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Krytos nach Clarity-Act-Scheitern im Sinkflug: Einstiegschance bei Bitcoin, Ethereum, Ripple und Co.?

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  • Verfehlte Abstimmung im US-Senat zum Clarity Act reißt den Kryptomarkt nach unten
  • Ripple-Chef spricht von einem herzzerreißenden Rückschlag für die Branche
  • Zeitplan im Kongress lässt nun SEC und CFTC in den Fokus rücken

Der US-Senat hat die Verfahrensabstimmung zum Clarity Act am Dienstag verfehlt und damit den gesamten Kryptomarkt unter Druck gesetzt. Der Bitcoin gibt in der Folge merklich nach, während auch Ethereum, Solana, $XRP und Co. deutlich verlieren. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob der Rücksetzer am Kryptomarkt eine Einstiegschance eröffnet oder der Auftakt zu weiteren Verlusten ist.

Gescheiterte Abstimmung trifft den Markt

Der US-Senat verfehlte am Dienstag die sogenannte Cloture-Abstimmung zum Digital Asset Market Clarity Act. Nötig gewesen wären 60 Stimmen, das Votum kam jedoch lediglich auf 49 zu 50 Stimmen. Es ging dabei allerdings nicht um die endgültige Verabschiedung, sondern nur darum, ob der Senat die Debatte über das Gesetz formal beginnen kann. Nun liegt dieses erst einmal auf Eis.

🚨 BREAKING: The Senate just BLOCKED advancement of the Trump and Scott Bessent-backed CLARITY ACT, landmark crypto regulatory framework regulation This is cloture, so it needed 60 VOTES. The final vote: 49-50 Even if it did pass the Senate after cloture, it still has to go back to the House.

— Eric Daugherty (@EricLDaugh) September 15, 2026

Der Kursrückgang bei Kryptowährungen folgte prompt: Am Mittwochmorgen notiert der Bitcoin laut "CoinMarketCap" zeitweise bei rund 75.840 US-Dollar und damit rund 2 Prozent tiefer als noch am Tag zuvor, Ethereum gibt daneben um 3,7 Prozent auf 2.396 US-Dollar nach. Noch deutlicher traf es Solana mit einem Kursrückgang um rund 4 Prozent innerhalb der letzten 24 Stunden. Einer der größten Verlierer nach dem Clarity-Act-Scheitern ist jedoch Ripple: $XRP sackt zeitweise um 7,9 Prozent auf 1,29 US-Dollar ab und verliert damit deutlich stärker als der Bitcoin.

Das vorläufige Scheitern des US-CLARITY Act im Senat trifft Ripple besonders stark, da der Gesetzentwurf den regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen in den USA präzisiert und insbesondere die Zuständigkeiten von SEC und CFTC klarer abgegrenzt hätte. Für $XRP wäre dies von besonderer Bedeutung gewesen, da der Token nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit der SEC weiterhin stark mit der Frage regulatorischer Rechtssicherheit verbunden ist. Die Abstimmungsniederlage dämpft daher nicht nur die Hoffnung auf mehr Klarheit für den US-Markt, sondern auch Erwartungen an eine stärkere institutionelle Nutzung von $XRP.

Ripple-Chef Brad Garlinghouse äußerte sich via X entsprechend: Es tue weh, dass der Clarity Act eine entscheidende Verfahrensabstimmung verfehlt habe, schrieb er. "Dies war eine Chance, die weit über Ripple oder ein einzelnes Unternehmen hinausging [...]. Letztlich blieben jedoch die Verbraucher und die Wettbewerbsfähigkeit der USA auf der Strecke", kritisierte Garlinghouse.

