Metaplanet setzt auf Bitcoin: 10.000 BTC und ein Ziel, das die Branche aufhorchen lässt
Ein japanisches Unternehmen mischt gerade die Welt der Kryptowährungen auf – mit einem ambitionierten Ziel und gewaltigen Investitionen. Metaplanet will nicht weniger als 1% aller jemals existierenden Bitcoins besitzen. Was hinter der spektakulären Strategie steckt und warum Experten skeptisch sind, lesen Sie in diesem Artikel.
Metaplanet erreicht 10.000 BTC – Ziel 2024 erfüllt
Metaplanet hat offiziell bekanntgegeben, 1.112 Bitcoin im Wert von rund 117,2 Millionen US-Dollar erworben zu haben. Damit hält das Unternehmen nun exakt 10.000 BTC – das selbst gesteckte Ziel für das Jahr 2024 ist damit erreicht. Der Kaufpreis der gesamten BTC-Bestände beläuft sich auf etwa 947 Millionen US-Dollar, was einem Durchschnittspreis von knapp 94.700 Dollar pro Bitcoin entspricht.
Zum Zeitpunkt der Mitteilung lag der aktuelle Marktpreis bei über 105.000 Dollar pro BTC, was auf einen deutlichen Buchgewinn hindeutet. Metaplanet kommentierte nicht explizit, ob der Kauf vor oder nach einer Anleiheemission erfolgte. Die zeitliche Nähe der Ereignisse lässt jedoch einen direkten Zusammenhang vermuten.
*Metaplanet Acquires Additional 1,112 $BTC, Total Holdings Reach 10,000 BTC* pic.twitter.com/XlM13kQnS9
— Metaplanet Inc. (@Metaplanet_JP) June 16, 2025
Anleihe im Wert von 210 Millionen Dollar genehmigt
Kurz nach dem Kauf der neuen Bitcoins gab der Vorstand von Metaplanet die Genehmigung für eine Anleiheemission in Höhe von 210 Millionen US-Dollar bekannt. Der Erlös dieser sogenannten „18. Serie“ soll vollständig in den weiteren Kauf von Bitcoin fließen. Die Anleihe ist zinslos und hat eine Laufzeit bis Dezember dieses Jahres.
Der Käufer der Anleihen ist der EVO Fund, ein Investmentfonds mit Sitz auf den Cayman Islands. Das Kapital wird für die Expansion der BTC-Strategie genutzt. Mit dieser Maßnahme bekräftigt Metaplanet seine Wandlung zu einem Unternehmen mit Fokus auf Bitcoin-Treasury.
Strategiewechsel: Vom Hotelunternehmen zum Bitcoin-Giganten
Metaplanet war ursprünglich im Hotel- und Technologiesektor tätig, entschied sich jedoch 2024 für eine radikale Neuausrichtung. Das Unternehmen verfolgt seither das Ziel, ein börsennotierter Bitcoin-Treasury zu werden – ganz nach dem Vorbild von MicroStrategy in den USA.
Die neue Strategie sieht vor, durch Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen und Aktienemissionen Bitcoin im großen Stil zu erwerben. CEO Simon Gerovich erklärte, dass bis 2027 eine Gesamtmenge von 210.000 BTC erreicht werden soll. Das entspräche etwa einem Prozent der gesamten, jemals verfügbaren Bitcoin-Menge.
The Price of a Bitcoin on Father's Day 👨🍼
2025: $105,713
2024: $66,110
2023: $26,492
2022: $19,701
2021: $36,889
2020: $9,389
2019: $9,167
2018: $6,484
2017: $2,569
2016: $752
2015: $246
2014: $609
2013: $105
2012: $6
2011: $16
2010: $0.01
2009: $0— Documenting ₿itcoin 📄 (@DocumentingBTC) June 15, 2025
Ambitionierte Pläne und massive Kapitalerhöhungen
Neben Anleihen setzt Metaplanet auch auf Aktienverkäufe, um die BTC-Expansion zu finanzieren. Geplant ist die Ausgabe von bis zu 555 Millionen neuen Aktien. Das Unternehmen will damit rund 5,3 Milliarden US-Dollar einnehmen. Dieses Kapital soll direkt in weitere Bitcoin-Käufe fließen.
