Wettrennen der Krypto-Treasury-Firmen läuft weiter auf Hochtouren
Das internationale Wettrennen der Krypto-Treasury-Firmen läuft weiter auf Hochtouren. Recherchen von Blockchainwelt haben erst kürzlich gezeigt, dass US-amerikanische Firmen einen Großteil der institutionell gehaltenen Bitcoin unter sich aufteilen.
Mittlerweile wächst die internationale Konkurrenz. So entsteht in den Niederlanden ein Bitcoin-Proxy-Investment mit dem plakativen Namen Treasury. Durch Ergänzung der Rechtsform tritt das Unternehmen zumeist als Treasury B.V. auf.
Als erste Bitcoin-Treasury soll die Kapitalgesellschaft an der größten europäischen Wertpapierbörse Euronext notieren. Dasselbe Ziel verfolgen nebenher auch andere Firmen – so etwa die Neugründung AMBTS, über die Blockchainwelt bereits Mitte August berichtet hat.
Treasury B.V. könnte jedoch einen entscheidenden Vorteil mit ins Rennen bringen – und zwar namhafte Investoren. Mit Winklevoss Capital und Nakamoto Holdings stiegen zwei Investmentgesellschaften ein, hinter denen sich etablierte Persönlichkeiten der Szene verbergen.
Winklevoss twins are going big on #Bitcoin!
They’ve backed Treasury BV with $147M to launch Europe’s first major Bitcoin treasury firm, which will list on Euronext Amsterdam (TRSR)
This move is about bringing $BTC into traditional European markets in a massive way 👀
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— Renksi (@renksieth) September 4, 2025
Die Winklevoss-Brüder betreiben neben ihrem Investmentunternehmen die bekannte Krypto-Börse Gemini. Hinter Nakamoto Holdings verbirgt sich kein Geringerer als David Bailey, Geschäftsführer des Bitcoin Magazines und zugleich persönlicher Krypto-Berater des US-Präsidenten Donald Trump.
Die beiden Gesellschaften organisierten eine Finanzierungsrunde, über die insgesamt 147 Millionen US-Dollar an Treasury B.V. geflossen sind. Mit dem frischen Kapital startete man sogleich die eigene Bitcoin-Reserve, die so schon 1.000 $BTC umfasst.
Alle Bitcoin-Treasury-Firmen verfolgen dasselbe Ziel: Sie legen möglichst viele $BTC an und lassen sich über eine Börse öffentlich handeln. So möchte man Investoren bedienen, die über regulierte Wertpapierbörsen von den Kursgewinnen der Kryptowährung profitieren wollen.
Inzwischen verfolgen bis zu 115 Unternehmen weltweit dieses Prinzip. Erste Firmen setzen statt auf Bitcoin auf alternative Kryptos – etwa auf Ethereum, Solana, BNB, Sui, Tron oder Hyperliquid. 23 Firmen investieren bekanntermaßen in Altcoins.
Bitcoin-Reserven zu populär? Behörden schreiten ein
Bitcoin-Reserven gelten zuweilen als Heilmittel für angeschlagene Unternehmen. Firmen wie Strategy, deren Kerngeschäft schwächelt, gelang es, so massenhaft neue Investoren anzulocken und den Wert der eigenen Aktie um ein Vielfaches zu steigern.
Dieser Trend bleibt dem Rest des Marktes natürlich nicht verborgen. Weil viele Unternehmen von diesem Trend profitieren möchten, werden Bitcoin-Reserven immer populärer.
Während einige Firmen die Krypto-Reserven nur ihrem Kerngeschäft ergänzen, entstehen mit sogenannten Krypto-Treasury-Firmen immer mehr Unternehmen, deren Hauptgeschäft in der Verwaltung einer Krypto-Reserve liegt.
Bei den US-Behörden sorgt dieser Trend offenbar für wachsenden Unmut. The Information behauptete jüngst in einem Bericht, dass die Wertpapierbörse NASDAQ rücksichtsloser mit Aktiengesellschaften umgeht, die Kryptowährungen auf ihrer Bilanz aufweisen.
Gracy Chen, Geschäftsführerin der Krypto-Börse Bitget, erwartet infolgedessen eine Abnahme des internationalen Trends. Die Attraktivität der Krypto-Rücklagen könne durch den wachsenden Einfluss der Regulierungsbehörden wieder sinken.
A month ago I said this with this meme, but I was serious 👇 https://t.co/RPBHgnzSPL https://t.co/bCByd55zuS pic.twitter.com/G7mf5d9yNA
— Gracy Chen @Bitget (@GracyBitget) September 4, 2025
Bisher führten die Vereinigten Staaten von Amerika einen Trend zugunsten institutioneller Krypto-Investments an. Verantwortlich ist die neue US-Regierung unter Donald Trump, die seit Januar im Amt ist. Sie schreibt sich die Förderung von Krypto auf die Fahne.
Details über den jüngsten Rückschlag sind bislang nicht bekannt. Ob Aufsichtsbehörden die Verbreitung betrieblicher Krypto-Reserven unterbinden möchten, lässt sich also noch nicht endgültig feststellen. Angaben von offiziellen Stellen gibt es dazu nicht. Der Bericht von The Information beruft sich auf Insideraussagen.
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