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Topanalyst Raoul Pal: Kapital fließt von KI in den Kryptomarkt

source-logo  newsbit.de 08 Oktober 2026 14:05, UTC
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Der Kryptomarkt hat in den vergangenen Monaten wieder zugelegt. Die Rahmenbedingungen sind aus Sicht des Makroinvestors Raoul Pal allerdings noch nicht ideal. Der Gründer von Real Vision sieht dennoch Anzeichen dafür, dass Anleger ihr Kapital zunehmend umschichten. Vor allem eine Pause bei der kräftigen Rally der KI-Aktien könnte nach seiner Einschätzung dem Kryptomarkt zugutekommen.

Starker Dollar bremst den Kryptomarkt

Nach Pals Einschätzung belasten derzeit der starke US-Dollar und die hohen Renditen amerikanischer Staatsanleihen den Markt. Dadurch steht weniger Liquidität für risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen zur Verfügung.

Ein schwächerer Dollar könnte das ändern. Sollte es gelingen, den Dollar zu schwächen, wären laut Pal die Voraussetzungen für weitere Kursanstiege am Kryptomarkt gegeben. Noch will er diesem Szenario allerdings nicht vorgreifen.

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Pal beobachtet zudem, dass KI-Aktien und Kryptowährungen derzeit um dasselbe Kapital konkurrieren. Sollte die Rally bei Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz vorübergehend nachlassen, könnte ein Teil dieser Mittel nach seiner Einschätzung in den Kryptomarkt fließen.

Das war ihm zufolge bereits im August zu beobachten. Bitcoin (BTC) legte zwischen dem 19. und 25. August um rund 25 Prozent auf 80.000 Dollar zu. Gleichzeitig fiel die Nvidia-Aktie an sieben Handelstagen in Folge.

Kursentwicklung von Bitcoin und Nvidia im August. (Quelle: TradingView)

Ein Crash bei KI-Aktien wäre schädlich

Ein massiver Einbruch der KI-Aktien wäre aus Pals Sicht dagegen eine schlechte Nachricht. Ein solcher Kursrutsch könnte darauf hindeuten, dass den Finanzmärkten Liquidität entzogen wird. Das würde auch die Bedingungen für Kryptowährungen verschlechtern.

Pal würde deshalb eine Seitwärtsphase bei KI-Aktien bevorzugen. In diesem Szenario könnte Kapital seiner Einschätzung nach schrittweise in andere Märkte fließen.

Ideal wäre für ihn eine Kombination aus einem schwächeren Dollar, einer steileren Zinskurve und einer stärkeren Kreditvergabe der Banken. Derzeit entwickeln sich die Rahmenbedingungen allerdings noch nicht durchweg in diese Richtung. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im September auf 5,29 Prozent.

KI-Agenten könnten Ethereum und Solana stärken

Langfristig sieht Pal zudem eine wichtige Rolle für KI-Agenten. Solche Programme können zunehmend eigenständig Zahlungen ausführen und Smart Contracts nutzen.

Davon könnten seiner Einschätzung nach vor allem Ethereum (ETH) und Solana (SOL) profitieren. KI-Agenten können beispielsweise Stablecoins einsetzen, um selbstständig für Onlinedienste zu bezahlen.

Pal erwartet, dass diese Netzwerke stärker genutzt werden, je häufiger KI-Anwendungen auf sie zugreifen.

Bei der Frage nach einem möglichen Konkurrenzkampf zwischen Ethereum und Solana bleibt er zurückhaltend. Solana verzeichnet mehr aktive Adressen, während in den DeFi-Protokollen auf Ethereum deutlich mehr Kapital gebunden ist. Zudem entfällt laut Pal ein großer Teil der Aktivität auf Solana auf Spekulationen mit vergleichsweise kleinen Beträgen.

Bitcoin dürfte seiner Einschätzung nach bei den wirtschaftlichen Aktivitäten von KI-Agenten eine geringere Rolle spielen.

newsbit.de