Die Strategie ist aggressiv, aber durchdacht. Metaplanet spricht von einem langfristigen Plan, der sich auf das Wachstumspotenzial von Bitcoin stützt. Die Entscheidungsträger glauben fest daran, dass Bitcoin in den kommenden Jahren stark an Wert gewinnen wird.
Kritik und Spekulation: Die andere Seite der Medaille
Trotz der klaren Strategie steht Metaplanet unter Druck. Die Aktie gehört zu den meistgeshorteten Wertpapieren in Japan. Analysten von 10x Research stellten im Mai fest, dass der aktuelle Unternehmenswert einen Bitcoin-Preis von über 596.000 Dollar impliziere – ein Niveau, das mehr als das Fünffache des aktuellen Marktpreises ist.
Kritiker befürchten eine Überbewertung und warnen vor einem Platzen der Blase. CEO Gerovich reagierte auf X (ehemals Twitter) mit Spott: „Offenbar ist Metaplanet die am meisten geshortete Aktie Japans. Glauben sie wirklich, dass es klug ist, gegen Bitcoin zu wetten?“
Spekulation oder Weitblick?
Metaplanet geht einen riskanten, aber visionären Weg. Die Transformation zum Bitcoin-Unternehmen ist radikal, aber konsequent. Die Strategie ist klar auf Langfristigkeit und eine massive Marktpositionierung im Kryptosektor ausgelegt.
Ob sich die Milliarden-Investitionen am Ende auszahlen, bleibt offen. Sicher ist nur: Metaplanet hat sich als asiatischer Bitcoin-Gigant positioniert – und sorgt damit weltweit für Aufsehen.
Blick nach vorn: Bitcoin als Fundament der Unternehmensstrategie
Metaplanet verfolgt seine Bitcoin-Strategie mit bemerkenswerter Konsequenz. Das Unternehmen sieht Bitcoin nicht nur als Investition, sondern als zentrales Fundament seines Geschäftsmodells. Der Vorstand spricht offen von Bitcoin als „härtestem Geld der Geschichte“ und betrachtet es als Schutz gegen Inflation und geldpolitische Instabilität. Die Vision: eine neue Art von Unternehmen, dessen Bilanz sich um Bitcoin dreht statt um Fiat-Währungen.
Dieses Denken geht weit über klassische Portfolio-Diversifizierung hinaus. Metaplanet sieht sich als aktiver Teil des Bitcoin-Ökosystems und möchte durch seine Präsenz auf dem Kapitalmarkt institutionellen Investoren einen vereinfachten Zugang zu Bitcoin bieten.
Weltweite Signalwirkung: Asiens Antwort auf MicroStrategy
Der Vergleich mit dem US-amerikanischen Unternehmen MicroStrategy drängt sich nicht nur wegen der Strategie auf. Auch CEO Simon Gerovich selbst betont regelmäßig, dass Metaplanet eine ähnliche Rolle in Asien übernehmen will. MicroStrategy gilt als Vorreiter institutioneller Bitcoin-Adoption – Metaplanet versucht nun, diese Position im asiatischen Raum zu besetzen.
Das Unternehmen will Investoren eine indirekte Möglichkeit geben, von Bitcoins Kursentwicklung zu profitieren, ohne selbst Wallets oder Exchanges nutzen zu müssen. Diese Rolle als börsennotierter Bitcoin-Proxymarkt könnte Metaplanet international sichtbar machen – vorausgesetzt, der Bitcoin-Kurs spielt mit. Skeptiker bleiben wachsam, doch eines ist sicher: Die Strategie sendet ein starkes Signal über die wachsende Rolle digitaler Vermögenswerte im globalen Finanzsystem.
coin-update.de