Der nächste Nachahmer von Strategy (ehemals MicroStrategy) steht in den Startlöchern. Cantor Fitzgerald, der vom Sohn des US-Handelsministers geführte Finanzdienstleister, kooperiert mit dem Cypherpunk Adam Back, um eine neue „Bitcoin Treasury Company“ mit BTC im Gegenwert von 4 Milliarden US-Dollar an die Börse zu bringen.
BSTR Holdings
Laut Quellen der Financial Times stehen das Finanzdienstleistungsunternehmen Cantor Fitzgerald und das Bitcoin-Urgestein Adam Back kurz davor, eine neue „Bitcoin Treasury Company“ zu gründen. Die neue Aktiengesellschaft, die via SPAC an die Börse gehen und „BSTR Holdings“ heißen soll, wird die Strategie voraussichtlich mit einem Bitcoin-Bestand im Gegenwert von 4 Milliarden US-Dollar einleiten.
Adam Back und sein Unternehmen Blockstream Capital werden, so der Bericht, bis zu 30.000 Bitcoin im Gegenwert von circa 3,5 Milliarden US-Dollar einbringen und dafür Anteile erhalten. Außerdem sei der Plan, 800 Millionen US-Dollar über die Kapitalmärkte einzunehmen. Laut den mit der Thematik vertrauten Personen können sich die Einzelheiten aber noch ändern. In dieser Woche könne es noch weitere Informationen zu dem Deal geben.
Prominente Bitcoin-Player
Cantor Fitzgerald wurde bis vor wenigen Monaten noch vom derzeitigen Handelsminister der USA, Howard Lutnick, geführt. Mittlerweile ist sein 27-jähriger Sohn Brandon CEO. Der etablierte Finanzdienstleister ist seit geraumer Zeit in den Bitcoin-Markt involviert – er hält eine große Position in der „ersten und größten Bitcoin Treasury Company“ Strategy. Cantor Fitzgerald stellt zudem die Infrastruktur für die Gründung des Strategy-Nachahmers Twenty One Capital bereit, in die der Stablecoin-Emittent Tether und die japanische Holdinggesellschaft Softbank involviert sind.
Adam Back, ein britischer Kryptograf und Cypherpunk, ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten im Bitcoin-Space. Back nutzte schon in den 1990er-Jahren den Proof-of-Work-Mechanismus, der die Dezentralität des Bitcoin-Netzwerks gewährleistet – sein Name findet sogar im Bitcoin-Whitepaper Erwähnung. Neben seiner Tätigkeit als CEO des Bitcoin-Entwicklungs-Unternehmens Blockstream ist Back in mehrere „Bitcoin Treasury Companies“ involviert. Back nimmt unter anderem an dem „Private Investment in Public Equity (PIPE)“ bei Nakamoto teil und er stellte H100 und The Blockchain Group Geld via Wandelanleihen zur Verfügung.
Immer mehr „Bitcoin Treasury Companies“
In den vergangenen Monaten gibt es einen regelrechten Boom bei den sogenannten „Bitcoin Treasury Companies“. Nachdem sich Strategy, Metaplanet und Co. zu riesigen Erfolgsgeschichten entwickeln konnten, springen immer mehr Unternehmen auf den Zug auf – darunter sogar die Aktiengesellschaft Trump Media & Technology Group (TMTG), die sich mehrheitlich im Besitz des US-Präsidenten befindet.
Hinzu kommt, dass eine Vielzahl an Unternehmen überhaupt erst ins Leben gerufen wird, um eine Bitcoin-Strategie zu verfolgen. Neben den von Cantor Fitzgerald unterstützten Unternehmen Twenty One Capital und BSTR Holdings, die bald an die Börse kommen sollen, befindet sich auch der Vermögensverwalter Strive Asset Management in dem Prozess, einen eigenen Strategy-Nachahmer zu lancieren.
Die Unternehmen haben erkannt, dass sie vom Markt mit einem Aufschlag zu den gehaltenen Bitcoin bewertet werden können, was ihnen dann die Möglichkeit einräumt, neue Aktien auszugeben, um mit den Erlösen Bitcoin zu kaufen und somit die Ratio „BTC je Aktie“ zu steigern. Weitere übliche Kapitalbeschaffungsmethoden von „Bitcoin Treasury Companies“ sind Wandelanleihen oder im Fall von Strategy sogar Vorzugsaktien.
Für den Bitcoin-Kurs sind diese Unternehmen inzwischen von großer Bedeutung. Im zweiten Quartal dieses Jahres haben diese Aktiengesellschaften alleine 159.107 BTC gekauft, womit ihre Kaufnachfrage momentan sogar die der im Januar 2024 zugelassenen US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs übertrifft. Strategy hält alleine inzwischen über 600.000 BTC beziehungsweise mehr als 3 % der umlaufenden Bitcoin.
Wie lange das Marktumfeld für diese Unternehmen noch so positiv sein wird, wird die Zukunft zeigen. Sollten diese Unternehmen eines Tages nicht mehr mit einem Aufschlag zu ihrem „Net asset value (NAV)“ bewertet werden, könnte es ihnen schwerfallen, weiter nachzukaufen. Nehmen diese Unternehmen viel Fremdkapital auf, um Bitcoin zu kaufen, könnten sie in einem Bitcoin-Bärenmarkt unter Umständen sogar in Zahlungsschwierigkeiten geraten.