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Bitcoin schlecht verteilt? – Wie viele Menschen besitzen tatsächliche wie viele Bitcoins?

source-logo  cryptoticker.io 18 April 2023 05:30, UTC
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Der Bitcoin hat weiterhin viele Kritiker. Nachdem die Kritik an der Umweltschädlichkeit aufgrund des steigenden Anteils der nachhaltigen Energie am Bitcoin Mining abgeflacht ist, ist die ungerechte Verteilung der Bitcoins weiterhin an Kritikpunkt. Doch ist der Bitcoin wirklich so schlecht verteilt wie behauptet?

Was ist die Kritik an der Verteilung vom Bitcoin?

Der Bitcoin ist als dezentrale Währung ohne zentralen Einfluss die Hoffnung vieler Menschen auf ein besseres Geld. Doch immer wieder äußern Skeptiker große Kritik am Bitcoin. Die Kritik am Energieverbrauch des Minings war lange sehr groß. Doch da das Bitcoin Mining immer stärker regenerative Energien nutzt, wird diese zunehmend widerlegt. Der „Skull of Satoshi“, ein Propaganda-Projekt von Greenpeace, ging zuletzt nach hinten los.

Eine weitere wichtige Kritik ist die Verteilung der Bitcoins. Denn auch im Jahr 2023 halten große Adressen immer noch den Großteil der Bitcoins. Das soll laut den Kritikern ein Anzeichen sein, dass der Bitcoin kein dezentrales System sein kann. Immerhin können die Bitcoin Wale den Preis manipulieren.

Ist die Kritik berechtigt?

Auf den ersten Blick ist die Kritik nachvollziehbar. Derzeit ist der Bitcoin noch sehr ungleich verteilt. Dazu können wir uns die Verteilung der Adressen anschauen:

Bitcoin Verteilung nach Adressen, Quelle: https://bitinfocharts.com

Anhand dieser Grafik können wir erkennen, dass 0,03% der Adressen 60% der Bitcoins besitzen. 2,17% der Adressen (Adressen mit mindestens 1 Bitcoin) besitzen allein schon über 93% aller Bitcoins.

Wir können also eine sehr ungleiche Verteilung der Bitcoins auf den ersten Blick feststellen. Von daher von man die Kritik an der Verteilung verstehen. Tatsächlich ist eine kurzfristige Marktmanipulation durch Wale weiterhin möglich.

Wie entwickelt sich die Verteilung mit der Zeit?

Wir müssen jedoch ebenfalls feststellen, dass der Bitcoin sich mit der Zeit besser verteilt. Dazu können wir uns die Entwicklung der unterschiedlich großen Adressen über die letzten 2 Jahre anschauen:

Bitcoin Verteilung Änderung in den letzten 2 Jahren, Quelle: https://insights.glassnode.com

Die kleinen Adresse, Schrimps und Krabben, haben jeweils am meisten an Bitcoins prozentual hinzugewonnen. Im Gegensatz dazu haben die berüchtigten Wale am meisten verloren. Der Trend geht langsam, aber sicher in die Richtung einer besseren Verteilung.

Dieser Prozess ist die Folge des Proof-of-Work Mechanismus des Bitcoin Minings, der mit der Zeit immer schwieriger wird. Mit jedem Halving kommt es durch die Halbierung der Mining-Belohnungen zu einem Angebotsschock. Durch diese Form der Verteilung der 21 Millionen Token stellte Satoshi sicher, dass sich der Bitcoin mit der Zeit immer besser verteilt.

Ist FIAT-Geld denn besser verteilt?

Wenn man den Bitcoin für seine Verteilung kritisiert, muss man sich auch unsere derzeitiges Geld anschauen. In unserem FIAT-System ist das Vermögen bei weitem nicht gleich verteilt. Die Top 0,001% besaßen im Jahr 2010 etwa 16,8 Billionen USD, was 30% des weltweiten Vermögens zu diesem Zeitpunkt darstellte. Die Top 0,1% besaßen 81% des weltweiten Vermögens. Mit der Zeit wird dabei die Verteilung immer ungleicher.

Dieser Prozess wird als Cantillon-Effekt bezeichnet und beschreibt das Problem des derzeitigen Geldsystems. Mit der Zeit wird der Bitcoin dagegen immer verteilter. Man könnte meinen, dass der Bitcoin das „fairere“ Geld ist.

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