die nächste Bewegung

Wenn die Konsolidierung des Bitcoin-Kurses anhält, zählt die Struktur mehr als die aktuelle Dynamik.

Solange Bitcoin über 89.450 USD bleibt, ist das übergeordnete bullische Szenario weiter gültig. Ein tiefer Fall unter 84.320 USD würde das Muster ungültig machen und neue Risiken nach unten öffnen.

Nach oben ist die erste wichtige Marke bei 93.560 USD. Diese liegt in der Nähe der Nackenlinie der sich bildenden Tassenformation. Wird dieses Niveau geknackt, wird die bullische Annahme stärker. Ein klarer Tagesabschluss über 94.710 USD würde den Ausbruch deutlich bestätigen.

Bitcoin Price Analysis
Analyse zum Bitcoin-Kurs: TradingView

Von dieser Nackenlinie aus ergibt sich, gemessen an der Tassenformation, ein Bitcoin-Kursziel von etwa 104.000 USD. Das ist ungefähr zwölf Prozent mehr. Falls die Dynamik weiter anhält, könnte als nächster Widerstand die Marke von 107.460 USD erreicht werden.

Bitcoin könnte Bullen zunächst mit seitwärts laufenden Kursen enttäuschen. Sollte diese Konsolidierung jedoch den Henkel fertigstellen, wäre der folgende Ausbruch wohl eine große Herausforderung für die Bären.

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