Anleihen gefragt, Aktien verkauft
Insgesamt wuchsen die Finanzanlagen der Haushalte im zweiten Quartal mit einer Jahresrate von 2,7 Prozent, kaum anders als im Vorquartal, wie die EZB am Mittwoch mitteilte. Bei Schuldverschreibungen beschleunigte sich das Wachstum auf 5,7 Prozent nach 4,0 Prozent. Gekauft wurden vor allem Staatsanleihen, Papiere anderer Finanzinstitute und Anleihen von Emittenten außerhalb des Euroraums. Bei Bargeld und Einlagen schwächte sich das Plus dagegen auf 2,4 Prozent ab, bei Aktien und sonstigen Anteilsrechten einschließlich Fonds auf 1,5 Prozent.
Börsennotierte Aktien verkauften die Haushalte unterm Strich, Anteile an Investmentfonds und Geldmarktfonds kauften sie weiter zu. Die Nettoersparnis der gesamten Volkswirtschaft im Euroraum sank in den vier Quartalen bis Ende Juni auf 868 Milliarden Euro, nach 895 Milliarden Euro ein Quartal zuvor. Die Verschuldung der Haushalte im Verhältnis zum Einkommen ging leicht auf 80,3 Prozent zurück.
Warum Bitcoin in der Statistik fehlt
Die EZB ordnet das Vermögen der Haushalte in Kategorien wie Einlagen, Schuldverschreibungen, Aktien, Lebensversicherungen und Pensionsansprüche. Bitcoin passt in keine davon. Nach den neuen internationalen Statistikstandards, die der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Vereinten Nationen 2025 verabschiedet haben, gelten Kryptowerte, denen keine Verbindlichkeit eines Herausgebers gegenübersteht, nicht als Finanzvermögen. Der Grund: Bei Bitcoin gibt es niemanden, der zur Rückzahlung eines Werts verpflichtet ist, heißt es in einem Papier des IWF.
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