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Negative Nachrichten drücken den Bitcoin Kurs


de.cryptonews.com 15 Januar 2022 06:00, UTC
Lesezeit: ~3 Min.

Nichts mögen die Märkte so wenig wie Unsicherheit. Doch zahlreiche schlechte Nachrichten könnten in der nächsten Zeit nicht nur die Kurse der Aktienmärkte, sondern auch jene von Bitcoin nach unten drücken.

Das vergangene Jahr hat nachdrücklich bewiesen, dass sich der Kurs von Bitcoin längst nicht mehr abgekoppelt vom Rest des Finanzmarktes entwickelt. Ganz im Gegenteil, die Kurse reagierten oft im Gleichklang mit jenen von Aktien.

EZB korrigiert die Inflationsprognose nach oben 

Dies ist auch für 2022 zu erwarten, vor allem wenn die weitere Entwicklung der Inflation so anhält wie bisher. Immerhin kämpfen Unternehmen und Konsumenten mit den höchsten Raten seit rund 30 Jahren. Was von der Europäischen Zentralbank lange geleugnet wurde, ist nun offenbar auch dort endgültig im Bewusstsein angekommen.

Wie anders ist es zu erklären, dass die Direktorin der EZB, Isabel Schnabel, einräumen musste, dass ihre Institution die stark gestiegenen Energiepreise nicht in ihren Berechnungen entsprechend kalkuliert hatte. Davon abgesehen flutet die EZB die Märkte seit Jahren mit billigem Geld. Betrachtet man eine Währung wie ein Produkt, dann ist es kein Wunder, dass der Wert der Ware Euro immer weiter abnimmt.

Dementsprechend hat die EZB ihre Meinung geändert und ihre Inflationsprognose für 2022 auf 3,2 Prozent angehoben. Das passt ins Bild, schließlich wollten die Notenbanker auch in der Vergangenheit die Realität erst dann wahrhaben, als es nicht mehr zu leugnen war. Immerhin beträgt die Inflation derzeit in der Eurozone rund fünf Prozent, Tendenz seit Monaten steigend.

Der Druck steigt 

Doch das hält der Euroraum nicht mehr lange aus. Der Druck von Politik und Bevölkerung wird steigen und die EZB zum Handeln zwingen. Die einzige wirksame Maßnahme scheint eine Anhebung der Leitzinsen zu sein. Dies wird vor allem unterfinanzierte Unternehmen treffen und möglicherweise eine von vielen Experten befürchtete Pleitewelle auslösen.

Diese käme zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, schließlich hält die Corona-Krise die Welt noch immer fest ihren Krallen. Die weitere Entwicklung bleibt weiterhin unabsehbar, schließlich beweist gerade die Omikron-Variante, dass alle Hoffnungen auf eine breite Wirksamkeit der Impfstoffe verfrüht waren.

Die FED gibt den Takt vor

Bisher weigerte sich EZB-Chefin Christine Lagarde öffentlichkeitswirksam, die Leitzinsen anzuheben, um die Wirtschaft in ihrer größten Krise nicht abzuwürgen. Doch nun ist mit der hohen Inflation ein möglicher Endgegner am Horizont aufgetaucht, den es zu bekämpfen gilt.

Das hat auch die amerikanische Notenbank erkannt. Deren Chef Jerome Powell hat bereits eine baldige Abkehr von der Politik des billigen Geldes signalisiert. Er ist der Ansicht, dass es an der Zeit sei, den Notfallmodus zu verlassen und sich der Normalität anzunähern.

Was passiert nach einer Anhebung der Leitzinsen? 

Bisher nutzten Anleger Bitcoin, um sich vor Wertverlusten zu schützen. Dementsprechend stark stieg der Kurs im Vorjahr an und erreichte in neues Rekordhoch. 

Sollten die Notenbanken den Leitzins jedoch erhöhen, dann sollte dies inflationsdämpfend wirken. Doch gleichzeitig sind Umwälzungen in der Wirtschaft zu erwarten. Dies gilt vor allem dann, wenn Unternehmen nicht mehr in der Lage sein werden, die gestiegenen Zinsen ihrer Kredite zu bedienen.

Negative Wirtschaftsaussichten könnten also nicht nur die Kurse an den Aktienmärkten nach unten befördern, sondern auch jene von Bitcoin. Dessen Verflechtung mit den Märkten und seine Sensibilität hinsichtlich schlechter Nachrichten zeigen zwar an, dass die Kryptowährung in den Massenmärkten angekommen ist, lassen jedoch kaum Prognosen zu. 

Investoren müssen sich also weiterhin auf jede Menge Volatilität einstellen. Das erfordert gute Nerven, bietet aber auch die Chance bei günstiger Gelegenheit nachzukaufen und seine Positionen zu erhöhen.


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