1/ This one stings. Our team gave everything we had to get the Clarity Act across the finish line. So did most of the industry. This was an opportunity bigger than Ripple or one company - we did this for the industry, for consumers and to cement the US’s position as the crypto capital of the world and as a leader in the future of finance. Ultimately, consumers and U.S. competitiveness got left behind. 2/ A post mortem needs to be done on why this failed (more from me on that in the days ahead). The politics of the democrats (the anti-crypto army) was elevated over good policy. 3/ There is still reason for optimism for crypto in the United States. Now, the SEC, under Chair Atkins, and the CFTC, under Chair Selig, will continue to work hard to issue rules to fill the legislative gap and we will continue to be actively engaged in that rule making process. 4/ Ripple's business has never been stronger — real demand across traditional finance and the digital asset ecosystem. A missed vote in Washington doesn't change our momentum, our global footprint, or our customers.

— Brad Garlinghouse (@bgarlinghouse) September 15, 2026

Warum das Gesetz scheiterte

Zentraler Streitpunkt war die Veräußerungspflicht für Amtsträger mit Krypto-Beteiligungen. Der republikanische Entwurf sah vor, dass hochrangige Amtsträger mit einem bedeutenden finanziellen Interesse an bestimmten Krypto-Unternehmen dieses entweder verkaufen oder in einen qualifizierten Blind Trust legen müssen, während Demokraten bei einem sehr großen Investment einen kompletten Verkauf forderten. Umstritten war zudem die Reichweite der Ethikregeln: Der republikanische Entwurf erfasste hochrangige gewählte Amtsträger, Bundesrichter und deren Ehepartner, die Demokraten wollten die Vorgaben auch auf Kinder ausdehnen, ein Punkt mit Bezug zu den Krypto-Verbindungen von Donald Trump Jr., Eric Trump und Barron Trump zu World Liberty Financial.

Zuvor war der Entwurf bereits weit fortgeschritten: Eine frühere Fassung passierte das Repräsentantenhaus im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen, im Mai 2026 votierte der Bankenausschuss des Senats mit 15 zu 9 Stimmen dafür.

Einstiegschance oder weiteres Risiko für Bitcoin und Co.?

Ob der Rücksetzer am Kryptomarkt nun als Einstiegschance taugt, wird unterschiedlich beurteilt. Dennis Porter, Mitgründer des Satoshi Action Fund, hatte laut "BeInCrypto" bereits mehr als einen Monat vor der Abstimmung erklärt, das Scheitern sei im Kurs bereits eingepreist gewesen, da Polymarket dem Clarity Act nur eine Chance von 16 Prozent einräumte, 2026 noch Gesetz zu werden. "TradingKey" stuft die kurzfristigen Folgen als kontrollierbar ein, da sich Bitcoin nach einem kurzzeitigen Rutsch unter die Marke von 75.000 US-Dollar rasch wieder erholt habe.

Strategy betonte, für Bitcoin ändere sich rechtlich nichts, da die Kryptowährung seit Jahren rechtliche und regulatorische Klarheit in den USA genieße. Coinbase-Chef Brian Armstrong sieht dagegen, ebenso wie Ripple-Chef Brad Garlinghouse, nun SEC und CFTC am Zug und erklärte, man könne nicht länger auf den Kongress warten. Dort hält "BTC-ECHO" eine weitere Behandlung in diesem Jahr angesichts von weniger als 36 verbleibenden Sitzungstagen für unwahrscheinlich.

Kurzfristig richtet sich der Blick nun auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am heutigen Abend, die als nächster möglicher Kurstreiber für Bitcoin und den übrigen Kryptomarkt gilt. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte gilt am Markt bereits weitgehend als sicher und eingepreist – entscheidend dürfte daher der Ton der Fed sein. Eine unerwartet straffe Kommunikation könnte Bitcoin und vor allem die bereits stark gefallenen Altcoins wie $XRP weiter unter Druck setzen. Signalisiert Fed-Chef Kevin Warsh dagegen, dass der Schritt eine Ausnahme bleiben könnte und die Geldpolitik perspektivisch wieder weniger restriktiv wird, könnte dies den Risikoappetit der Anleger stabilisieren. Damit entscheidet am Mittwoch nicht allein die Höhe des Leitzinses über die weitere Reaktion des Kryptomarktes, sondern vor allem die Frage, wie die Fed den weiteren Zinspfad skizziert.

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